Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Irland, eine Kolonie in Europa

Inprekorr Nr. 9, 15. November 1971 · S. 2-9 · 4.617 Wörter

Irland Großbritannien USA und Kanada

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IRLAND - EINE KOLONIE IN EURE +***+**+++++++++*****++++*+++****++ +++ ++ T. Die Rote Fahne über Limerick

Nichts verliert sich im Lauf der Geschichte. So lebt auch der nationale Befreiungskampf der Iren gegen den britischen Kolonialismus - die älteste Kolonialrevolution. die auch Marx die Bedeutung der Kolonial- os - heute noc frage klar werden ließ - heute wieder auf, zu einem Zeitpunkt. wo das britische Empire kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch steht und für die Mehrzahl der jungen Leute heute nur noch eine Erinnerung an vergangene Zeiten ist. Der große irische Revolutionär Connolly hoffte, daß der in seinem Lande entzündete Funke auf ganz Europa überspringe und daß der so in Brand gesteckte Kontinent.sich vom Kapitalismus befreie. Und Lenin begrüßte in der irischen Revolte von 1916 den beginnenden Zusammenbruch des europäischen Kapitalismus. Mehr als ein halbes Jahrhundert danach hat die irische Frage nichts von ihrer Explosivkraft verloren, und der heiße Wind der Revolution bläst, von diesem revolutionären Herd seinen Ausgang nehmend, gen Europa. Ein koloniales Problem

Die Kolonisierung Irlands geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Damals verpflanzte die britische Regierung protestantische Feudalherrn englischer und schottischer Abstammung auf irischen Grund und Boden, auf dem die Iren seitdem als Pächter oder Landarbeiter leben. Das Land wurde durch die Massaker unter Cromwell verwüstet, während gleichzeitig eine große Anzahl protestantischer Kolonisten angelsächsischer Abstammurs angesiedelt wurde. Diese Politik hatte vollen Erfolg in der Nordprovinz Ulster. Im Süden verhinderte der irische Widerstand die völlige Kolonisierung. Dennoch setzte sich die herrschende Klasse (Großgrundbesitzer) aus protestantischen Engländern (oder britannisierten Iren) zusammen: ihr gegenüber standen die katholischen, gälisch sprechenden Massen. 1705 besaßen die katholischen Iren nur 14% des irischen Bodens. Die Religion wurde zum Symbol eines koloniales Verhältnissesder Katholizismus war die Religion des Unterdrückten, der Protestantismus diejenige des Kolonialisten. Parallel dazu verhinderte die durch das Kolonialregime dem Land aufgezwungene wirtschaftliche Stagnation die Entstehung einer eigenständigen einheimischen Bourgeoisie. Die katastrophalen Konsequenzen des Kolonialregimes traten bei der großen Hungersnot von 1845, als anderthalb Millionen Menschen in den Tod oder die Emigration getrieben wurden, offen zu Tage.

Die Wende von 1916 Ihren ersten Höhepunkt erlebte die irische Natignalbewegung während des bewaffneten Aufstandes von 1798. Im Verlauf des folgenden Jahrhunderts beschränkte sich die Bewegung hauptsächlich auf den gegen die "Union von 1801, die Irland dem Vereinigten Königreich einverleibte, gerichteten klassischen politischen Kampf. Der entscheidende Faktor in der Entwicklung des irischen Nationalismus sollte jedoch das Aufkommen der Arbeiterbewegung werden. Ende des 19. Jahrhunderts organisierte James I, einer der bemerkenswertesten narxistischen Führer der II.

