Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die gegenwärtige Phase der Weltrevolution

· Inprekorr Nr. 61, 18. Juni 1976 · S. 8-21 · 9.127 Wörter

Stalinismus und Bürokratie Sowjetunion China USA und Kanada

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Ernest MANDEL

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Es ist an der Zeit, die Analysen der IV. Internationale über die bedeutenden Änderungen in der Weltlage während der letzten acht Jahre zu einem organischen Bild zusammenzufassen. In den tolgenden Thesen soll dies versucht werden. Wir haben bewußt alle taktischen und organisatorischen Probleme, sowie die wirtschaftlichen Fragen beiseite gelassen, um uns ganz darauf zu konzentrieren, was in dieser Etappe das Wesentliche an der Weltrevolution ist.

Die IV. Intemationale hat verschiedentlich solche Gesamtanalysen vorgelegt. Auf dem 3. Weltkongreß 1951 wurden bedeutende Fortschritte im Verständnis der besonderen Form der Kolonialrevolu tion unter der kombinierten Wirkung der Krise des Imperialismus und des Stalinismus erzielt. Gleichzeitig zeichnet sich die Analyse des 3. Weltkongresses durch die inkorrekte Perspektive "Krieg- Revolution Taul Weltskala aus. (Es hat sich gezeigt, daß diese Perspektive nur beschränkte Anwendung findet in einigen außerordentlichen Fallen, in denen die Revolution in den halbkolonialen Ländernsiegreich verlaufen ist).

Die Thesen über die "Dynamik der Weltrevolution heute" die der Wiedervereinigungskongreß der IV. Internationale 1963 angenommen hat, übemahmen vor end ballyen es in ein ausgeglicheneres Bild von den Analysen 1951 der dialektischen Beziehungen zwischen der sozialistischen Revolution in den imperialistischen Lăndem. der Kolonialrevolution und der politischen Revolution in den bürokratisierten Arbeiterstaaten ein. Obwohl diese Thesen jedoch in korrekter Weise den kommenden Aufschwung des Proletariats in den imperialistischen Ländem voraussahen, konnten sie nicht alle Besonderheiten der aufsteigenden sozialistischen Revolution in Europa, wie sie sich seit dem tranzösischen Mai 68, seit dem "schleichenden Mai" in Italien 1969 und seit dem Aufschwung der portugiesischen und der spanischen Revolution abgezeichnet haben, vorwegnehmen. lut dem 9. Weltkongreß 1969 gab es einen ersten Versuch, eine neue Synthese auszuarbeiten: dies zeschah im Dokument "Der neue Aufschwung der Weltrevolution und im Bericht von E. Mandel auf dem Kongreß (s. "Quatrième Intemationale" vom Mai 1969) Die vorliegenden Thesen sollen diesen Anlang fortsetzen. Wir haben versucht, hierin die Lehren aus den jüngsten Entwicklungen in den halbkolonialen Ländern und den bürokratisierten Arbeiterstaaten einzubauen.

Die sozialistische Weltrevolution zeichnet sich aus durch ihren Charakter als proletarische und bewußte Revolution

Dabei ist das erste Merkmal die objektive Voraussetzung für das zweite, und das zweite der subjektive Ausdruck des ersten. Die sozialistische Revolution und der Aufbau des Sozialismus sind das erste Stadium der Weltgeschichte. das nicht allein durch die Wirkung der objektiven Kräfte erreicht wird, sondern den bewußten Einsatz der werktätizen Massen erlordert. Das proletariat ist die einzidie auf Grund ihrer gesellschaftlichen eine Planwirtschaft assoziierten Produzenten". . von der Marx spricht, aufzubauen. Ohne die bewußte Teilnahme des Proletariats, ohne daß dieses den gesamten Prozeß leitet, wird es keine sozialistische. d.h. keine klassenlose Gesellschaft geben. Wenn die ungleiche Entwicklung des proletarischen K'assenbewußtseins die Grundlage der leninistischen Parteitheorie ist, so ist die Notwendigkeit, das Klassenbewußtsein der gesamten Klasse auf ein höheres Niveau zu heben • --um die proletarische Revolution zu Ende zu führen und die sozialistische Gesellschaft aufzubauen -- der Kern der marxistisch- leninistischen Theorie der Rätemacht, der Sowjetdemokratie und des Aufbaus des Sozialismus. Der Trotzkismus. der revolutionäre Marxismus unserer Zeit. faßt diese beiden Theorien zu einer unauflöslichen Einheit zusammen.

