Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Tritt in den Arsch der japanischen Linken

Inprekorr Nr. 95, Januar 1979 · S. 10 · 475 Wörter

Japan und Korea China

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TRITT IN DEN ARSCH DER JAPANISCHEN LINKEN sa Pens eberg bene und de linh sischen Führung ohne Zweifel schwer mitgenommen. Sie ist ohnehin schon geschwächt aufgrund ihrer Zersplitterung und ihrem extremen Opportunismus. Die chinesische Politik trifft sie umso mehr, als das historische Band zwischen der japanischen Linken und China sehr stark war. Die Führer der japanischen KP hatten bis zum Bruch mit der chinesischen KP 1966 lange in China Unterschlupf gefunden. Noch 1972 hatte der Präsident der "Vereinigung der Bauern von Sanrizuka' ', die gegen den Bau des Flughafens von Narita kämpfen, in China einen triumphalen Empfang erhalten. Hinzu kommt, daß die japanische Linke sowie auch die Gewerkschaft Sohyo die Denunzierung des japanisch-amerikanischen Sicherheitspaktes (der Japan in das amerikanische militärische Sicherheitssystem einschließt) und der Wiederaufrüstung Japans - zumindest verbal - zu ihrem politischen Hauptthema erhoben hatten. ‹ Teng Hsiao-pings Tanaka - Besuch rief großen Unwillen hervor. Tanaka genierte sich denn auch nicht, zynisch zu erklären: „Teng hat großen Sinn für Humor. Er stellt keine Fragen bezüglich Lockheed. Es wäre angenehm, wenn die Japaner einen ähnlichen Sinn für Humor besässen". (Far Eastern Economic Review, 3 November). Sogar bis in die Reihen der LDP gab es Wirbel. Ein sozialistischer Abgeordneter erklärte ohne Umschweife: .Dies ist nicht nur eine Beleidigung der japanischen Nation. Ich frage mich, ob s uns die Chinesen das gleiche machen liessen und uns die Erlaubnis gäben, einen Gefangenen zu besuchen" (Le Monde, 25. Oktober 78).

Es ist vor allem Pekings Einschwen- Ken auf den japanisch-amerikanischen Pakt, was die japanische Linke in Verlegenheit bringt. Asakuta, Präsident der japanischen Sozialistischen Partei, muste sich in Peking sagen lassen, seine ..Politik hat 15 Jahre Verspätung", als er die traditionelle Stellungnahme seiner Partei gegenüber den USA darlegte (die Merheitsfraktion der SP ist prosowjetisch eingestellt). Ueda, Abgeordneter und Chefredakteur der Kommunistischen Parteizeitung Akahata. erklärte anläßlich Tengs Reise: Indem China den Sicherheitsvertrag mit Washington und die japanische Wiederaufrüstung gutheißt, nünmt es eine Haltung ein, die eines sozialistischen Landes unwürdig ist". (Le Monde, 20.Oktob japanische Freundschafts- und Friedensvertrag unterzeichnet.

Der Opportunismus der chinesischen Diplomatie datiert nicht erst seit heute: eigentlich ist sie nie internationalistisch gewesen. Nach dem Korea- Krieg übernahm Peking die Positionen Moskaus bei den Genfer Indochina Verhandlungen und glorifizierte die 'progressiven' Regime der Dritten Welt auf der Bandung-Konferenz von 1955. Aber die Kommunistische Partei Chinas gab sich lange als antiimperialistisch aus, vor allem in der Zeit nach der plötzlichen Einstellung der sowjetischen Hilfe für China und dem Ausbruch des chinesisch-sowjetischen Konflikts Zwar unterstützte China weiterhin Pakistan aus strikt diplomatischen Erwägungen, und die chinesische KP deckte die kriminelle Politik der indochinesischen KP, die in den Massakern von 1965 endete. Aher sie knüpfte auch enge Bindungen mit zahlreichen Befreiungsbewegungen, und die chinesische Führung spielte eine herausragende Rolle bei