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Internationale, die Arbeiterklasse in einer republikanisch-sozialistischen Partei. Von seinem Aufenthalt in den USA brachte er die Konzeption der "Industriegewerkechaft" mit. Die Theore setzte er in die Praxis um, indem er die nichtqualifizierten Arbeiter ir. Gewerkschaften zu organisieren begann. Die von ihm geführte sozialistische Partei Irlands wird am Vorabend des ersten Weltkrieges zum Anziehungspol für die linken Nationalisten. Ab Oktober 1913 bau! er die "Irish Citizen Army" auf, eine Arbeitermiliz, deren Aufgabe en ist, die Gewerkschaftsmitglieder gegen die Gangs der Unternehmer zu schützen. Dieser Selbstverteidigungsverband der Arbeiter zählte 1914 ungefähr tausend Mitglieder. Die Nationalisten gründeten ihrerseits iris: he Freiwilligenverbände als Antwort auf die protestantischen Kolonialmilizen von Ulster. In der Tat hat es die Bourgeoisie seit 1368 verstera n, die chronische Unzufriedenheit der protestantischen Massen von Ulter gegen Katholiken und Nationalisten zu lenken; die Nationalisten halfen ihr dabei durch ihr katholisches Sektierertum (und was für ein Katholizismus: die Unterordnung unter Rom) und durch die Tatsache, daß ihr Programm weder proletarische Forderungen noch Forderungen der Bauern enthielt. Seit 1893 sind die unteren Schichten der Protestanten von Ulster militärisch organisiert und verschärfen damit den konfessionellen und sektiererischen Charakter ihrer Aktivität. Daher rührt die Spaltung der irischen Arbeiterklasse und die Ablenkung von den eigentlichen Problemen durch konfessionelle Trennung. Zu Ostern 1916 lösen die Arbeitermiliz von Connolly und der "Sinn Fein" (="Wir selbst", eine nationalistische Partei), eine radikale Minderheit von Freiwilligen, den Aufstand aus. Der Aufstand sollte sich auf das ganze Land ausdehnen, aber der rechte Flügel des"Sinn Fein" widerrief im letzten Augenblick die allgemeine Mobilisierung seiner Mitglieder. So ist die Revolte in Dublin das Werk von etwa tausend Milizionären, (darunter 220 Mitglieder der Arbeiterbrigaden), und die Unterstützung durch die Provinz beschränkt sich auf einige isolierte und nicht koordinierte Erhebungen. Nach einer Woche ist der Aufstand im Blut ertränkt und seine Führer hingerichtet, einschließlich Connolly, der zuvor schwer verletzt worden war.

Vom Antikolonialismus zu den Sowjets

Der "Sinn Fein" entwickelt sich, aber ohne klares und zusammenhängendes Programm. Nur Connolly hatte sich mit dem Klasseninhalt der zukünftigen irischen Republick beschäftigt (sowie der Sozialist Larkin; der aber befand sich damals in den USA). Gegen Ende des Krieges organi sieren die irischen Freiwilligen Razzien gegen Poliz eiposten, um sich Waffen zu beschaffen. Sie rekrutieren ihre Kämpfer unter den armen Bauern, Landarbeitern und Arbeitslosen. Ihre Armee ist demokratisch, aber sie haben oken araben hat n kein klares Programm für ihre verworrenen sozialen Vorstellungen. Bei den Wahlen von 1918 siegt der "Sinn Fein", obwohl seine Kandidaten im Gefängnis sitzen. Seine Abgeordneten bilden ein Parlament (Dail), und die Freiwilligen werden nun zur Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Eine revolutionäre Macht, eine Gegenmacht zur kolonialen Verwaltung setzt sich im Lande fest. Trotz ihres Namen übt die Republik Verrat an ihrem Klasseninhalt. Sie bedient sich der IRA, um die landlosen Bauern und die kleinen Landbesitzer daran zu hindern, die Ländereien der Großgrundbesitzer zu besetzen und unter sich aufzuteilen.

Da der "Sinn Fein" und die Republik kein soziales Programm haben, können sie die Sympathien der unteren protestantischen Schichten von Ulster nicht für sich gewinnen. Von Juli 1920 bis 1921 verheeren britische Truppen das Land, um die Republik zu zerschmettern. Vergeblich. Übrigens wünschten die irischen und britischen Führer gleichermaßen das Inde der Feinseligkeiten herbei, denn die Massen radikalisierten sich in gefährlicher Weise. Kaum ist der Waffenstillstand geschlossen, da beginnen die Streiks häufiger zu werden, die Rote Fahne voran.

Obwohl es keine kommunistische oder sozialistische Führung gibt, besetzen die Arbeiter von Limerick im Mai 1921 unter dem Zeichen der Roten Fahne die Betriebe und nehmen die Produktion selbst in die Hand. Im September bildet sich ein Sowjet im Hafen von Cork. Dann ist die Reihe an den Schä-

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fern des Komitees von Clane: sie besetzen die Ländereien ihrer Herren. Aber sie teilten sie nicht auf, sondern verwalteten s1 durch einen Sowjet. Der nationale Kampf setzte ungealinte revolutionäre Krelte frei. TEILUNG UND VERRAT

Unter dem Eindruck dieser deutlich revolutionären Situation unterzeichnen der bürgerliche und der agrarische Flügel der republikanischen Bewegung 1920 den Vertrag über die Errichtung des Freistaates Irland. Nach dem Wortlaut dieses Abkommens bleibt Irland als Dominion an die britische Krone gebunden, das Land bleibt ökonomisch abhängig von Großoritannien und der Norden, mit der protestantischen Mehrheit, abgetrennt vom neokolonialen Irland, bleibt weiterhin im direkten Herrschaftsbernich von London. Die fnnatisierten Protestanten unterstützen diese Lösung.