Die Tatsache, daß die objektiven Bedingun- N gen für die Entwicklung des Sozialismus au Veltebene mindestens seit 1914, wenn nich seit 1905 bestehen, bedeutet nicht, daß der Weltsozialismus automatisch oder unweigerlich siegt. da der subjektive Faktor für die Vollendung der sozialistischen Revolution eine zentrale Rolle spielt. Obwohl in einigen kolonialen und halbkolonialen Landem ein Sturz des Kapitalismus trotz "linkszentristischer" Führungen und einem unzureichenden Klassenbewußtsein sowie ungenügender bewußter Aktivität des Proletariats (das in jedem Fall schwach war) möglich war, muß eine solche Möglichkeit für die industriell hoch entwickelten Länder ausgeschlossen werden. "Die Krise der Menschheit ist die Krise der revolutionären Fahrung (und des Klassenbewußtseins) des Proletariats". Wenn diese Krise nicht durch den Aufbau einer revolutionären Massenintemationale gelöst wird, wird der Niedergang des Kapitalismus nicht zum Aufschwung des Weltsozialismus führen, sondern zur Barbarei: zur massenhalten Zerstörung Produktivkräfte. der Menschen und der Zivilisation durch einen Atomkrieg, faschistische Regimes, die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts, Materiell gesehen ist die größte Errungenschaft des Kapitalismus die objektive gesellschaftung und die universelle Arbeitsteilung. wenn auch auf grundsätzlich unglei cher Basis. Diese Intemationalisierung der Produktivlismus. Die Weltrevolution und der Weltsozialismus ruhen auf dieser materiellen Basis. selbst wenn in ihrem Aufschwung die ungleiche und kombinierte Entwicklung zum Ausdruck kommt, genau die Form des Prozesses der globalen Ausveltung der kapitalısüschen Produktionsweise darstellt. In ihrer Gesamtheit ist die Theorie de permanenten Revolution, Grundpfeiler des Trotzkismus, nichts anderes als der bewußte Ausdruck dieses Prozesses.

Daraus folgt, daß das, was sich nach dem internationalen revolutionären Aufschwung von 1917 bis 1923 ereignet hat, nur als historische Niederlage der Weltrevolu- Ziel der Bolschewiki war weder der Aufs aus eine isolierten sozialistischen Gesellschaft im rückstandigen Rußland, noch aus diesem einzigen, Isolierten und zurückgebliebenen Land einen ständigen "Brückenkopf" Tür die Weltrevolution zu machen; das konnte auch nicht ihr Ziel sein. Ihnen ging es vielmehr darum, die Weltrevolution zu mus in Rußland, in Europa (und des Halbfaschismus in Japan zu Ende der 30er Jahre). der lange Niedergang des Klassenbewußtseins der Arbeiterklasse und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit all seinen Greueln (von Auschwitz bis Hiroshima) Er gebnis einer langen Reihe von Niederlagen für die internatonale Revolution zwischen 1923 und 1943 (wenn dreien wirde beschen e i einung inter-.

