Chiang Ching C. Chun-chiao
Wenn die bekanntgewordenen Informationen stimmen, ist die sog. "radikale" Fraktion der KP China von der Macht ausgeschlossen worden, unmittelbar nachdem sie durch Maos Tod den Schutz des Mannes verloren hat, den niemand anzugreifen wagte. Uber den Charakter dieser "radikalen" Fraktion kann es keine Illusionen geben. Sie ist in keinster Weise,nicht einmal indirekt, Ausdruck der "Roten Garden" des fortgeschrittenen Flügels der Massenmobilisierungen während der Kulturrevolution. Im Gegenteil, sie ist eine Fraktion der Bürokratie, die sich ihre Sporen damit verdient hat, daß daß sie sowohl die rebellierenden Arbeiter (vor allem in Shanghai) als auch die unabhängigen Roten Garden unterdrückt hat. Diese Niederlage machte Maos innenpolitischen wie außenpolitischen Rechtsschwenk am Ende der Kulturrevolution möglich.
Die Entfemung von Tschiang Tsching und ihren Genossen erscheint so als Konflikt innerhalb der Bürokratie. Gegenwärtig ist es noch unmöglich zu sagen, den Fraktionen ihre Beziehungen zum Kreml zu "normalisieren" wünscht, oder sich dazu veranlaßt sieht: für diesen Schritt gibt es aber eine feste objektive Basis, SO daß er früher oder später eintreten wird. Wahrscheinlich werden sich die "Radikalen" in nächster Zukunft auf die breiten Massen stützen können. Aber das bedeutet noch nicht, daß der Sieg der "Gemäßigten" im Apparat diesen Massen gleichgültig läßt und nicht tiefe Rückwirkungen auf die Situation in der Volksrepublik China haben wird. Zunächst empfinden die politisiertesten Schichten des Proletariats und der Jugend eine tiefe und zunehmende Abneigung gegen den Apparat insgesamt. Breiten Unmut erzeugen auch die soziale Ungleichheit und die bürokratischen Privilegien. Die gegenwärtigen "Sieger" im Kampf um die Nachfolge Maos identifizieren sich mit der Linie der Festigung des Apparats und seiner Privilegien. Der Widerstand der Massen gegen diese Linie wird nicht auf sich warten lassen. Zudem wird die Entferung der "Radikalen" ', die nicht nur in China tiefe Bestürzung auslöst, die Kontrolle der Führung über die politische und ideologische Entwicklung der mittleren Kader und Basisaktivisten lockem. Diese Schichten werden immer kritischere Überlegungen anstellen, auch gegenüber dem Maoismus selbst.
Im Grunde wir sich zeigen, daß im Gegensatz zur Sowjetunion in den 30er und 50er Jahren die bolitische Dnamik in China sich durch die autonome Mobilisierung der nicht entpolitisierten und nicht demoralisierten Massen auszeichnet; diese Mobilisierungen werden an Ausmaß und Intensität zunehmen und die Pläne der Bürokratie über den Haufen werfen.
Mit der Tages digt in china st ake Wie erzeum. des revolutionären Marxismus auf dem Weg zur politischer Revolution.
S.S. Wu
MAO TSE-TUNG
UND DIE CHINE
SISCHE