Noch muss dieser enttäuschende Kompromiß den Kämpfern der IRA aufgezwungen werden, und man muß ihren Kämpfern erklären, daß ihre Opfer nicht zu einem einigen und unabhängigen Irland geführt haben. Nach einer Periede des Durcheinanders, in der die Autorität des neuen bürgerlichen Staates durch die bewaffneten Republikaner ernsthaft in Frage gestellt wird, beschließt die Rechte den Vertrag gewaltsam durch Bürgerkrieg durchzusetzen. Eine fürchterliche Repressionswelle gegen die IRA folgt. Die Kämpfe lauern bis 1923 an. Während dieser Periode leidet die Arbeiterbewegung daran, Führung hat, die entschlossen für eine Arbeiterrepublik kämpft. Die radikalen Republikaner ihrerseits stehen vor der Demoralisierung und Erschöpfung der Massen und den negativen Folgen der antibäuerlichen Rolle der IRA und ihrer Unfähigkeit, sozialistische Forderungen aufzustellen. 2. DIE KLERIKALE REAKTION

DIE BLUTIGE KONTERREVOLUTION

Eine Resolution des IV. Kongresses der Kommunistischen Internationale aus dem Jahre 1923 illustriert, wie die republikanische Rechte ihr konterrevolutionäres Geschäft betrieb: "Der IV. Kongress der Kommunistischen Internationale protestiert energisch gegen die Hinrichtung von fünf revolutionären Nationalisten, die am 17. und 25. November auf Befehl des "Freistaates Irland" stattfand. Er lenkt die Aufmerksamkeit aller Arbeiter der Welt auf diesen unmenschlichen Akt, der vorläufig Höhepunkt des in Irland wütenden Terrors ist. Mehr als 6 000 Menschen, die mutig gegen den britischen perialismus gekämpft haben, sind bereits eingekerkert worden; eine große Anzahl von Frauen wurde gezwungen, im Gefängnis einen Hungerstreik zu machen; im Laufe des fünfmonatigen Kampfes gegen den Terror, dessen Grausamkeiten sogar diejenigen der "Black and Tans" (britische Kolonialsöldner), der italienischen Faschisten oder der amerikanischen "Trust Thugs" (Unternehmermilizen) übertreffen, wurden schon 1 800 Prozesse angestrengt. Der Freistaat, der ohne Zögern von den Engländern gelieferte Artillerie und Munition, Gewehre und Bomben und sogar Flugzeuge mit Maschinengewehren gegen die Menge wie gegen Revolutionäre eingesetzt hat, krönt all diese Verbrechen mit der brutalen Hinrichtung von fünf Männern, nur weil diese Waîfen besaßen."

Die Freiheit des "Freistaates Irland" bestand darin, vom britischen Imperialismus ausgebeutet zu werden. Was Ulster angeht, so etablierte sich dort die englische Herrschaft fest, indem sie den von der herrschenden Klasse sorgfaltig geschürten roligiösen Fanatismus gründlich ausnützte. Die Kolonialisierung hat Irland durch Hunger, Not und die doppelte koloniale Ausbeutung entvölkert. Sie hat Millionen von Bauern in die Emigration und in den Ruin getrieben, und sie kollektiv zu einer Nation von Deklassierten, von Bettlern, von Arbeitslosen gemacht; sie hatten keine andere Berufung als dem englischen und dem ameril anischen Imperialismus als billige Arbeitskräfte zu dienen. Die Kolonisierung hat, wenn man von einigen zehntausend Landbewohnern absieht, die Nationalsprache ausgerottet. Unter diesen Bedingungen ist die Religion der letzte Schutzwall für die nationale identität des Kolonisierten geblieben. Das bedeutet, daß der "Religionskrieg", den sich Protestanten und Katholiken lieferten -- oder genauer, den die Protestanten gegen die Katholiken führten .. nur der deformierte ideologische Ausdruck der perma-

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nenten nationalen und sozialen Unterdrückung des irischen Volkes ist. Bis ins 19. Jahrhundert, itnein konvertierten übrigens lie führenden irischen Kreise massenweise, was die Funktion des Protestantismus als die koloniale Ideologie für Irland gut widerspiegelte.