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Der Rückgang der Weltrevolution zwischen 1923 und 1943 war zwar auf Weltebene die vorherrschende Tendenz, aber sie hat nicht zu einer vollständigen Niederlage geführt. Diese Niederlage war zwar universal: der Sieg des Stalinismus in Sowjetrußland und die Festigung der bürokratischen Diktatur in diesem Land sowie die schwere Niederlage der zweiten chinesischen Revolution in den Städten sind Ausdruck des Rückflutens der proletarischen Bewegung. Aber es war keine vollständige Niederlage: in der Sowjetinion konnte der Kapitalismus nicht wiedereingeführt werden und die werktätigen Massen in Chin: entfalteten einen breiten und aktiven Widerstand fistens er son Aggression des japanischen Imperia- besonders auf dem Land. Dadurch war objektiv ein günstiger Ausgangspunkt geschatlen 10r eine neue Welle des Aufschwungs der Weltrevolution, die auf den siegreichen Widerstand der sowjetischen Massen und ihres Staats und der chinesischen Massen folgte. So ist der Imperialismus in Kontinentaleuropa und in Asien stark geschwächt worden und der Weg war frei für den Sturz des Kapitalismus in Osteuropa, in Nordkorea und China nach 1945, Die allgemeine Schwäche, mit der der Kapitalismus und der Imperialismus (trotz der enormen ökonomischen und militärischen Macht des US-Imperialismus) aus dem Il. interimperialistischen Krieg hervorgingen. das Aufsteigen der revolutionären Welle in zahlreichen Landern sowie die massive Revolte gegen die unerträglichen Lebensbedigungen, die dieser Krieg aufgezwungen hat, kombinierten sich mit dem obengenannten Widerstand in der Sowjetunion und in China und mündeten in eine neue Welle der Weltrevolution, deren Ausgangspunkt der Sturz der taschistischen Diktatur in Italien war. Diese neue Welle schlug sich in Europa in einem nur beschränkten revolutionären Aufschwung nieder, während ihr Ausmaß und ihre Dauer in den kolonialen und halbkolonialen Ländem beachtlich war.

Dennoch: obwohl die Niederlage der Weltrevo'ution in der Sowjetunion und in China objektiv keine vollständige war, stellte der Sieg des Stalinismus in der Sowjetunion und in der Komintem ein großes Hindemis für den Sieg der Weltrevolution dar: dies Hindemis blieb bestehen noch lange nachdem der Rückfluß der Weltrevolution ein Ende gefunden hatte. Die stalinistischen Parteien erdrosselten und verrieten die spanische Revolution 1936 und die revolutionaren Bewegungen in Griechenland, Italien und Frankreich von 1944 bis 1948. Zudem verhinderten die abstoßenden Züge der stalinistischen Diktatur in der Sowjetunion und in Osteuropa subjektiv die Entwicklung von revolutionärem Klassenbewußtsein in den beiden Zentren der Welt, in denen das Proletariat numerisch am stärksten ist: in Amerika und in der Sowjetunion. In dem Maße. wie ein gewisser Teil der Probleme der Weltrevolut vom . h. der Weltpolitik und der Weltwirtschaft vom Klassenstandpunkt des Proletariats aus betrachtet -ohne die bewußte revolutionäre Aktivität der mindestens 150 Millionen Arbeiter in beiden Ländern nicht gelöst werden kann, kann man die Weltgeschichte seit 1945 nicht genau verstehen, wenn man nicht in angemessener Weise die Dialektik der objektiven und subjektiven Faktoren erfaßt. Die. Konzepte "doppelte Weltmacht" und "Krieg-Revolution " für das internationale Geschehen unterschätzen beide die Bedeutung des subjektiven Faktors und man kann mit ihnen diese Dialektik nicht erfassen. Zudem zeugt die Behauptung. der Wiederaufbau des Kapitalismus in Westeuropa nach dem II. Weltkrieg sei den USA von der Macht der Sowjetunion aufgezwungen worden, zumindest von einer un vollständigen, wenn nicht einer völlig talschen Analyse. Es muß hinzugefügt werden. daß dieser Wiederaufbau durch den Verrat der stalinistischen und sozialdemokratischen Parteien am revolutionären Aufschwung in Westeuropa 1943-1948 ermöglicht wurde. der einen siegreichen Durchbruch der sozialistischen Revolution in dieser Region verhinderte.

