Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Der Imperialismus stützt Somoza

Inprekorr Nr. 95, Januar 1979 · S. 18 · 459 Wörter

Mittelamerika

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Andererseits haben die Ereignisse

Mit diesen Alternativen konfrontiert, die Lage tausendmal instabiler gemacht, neigt der US-Imperialismus zu den poli- als sie vorher gewesen war. Die Zerstötisch geringsten Kosten und zum gering rung von kunderten von Fabriken und sten Risiko. Er entschloß sich dazu, So- Geschäften WBt die Massenarbeitslosigmoza zu decken und zu stützen, zumin- keit plötzlich in die Höhe schnellen. Der dest für den Augenblick. innere Markt schrumpft, und der zentralamerikanische Markt ist unterbrochen.

Die Hilfe, die die Imperialisten Somoza gewährten, hatte zwei klare poli- Es gab eine überstürzte, panikartige tische und militärische Ziele. Das eine Kapitalflucht. Allein am 2. September war, der Sandinistischen Front den größt- wurden 30 Millionen Dollar von den Banmöglichen Schaden zuzufügen. Das ande- ken abgehoben. Aber erst am 11. Septemre war, größtmögliche Massaker unter der ber wurden Maßnahmen gegen die Kapi- Zivilbevölkerung unter dem Deckmantel talflucht angekündigt, und erst am 12 bewaffneter Zusammenstöße zu inszenie- erließ der Präsident der Zentralbank Beschränkungen für Devisentransaktionen.

Aber all diese Maßnahmen waren nur Die grundlegenden Ziele dieser blut- Tropfen auf dem heißen Stein, und sie rünstigen Strategie des Terrors waren, den waren gegen die allgemeine Öffentlichkeit wachsenden Aufschwung der Massenbe- gerichtet.

wegung aufzuhalten durch ein Massaker, das den Schwung brechen und die Kampf- Das Somoza-Regime mußte der kraft der Sandinistischen Front im Mark Bourgeoisie und ihren eigenen Speicheltreffen sollte. Durch all dies sollte nur leckern das Geld aus dem Lande tragen etwas Zeit gewonnen werden, einige Wo- lassen, denn falls das Regime versucht chen oder vielleicht einen Monat Auf- hätte, es zu verhindern, hätte dies eine schub, bis die Imperialisten eine stabile- Panik hervorgerufen, die den inneren Zure Lösung finden konnten. sammenbruch nur noch mehr beschleunigt hätte. Darüberhinaus wurde die Baumwollernte, die Hauptquelle des Aus

Keines dieser Ziele ist jedoch erreicht senhandels, aufgrund der Bombardierun worden. Die Sandinistische Front war in gen und der darauffolgenden Epidemien allen Städten in der Lage, ihre Kräfte schwer mitgenommen. Und Tausende von rechtzeitig zurückzuziehen und ihre Rän- Wohnungen wurden zerstört. ge im großen und ganzen intakt zu halten.

Der Effekt des Massakers war, den Zom Die sozialen Bedingungen, die im der Massen noch mehr zu entfachen. Es Lande nach der sandinistischen Offensive gibt keine offenen Anzeichen von Resi- vorherrschen, haben eine wesentlich exgnation oder Demoralisierung. plosivere soziale und politische Situation geschaffen. Wenn Somoza und die Impe- Zur Zeit erlebt das Land ein Abflau- rialisten auch versuchten, durch Massaker en der Kämpfe. Aber das ist imgrunde Zeit zu gewinnen, so haben sie im wesenteine Periode, in der die Massen Atem lichen erreicht, daß die Krise der bürgerschöpfen, undsie wird voraussichtlich lichen Herrschaft in Nikaragua nur noch nur von kurzer Dauer sein. mehr vertieft wurde.