KOLONIALE RASSENTRENNUNG IN ULSTER

Aber ebenso wie die zionistische Kolonialstrukturdie Wiederauferstehung der palästinensischen Bewegung innerhalb der israelischen Grenzen nicht verhindern konnte, und wie die doppelte Ausbeutung der Afro-Amerikaner in den USA der Schwarzen geführt hat, so hat die Bildung eines verfassungsmäßig in das Vereinigte Königreich integrierten Ulster die irische Nationalbewegung im Innern des Polizeistaates Nordirland selbst nicht ersticken können. Rein zahlenmäßig beginnt das demographische Anwachsen der katholischen Minderheit die Fundamente des Kolonialstaates selbst zu untergraben: 34% der Gesamtbevölkerung von Ulster sind Katholiken, aber dank der hohen Geburtenrate der benachteiligten katholischen Schichten, stammen nur 50% der Kinder unter zehn Jahren aus protestantischen Familien. Um die doppelt ausgebeutete katholische Bevölkerung, für die die Religion ein nationales Symbol ist, zu demütigen, hat man in Ulster ein Wahlsystem eingeführt, das die Protestanten ungeheuerlich begünstigt. So haben in Derry 30 000 Katholiken nur zwei Drittel der Wahlvertretung, die die 22 000 Protestanten haben. Der für Ulster charakteristische Wahlschwindel hat sogar einen eigenen Namen: "Gerrymandering". Diese Resultate werden mithilfe von verschiedenen Prozeduren erreicht, u. a. zum Beispiel auch durch die Beschränkung des Wahlrechts auf die Besitzenden. Hinzu kommt die systematische Diskriminierung bei der Verwaltung und bei der Einstellung als Arbeitskraft, was die sozio-ökonomischen und kulturellen Nachteile der Katholiken, die die unterdrücktesten Schichten der Arbeiterklasse bilden, nur ergänzt. Die Massenarbeitslosigkeit -- 20% in Derry --, die Armut und die empörenden Existenzbedingungen bedrücken hauptsächlich die systematisch unterdrückten Katholiken. Eine protestantische Kolonialmiliz, die "B Specials", vervollständigt da s Bild. Und das in Westeuropa, in einer "Parlamentarischen Demokratie". Schon 1870 verglich Marx die Lebensbedingungen der irischen katholischen Arbeiter mit denen der Schwarzen im Süden der USA und er denunzierte die koloniale Entfremdung der englischen Arbeiter, die fügsame Instrumente des Kolonialismus waren. Diese koloniale wirkte und wirkt noch heute bis nach England selbst hinein, wo die irischen Arbeiter als eingewanderte Arbeitskräfte denselben kolonialen und rassistischen Vorurteilen unterworfen sind. Man kann sich vorstellen, welche Bedeutung die herrschende britische Klasse der Beibehaltung dieser chauvinistischen, jahrhundertealten Vorurteile zumisst, die die Arbeiter tragisch(aber wie zweckmäßig ist das für die Herrschenden) spalten. Marx fasste die unheilvolle Rolle der irischen Kolonisierung für das Klassenbewußtsein des englischen Proletariats wie folgt treffend zusammen: "In Irland muß der Hebel angesetzt werden." Die irische Frage sprengt also den Rahmen der Insel. Von ihrer Lösung hängt teilweise die Befreiung des revolutionären Potentials der Arbeiterklasse in Großbritannien ab.

HERRSCHAFTSAUSÜBUNG MITHILFE DER ZWISCHENGESCHALTETEN IRISCHEN BOURGEOISIE Der irische Arbeiterführer Connolly, der besser als jeder andere nach Marx den latenten Klassencharakter der irischen nationalen Frage verstand, hatte die Republikaner vor dem Fetichismus der formellen Unabhängigkeit gewarnt. "Wenn ihr morgen die britische Armee verdrängt und wenn ihr die grüne Fahne (= Irlands) auf dem Schloss von Dublin hisst", schrieb er, "dann werden eure Anstrengungen umsonst gewesen sein, es sei denn ihr macht euch daran, die Handelseinrichtungen und von individuellen Bindungen. Diese Verankerung des englischen Kapitals in unserem Lande ist mit den Tränen unserer Mütter und dem Blut unserer Martyrer getränkt."

Das unabhängige Irland zählt heute mehr als drei Millionen Einwohner. In diesem Staat, der seinen ländlichen Charakter im wesentlichen bewahrt hat, liegt die Macht in den Händen einer Allianz der (von den Briten ererbten) Verwaltungsbürokratie und der Großbourgeoisie, in deren Gefolge sich Großgrundbesitz, Kleinbourgeoisie und Hohe Geistlichkeit befinden. Diese zwei

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Flügel der Macht dienen vor allem als Transmissionsriemen, was die Großbourgeoisie angeht für den ausländischen anglo-amerikanischen Kapitalismus, was die hohe Verwaltung angeht für das Kapital des Gemeinsamen Marktes. Der Rhythmus der Wirtschaft wird vom Spiel der Handelsbeziehungen mit Großbritannien bestimmt. Gleichzeitig zwingt die Schwäche der einheimischen Bourgeoisie den Staat, direkt zu investieren, um die fehlenden ausländischen Investitionen, die seit 1957 systematisch gefördert werden, zu ersetzen. EIN ENTFESSELTER KLERIKALISMUS