Daraus folgt, daß die Periode nach dem II. Weltkrieg sich in ihren Grundzügen wesentlich von der nach dem 1. Weltkrieg unterscheidet. Es gilt, deren grundlegenden Widerspruche herauszuarbeiten. Einerseits ist der Kapitalismus weiter geschwächt worden und als Weltsystem in einem Stadium fortgeschrittenerer Dekadenz als 1917. Das kommt vor allem im Sturz des kapitalistischen Systems in China. Osteuropa, Nordkorea, Kuba und Vietnam zum Ausdruck. Andererseits ist deren landem ras Aufschen wenn Bristi sti schen Ländem rasch gebrochen worden. wahr, daß sich diese Welle zwischen 1949 und 1968 in ziemlich breitem Maße in den kolonialen und halbkolonialen Ländem (Korea, Vietnam, Algerien, en portugiesischen Kolonien in Afrika und Kuba, Bolivien, Indonesien, Irak, Palästi- Chile) fortgesetzt hat, und zwar mit unterschiedlichen Ergebnissen: teils mit einem überwältigenden Sieg. teils mit erdrückender Niederlage. insgesamt reichte die Tragweite dieser Welle nicht aus, eine relative Stabilisierung der imperialistischen Macht in den Metropolen selbst zu verhindem. Wenn es daher korrekt ist zu sagen, daß das Kapialisten kräfte seien de hat, so hat dies so hat diese Entwicklung keineswegs eine innere Erschütterung und Schwächung der ökonomischen und militarischen Macht des Imperialismus bewirkt. Im Gegen-

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teil: im Mai 68 war diese Macht stärker als 1938 oder 1948, nicht nur absolut gesehen, sondem auch unter dem Gesichtspunkt der internationalen Zentralisation. (Es ist wahr, daß sich die interimperialistische Konkurrenz zu Lasten des US-Imperialismus entwickelt hat. der seine absolute Heremonte aus der Zeit von 1945-50 verloren hat Aber diese Konkurrenz hat bisher noch nicht dies gewaltsamen Formen angenommen wie in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen). Parallel dazu wurde die wachsende ökonomische und militärische Stärke von einer tieferen sozialen Krise unterminiert, die zu Ende der 60er Jahre ausbrach.

Wiederum kann dieses scheinbare Paradox nur durch die Dialektik der objektiven und subjektiven Faktoren erklärt werden. Die Niederlage del Weltrevolution zwischen 1923 und 1943 und die in Westeuropa 1943-48, der Rückgang der Arbeiterkämpfe in den USA nach 1947 --eine Folge des Kalten Kriegs und des MacCarthysmus-- schufen nicht nur die subjektiven, sondem auch einige objektive Bedingungen für eine neuerliche Enttaltung der Produktivkrätte im Rahmen des kapitalistischen Systems. Die drastische Anhebung der Ausbeutungsrate der Arbeiterklasse fuhrte zu einer Steigerung der Durchschnittsprofitrate, eine beschleunigte Kapitalakkumulation im Rahmen einer technologischen Revolution ausloste; die technologische Revolution selbst wurde durch massive Rüstungsausgaben und "schleichende" Inflation vorangetrieben. Das ermöglichte es dem und sowohl der Aebeiterklasse in den imperialisti - Imperialismus, schen Ländem wie der Bourgeoisie in den Kolonialländern (die den Übergang vom kolonialen zum neo-kolonialen Regime sicher sollte) Konzessionen zu machen; auf diese Weise konnte er seine Herrschaft zwei Jahrzehnte hindurch relativ stabil halten.

Weder die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Kolonialrevolution, noch der außere Druck der bürokratisierten Arbeiterstaaten konnten diese Stabilität emsthaft erschüttern: nur von innen heraus kann sie ernsthaft in Frage gestellt werden, vom Proletariat der imperialistischen Länder selbst. In diesem Sinn hat der Lauf der Weltgeschichte die Richtigkeit der Grundorientierung der IV. Internationale seit Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre bewiesen. Die "Dritte-Welt- Konzeptionen " Fanons und Lin Piaos --wonach ein Sieg der Kolonialrevolution in breitem Maßstab wahrscheinliche und notwendige Vorbedingung für eine neue Erhebung des Proletariats in den imperialistischen Ländem sei--, oder die Chruschtschowsche Variante der Theorie des "Sozialismus in einem Land" in Form der Ideologie der beider Weltlager" --die betont, daß das Lebensniveal der imperialistischen Länder in den sozialistischen Ländem überflügelt werden muß, um so einen Anspom für einen neuen Aufschwung der Arbeiterklasse in den imperialistischen Ländem zu geben-haben sich allesamt als falsch herausgestellt. Aber damit die kapitalistische Ordnung in den imperialistischen Ländern selbst erschüttert wird, ist ein entscheidender Umschwung im Klassenbewußtsein des Proletariats und seiner Avantgarde notwendig. Im Laufe der 40er und 50er Jahre war dieses Bewußtsein tief von den langfristigen Auswirkungen der vorangegangenen Niederlagen geprä seins war nach 1945 qualitativ niedriger als nach Das Niveau des Klassenbewußtdem I. Weltkrieg. Stalinismus und Reformismus waren die wesentlichen Ausdrucksformen dieses niederen Klassenbewußtseins; der lan s an haltende Einfluß des Stalinismus auf das Proletariat in diesen Ländern ist gleichzeitig auch das Ergebnis dieses niedrigen Klassenbewußtseins.

