Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Warum stürzte Somoza nicht?

Inprekorr Nr. 95, Januar 1979 · S. 22 · 226 Wörter

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Die Atempause, die der Imperialismus Es ist sogar wahrscheinlicher, daß er dies durch die Massaker des Schwarzen Sep. nicht tun wird, denn er selbst hat ebenso tember in Nikaragua zu gewinnen erhoff. wie seine Lakaien ein Wirtschaftsimpete, ist in eine drückende, drohende Stille rium von gigantischen Ausmaßen zu verumgewandelt worden, wie sie großen teidigen. Es ist also möglich, daß die Im- Stürmen vorausgeht. perialisten Somoza ermorden lassen werden - ihn, seinen Sohn, seinen Bruder, Kompromiß - und Versöhnungsfor- seinen Onkel, seine ganze Familie und meln, die Intervention der Kirche oder seine Hauptkumpanen. Man hat genau der OAS (Organisation Amerikanischer das gleiche mit der Familie des früheren Staaten), Änderungsvorschläge und Re- südvietnamesischen Diktators Diem getan, formversprechen, das sind alles wenig als man es für notwendig hielt. wirksame Ablenkungsmanöver. Die Krise des Regimes verschärft und vertieft sich Von alledem bleibt jedoch der Kern weiterhin. Aller Wahrscheinlichkeit nach der Situation in Nikaragua unberührt, es wird sich der Imperialismus bald dazu sei denn, die Imperialisten entschieden gezwungen sehen, das Regime zu erset- sich für eine militärische Intervention. zen.

Aber es ist möglich, daß Somoza Damit würden sie langfristig gesehen nicht so gefügig und vernünftig ist, um in effen noch stärkeren Brand entfachen als braver Übereinstimmung die Manöver und den, den sie zu ersticken versuchen. Ge- Launen des Imperialismus mitzuspielen. nau das passierte ihnen in Vietnam.