Dennoch bleibt das Budget der Sozialversicherung das verhältnismäßig niedrigste in Europa, wenn man einmal von Portugal absieht. Und das führt uns dazu, die Rolle der Katholischen Kirche zu untersuchen, dir die Verfassung von 1937 eine"Sonderstellung" einräumt. Das ist darauf zurückzuführen, daß die Geistlichkeit in Irland den Interessen der Bourgeoisie in glänzender Weise gedient hat, indem sie jegliche Anwandlung von sozialer und kultureller Emanzipation bremste, indem sie zur Bastion eines erzreaktionären Konservatismus wurde, indem sie sich mit Gewalt dem geringsten Versuch, das Joch der indirekten britischen Herrschaftsausübung abzuschütteln, entgegenstellte. Es genügt, daran zu erinnern, daß die Geistlichkeit sich empört über Fußballspiele gegen das "atheistische" Jogoslawien, ein terroristisches Zensurwesen auf kulturellem Gebiet ausübt und sich heftig gegen die Sozialversicherung und den kostenlosen Gesundheitsdienst bei Schwangerschaft und Säuglingsberatung gewehrt hat. Die von der Geistlichkeit inspirierte Gesetzgebung erlaubte noch 1967, einen Kaufmann, der für schuldig vefunden wurde, empfängnisverhütende Mittel verkauft zu haben, zu Zuchthaus zu verurteilen ! Obwohl die Schulstundenzahl in Irland die niedrigste pro Woche in ganz Europa ist, nimmt der Religionsunterricht den bedeutendsten Teil ein(es gibt 50% mehr Religionsstunden als in Spar en !). In Anbetracht dieser erstickenden Atmosphäre versteht man, warum alle bedeutenden irischen Schriftsteller ihr Heimatland verlassen mussten, um wieder einigermaßen frei atmen zu können: Joyce, 0'Casey, Beckett etc. Erwähnen wir noch jenen faschistischen Populismus, mit dem die Kirche damals in den dreißiger Jahren und während des zweiten Weltkrieges offen sympathisierte und den sie förderte und vergessen wir nicht die wiederholten Verurteilungen der IRA. Die Kirche ist eindeutig ein Schutzwall des Regimes, ein direkter Verbündeter der Briten und -- in Anbetracht ihrer Rolle als Vogelscheuche für jeden von außen kommenden Beobachter -- objektiv eine Stütze des protestantischen Fanatismus, dem er in Sachen sektiererischer Chauvinismus und Obskuratnismus Vorwände lieferte.

3. DIE REVOLUTION IM VORMARSCH

DER LANGE MARSCH DER IRA • 23 wurden die radikalen Republikaner der IRA, von der "Bastard-Republik bekämpft, die nach dem Vertrag nichts mehr von ihnen wissen wollte, furchtbar verfolgt. Aber das Überleben dieser militärischen Ordaniaation im Untergrund bedrohte die bürgerliche Ordnung. Daher sollte e Valera im Verlanfe der dreißiger Jahre anstatt der Peitsche, die er vorher schwang, das uckerbroi gebrauchen: er versuchte die Kämpfer der IRA in der bewaffneten Polizei unterzubringen und gewährte den Veteranen des Bürgerkriegs Pensionen, um die IRA um ihre Mitglieder zu bringen. Obwohl die IRA durch Spaltungen und Austritte geschwächt wurde, überlebte sie dennoch. Daher zörerte der Staat nicht, die Todesstrafe auf IRA-Mitglieder anzuwenden, vor allem 1944, nachdem 1939 versucht worden war die Organisation durch Ausnahmegesetze zu liquidieren. Die irische Bourgeoisie konnte sich : lange nicht sicher fühlen wie eine militärische Kraft im Untergrund das Schreckgespenst des Bürger = krieges wachhielt.

Die Niederlage der aufständischen Republikaner gegen den Vertrag von 1920 war um 1922 besiegelt. Im Laufe dieser Kämpfe wandte die IRA eine kühne Takvor alton in ce sehen Historato tik an, di/"sorgfältig ausgearbeitet und vervollkommnet hat. Sie bestand ichen Hinterhalten und Bombenattentaten. Die auf solche Operationen bes ränkte Guerillabewegung appellierte jedich nur an den persönlichen Heldenmut und blieb somit notwendigerweise in i rem Umfang und in ihrer Wirkung begrenzt. Obwohl die IRA der militärische Zweig einer

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politischen Bewegung mit einer klar sozialistischen Tendenz -"Sinn Fein "war, verfügte sie über kein geselischaftliches Programm oder eine politische Strategie. Ihre Ideologie kann man so zusammenfassen: Gebrauch von Gewalt, um Irland zu befr ien. Aber Mut, Kühnheit und Erfindungsreichtum konnte die Niederlage nicht abwenden. Die IRA war von den Massen isoliert. Die Repression im Süden wurde im Norden ergänzt durch Internierung von Verdächtigen. Kommandoaktionen über die Grenze erweckten nur passive Sympathie. 1962 war der Mißerfolg der letzten Attentatswelle offensichtlich. Die Mitliefern, um die Ursachen ihrer Niederlage und vor allem die Gründe ihrer glieder der Organ sationen gingen darangeine gründliche Selbstkritik zu Niederlage und Isolierung zu erforschen.

DIE NEUE REVOLUTIONÄRE FLUT

In diesem Paradies für Kapitalisten, das die Republik Irland bleibt, kündigen die Gewalt der Streiks und der Klassenkämpfe die künftigen Unruhen an. Aber gerade in Ulster kam 1968 die revolutionäre Gärung zum Ausbruch. Der Erfolg kentern gebracht. Angesichts der blindwütigen Repression hat sich die Bewußtwerdung der katholischen Massen, die durch internationale revolutionäre Kämpfe der letzten Jahre angeregt wurde, in Errichtung von Barrikaden in Bel- fast und Londonderry um die von der Anwesenheit der Polizei befreiten Gebiete herum ausgedrückt.

Die Doppelherrschaft, die von den Katholiken in ihren Wohnvierteln erkämpft wurde, ihr hartnäckiger Widerstand gegen die Unterdrücker, erforderten eine "Normalisierung" Minderheit mit der stillschweigenden Unterstützung der Bourgeoisie , die dem britischen Imperialismus erlaubte, die rebellische Südirlands zu vernichten , das ebenfalls von der Revolution angesteckt war. Zwischen August 1969 und Juli 1970 sorgten die Reformversprechungen Wilsons für eine Beruhigung. Zu dieser Beruhigung trug auch die ungenügende Aufklärung und Vorbereitung der Massen bei, die zu diesem Zeitpunkt die Barrikaden von und Belfast verteidigten. Unter Ausnützung dieser Situation konnte Londonderry roßbritannien Ulster unter dem Vorwald besetzen, daß siedie Katholiken schützen würden. Der britische Imperialismus hat eine lange Tradition in der Unterdrückung und Teilung von abhängigen Ländern und Kolonien, wie Indien, Palästina Zypern u.a., wo er seine wohlwollende "Schutzherrschaft" auf die Völker , die er unterdrückte , ausgedeh..t hat.

DIE ZWEI I.R.A's.

Bevor die katholische Minderheit die Straße eroberte, wurde n die politischen Bewegungen durch verschiedene Organisationen, wie Peoples Democracy, eine Bürgerrechtsbewegung, geleitet, die von den revolutionären Entwicklungen so konsen iberische volikommen iiberrascht worden sind, nicht zu reden von den sozialdemokratischen Führern, die sich als total unfähig erwiesen hatten , in die Massenbewegung einzugreifen. Die militärische Besetzung Ulsters verhalf der IRA, die bis dahin wenig Zulauf hatte, wir r zu Schlagzeilen, e Schlagzoiten ilitärischen Auseinandet Aufre " weil sie die einzige Bewegung war, die auch ideologisch mit dem britischen Imperialismus. Jedoch gelang es der I.R.A. nicht , in der ersten Zeit der Kämpfe bewaffnet einzugreifen. Dies führte zu neuen Auseinandersetzungen , die zu den Meinungsverschiedenheiten hinzukamen, die seit 1965 die Organisation wegen der Niederlage in der Kampfperiode 1556-62 gespalten haben.

Das führte zu einer Spaltung der I.R.A. und der' "Sinn Fein", die auf politischer Ebene die republikanische Strömung vertritt. Der sogenannte "offizielle " Flügel. dessen Organ der 'United Iri"man' ( Einiger Ire) ist, stellte die traditionelle Ausrichtung in Frage und entwickelte eine meine po.itische Strategie, die auf dem Sozialismus basiert und die die militärische Aktivität in eine vi. fältige politische aktion einbauen will. Daher stellt sie das geheiligte Prinzip des Wahlboykotts in Frage. Diese Strön ng der I.k.A. mißt daher anscheinend der Organisierung der katholischen minderheit in der befreiten Gebieten mehr Gewicht bei als den Guerilla-und widerstandsaktionen.

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Die 'Provisionals' (Provisorischen), deren Organ "An Phoblacht" ist, vertreter klarer die alte I.R.A. -Tradition. Deshalb verdrängt in ihrer Konzeption der bewaffnete Kampf gegen den britischen Imperia ismus alle anderen Aktionen. Sie haben sich als offensiver und aktiver im Widerstand erwiesen und haben deshalb mehr Anklang bei den Jugendlichen. Dafür ist ihre politische Orientierung weniger sozialistisch als die der 'Officials' (Offiziello). Sie werfen diesen mit einer gewissen Hartnäckigkeit vor, kommunistischen und marxistischen Einflüssen zu unterliegen, was von einigen als Demonstration des Antikommunismus gedeutet wird und von anderen als infragestellen von einem Teil der Aktivitäten der Officials , die ihı" mehr oder weniger reformistisch erscheinen.

weben diesen Massenorganisationen, die zum jetzigen Zeitpunkt unbestritten der bewaffneten Widerotad gegen die britische Besetzung in Ulster führen, gibt es kleinere Gruppenwie die "Saor Eire"( Freies Irland), eine republikanishce, militärisch- sozialistische Organisation, die eine Reihe von bewaffneten Uberfällen in irischen banken vorgenommen hat , um Waffen für die Kämpfer des Nordens kaufen zu können. Ein Abschnitt ihres Manifest zeigt klar auf, wie man die gegenwärtige Bewegung einschätzen mu:" Nicht die Zahl an Seiten von Marx, die man verschlungen hat, machen den Revolutionär aus, sondern die Fähigkeit, sich auf die Revolution vorzubereiten, an ihr teilzunehmen und sie zu machen."

Das heißt, daß man auf der Grundlage von Erklärungen, Stellungnahmen in Teilfragen keine endgültigen Urteile über die gesellschaftliche Konzeption dieser oder jener Fraktion der I.R.A. abgeben kann. Die allgemeine Praxis dieser Orvanisationen wird zeigen, welche Linie die des revolutionären Sozialismus ist. Unsere Aufgabe ist , all denen zu helfen, die den britischen Imperial ismus bewaffnet bekämpfen.

DIE IRISCHE REVOLUTION HAT ERST BEGONNEN

Circa 20 000 britische Soldaten halten Ulster besetzt, ohne den irischen Widerstand ersticken zu können. Die Besatzungsstreitkräfte betragen sich mit der gleichen Grausamkeit wie die "B- Specials" und die Kolonialpolizei, wie sich im August 1969 zeigte. Mehr als 8 000 Flüchtlirge haben das Land verlassen. Die britische Unterstützung für den Orange-Orden( Ultra- Protestanten) hat offensichtlich den religiösen Fanatismus angeheizt, was sich im Niederbrennen ganzer Wohnviertel äußerte ...

Weit davon entfernt, den Widerstand zu schwächen, haben gerade die willkürlichen und unbeschränkten Entlassungen von Arbeitern, die auf der Anwendung eines typisch kelonialistischen Gesetzes von 1922 beruhten, der republikanischen bewegung einen neuen Schwung gegeben. Unter den hunderten von katholischen Verhafteten sind relativ weinige Mitglieder der beiden I.R.A.- Strömungen. Dafür zählt man Gewerkschaftler, Sozialisten und Bürgerrechtskämpfer, die man nur schwerlich mit"bewaffneten Terroristen " verwechselr kann. So enthillt die Repression noch mehr die wahre koloniale Natur der ritischen Besatzung • Die I.R.A. - und das gilt für beide Fraktionen - ist stärker denn je. Zum ersten Mal in der Geschichte der irischen Revolution seit 20 Jahren bewegt die I.R.A. sich unter den unterdrückten Massen in Nordirland wie der berühmte Fisch im Wasser. Deshalb sind die Internierungen und der organisierte Terror wirkungslos im Gegensatz zu früher Die gewalttätigen Reaktionen. in Nordirland, wodurch die konservative Regierung überrascht wurde, bezeugen das. Andererseits ist es urvorstellbar, daß die Massen Südirlands lange untätig den Kämpfen ihrer Brüder im Norden zusehen oder weiterhin die Komplizenschaft ihrer Führer mit der Londoner Regierung dulden. Noch mehr: In dem Maße, wie der Kampf der Ulster-Katholiken den Polzeistaat des Nordens annagt, werden gleichzeitig die Grundlagen der Republik Irland erschüttert, deren soziale, wirtschaftliche und politische Struktur durch den Vertrag von 1920 bestimmt ist Da: Gleichgewicht im Norden erschüttern heißt, das Zwillingssystem im Süden erschüttern. Die irische Revolution hat erst begonnen!

Solidarität mit dem irischen Volk gegen den britischen Imperialismus! Selbstbestimmung für die Iren!

Sieg für die I.R.A.! (Aus RED MOLE Nr. 31 vom 15.11.71)

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SIEG DER I.R.A. - FÜR EINE MASSIVE SOLIDARITATSKAMPAGNE ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++*++***********+* +++++++ Die Demonstration vom 31. Oktober in London war ein wichtiger Schritt für die Unterstützung des irischen Befreiungskampfes und für die Bildung einer Land. An ihrem Umfang( mindestens 20 000 Teilnehmer)

ist ersichtlich geworden, daß nach diesem Erfolg nun die Basis für eine massivere Solidaritätskampagne vorhanden ist, und noch wichtiger: die Demonstration zeigte (z.B. in den Losungen, die aufgenommen wurden), daß nur eine Kampagne mit ausdrücklicher Solidaritätshaltung große Unterstützung findet, die z.B. weitergeht als die zwei Forderungen der Anti-Interment -League, (Schluß mit der Internierung, Rückzug der Truppen) , eine Solidaritätshal tung mit den führenden Kräften im Kampf gegen den britischen Imperialismus. Warum ist dieser letzte Punkt so wichtig? Deshalb, v il wir nur dann völlig unzweideutig zeigen können, daß wir für die Niederlage unserer eigenen regierendenklasse eintreten, wenn wir eine Position bedingungsloser Solidarität einnehmen, mit jenen Kräften, die die Massen im Kampf um die Niederlage des britischen Imperialismus führen- also unter anderen die I.R.A. Viele aufrichtige Revolutionäre glauben, daß die Forderung nach sofortigem Rückzug der britischen Truppen dieser Absicht entspringt, und es ist auch tatsächlich wesentlich, sie in die Plattform jeder Kampagne mit einzubeziehen. Doch ist diese Forderung für sich alleine gesehen leider doppelsinnig: sie kann sehr leicht aufgeg: iffen und umgebogen werden in ein "bring the boys home"-Kampagne, die sich auf den liberalen Standpunkt stellt und nur negative Auswirkungen hat. Solch eine Kampagne umgeht den Standpunl.t des Klassenkampfes; sie kann völlig unabhängig davon sein und kann diesen Kampf schlimmstenfalls sogar lähmen. Eine Kampagne der Solidarität gegen den britischen Imperialismus ist nötig, weil nur so die Irlandkampagne ein integraler Bestandteil des Klassenka pfes in diesem Land(England) werden kann. Nur dann kann sie einen tatsächlichen Effekt haben.

Nur wenn wir uns auf die Seite jener stellen, die für die Niederlage des britischen Imperialismus kämpfen und aufzeigen, daß eine solche Niederlage einen Sieg für die britische Arbeiterklasse mit sich bringt, können wir auf eine Mobilisierung von Teilen der Labourbewegung hoffen, auf einer Basis, die das Klassenverhältnis in diesem Lande ändern würde. Nur auf diese Art können wir aufzeigen, daß der Internationalismus der Arbeiterklasse _ne Sache des Gefühls , sondern konkrete Notwendigkeit im Kampf gegen den Imperialismus So, wie wir für den Sieg der FNI eintreten anstatt für den Frieden in Vietnam, da wir für die tatsächliche Niederlage des Imperialismus in Vietnam sind, so ist es in dur gegenwärtigen Krise notwendig, daß wir offen der I.R.A. eintreten, da der militärische Kampf zwischen der I.R.A. und der britischen Armee von entscheidender Bedeutung in Nordirland ist. Im gegenwärtigen Stadium des Kampfes ist dies eine logische und notwendige Entwicklung , die aus den Losungen hervorgeht, besonders aus der These der nationalen Selbstbestimmung , für die wir konsequent eingetreten sind. Deshalb sagen wir: es ist nötig, die gegenwärtige Kampagne gegen die Internierung und für den Rückzug der britischen Truppen in eine Kampagne zu verändern, die sich in aktive Solidarität mit jenen begi bt, die mit dem ; britischen Imperialismus kämpfen. Wir glauben nicht nur, daß es nötig ist, diese Position einzunehmen, sondern auch , dais die Demonstration vom 31.Okt., deutlich die Möglichkeit der Bildung einer Massenkampagne auf dieser Basis gezeigthat. Die IMG und die 'Spartacus Lea ue' werden auch weiterhin in der Anti-Internmort-Leag e arbeiten und sie unterstützen, jedoch mit der Perspektive, sir zu einer Solidaritätshaltung zu gewinnen. Gleichzeitig werden wir fortfahren, die Irish Solidarity Campaign zu unterstützen und aufzubauen als Teil des Aufbauprozesce. einer nationalen Solidaritätskampagne zur Unterstützung der Organisation , die den Kampf gegen den britischen Imperialismus in Irland führt, der I.R.A.

(Editorial aus RED MOLE Nr. 31 vom 15.11.71)

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