Erst in den 60et Jahren tauchte in diesen Ländern eine neue Generation proletarischer Revolutionäre auf, die den Kern der neuen Avantgarde bildete. Das Auftauchen dieser Avantgarde ist zugleich Ergebgrundsätzlichen sozialen Prozesse inden imperialistischen Ländem (Wachstum der Produk. tivkrätte, damit Stärkung des Proletariats, sowohl zahlenmäßig, wie in Bezug auf sein kulturelles Niveau und seine Qualifikation; Verschärfung der Krise der kapitalistischen Produktionsverhältnisse: erhöhtes Bewußtsein des Proletariats über diese Crise, begleitet vom instinktiven oder halbbewußen Versuch, die Übemahme der Produktionsmitte in die Entwicklung der Klassenkampie zu integrieder subjektiven Anstrengungen im Gelolge der kubanischen und der vietnamesischen Revolution und der Verschärfung der intemationalen Krise des Stalinismus. Diese neue Avantgarde agierte im Rahmen gesteigerter Kampfbereitschaft und zunehmenden Klassenbewußtseins und konnte größere Erfolge im Aufbau neuer leninistischer Parteien erzielen, die den entscheidenden Kem der revolutionären Massenparteien von morgen darstellen; diese Parteien werden das westliche Proletariat zur Machteroberung fuhren.

YALTA IN FEBRUARY 1945 Die opportunistische Konzeption, wonach der Kapitalismus schrittweise gestürzt werden kann, erst auf einem Sechstel, dann auf einem Drittel. dann auf der Hälfte, dann auf drei Fünfteln der Erdoberfläche und so fort, gestürmt werden kann, ist nichts anderes als eine aufgefrischte Ausweitung der stalinistischen Konzeption des "Sozialismus in einem Land" auf die Theorie der "beiden Weltlager" Diese Konzeption ist analytisch grundfalsch und führt zu politischen Schlußfur das Überleben der Menschheit verheerende Fol- olgerun die für die Weltrevolution und selbst gen haben kann. Die wichtigsten Fehler hierbei sind folgende:

a) Das Kräfteverhältnis wird als eine rein quantitative und relative Größe aufgefaßt und dabei übersehen, daß die absolute Stärke des Imperialismus und das absolute Niveau der Produktivkräfte und der materiellen Elemente der Zivilisation für einen siegreichen Durchbruch des Sozialismus genauso wichtig sind, wie die quantitativen und relativen Faktoren. In Anbetracht des Ausmaßes der Zerstörungen und des Verlusts von Menschen leben, würde ein Atomkrieg, aus dem das "sozialistische Lager" siegreich hervorginge, den Auf-

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WEL TREVOLUTION bau einer klassenlosen Gesellschaft für Hunderte von Jahren unmöglich machen und damit eine Niederlage für den Weltsozialismus bedeuten. b) Die organische Einheit der Weltwirtschaft wird geleugnet und unterschätzt, und man sieht nicht, daß auf Grund der wachsenden Interdependenz der Weltwirtschaft selbst die wirtschaftlich entwickelten Arbeiterstaaten, oder diejeinigen, die auf diesem Weg sind, Gefahr laufen, daß ihre soziale Entwicklung zum Sozialismus blockiert wird. Dies war z. B der Fall für die Sowjetunion und die Länder Osteuropas in den letzten 25 Jahren. c) Es wird nicht gesehen, daß in den mächtigsten imperialistischen Länder, allen voran die Vereinigten Staaten, eine Abrüstung nur von innen heraus, durch die revolutionäre Machteroberung desProletariats, durchgesetzt werden kann; nur auf diesem Weg kann die Katastrophe eines Atom: kriegs verhindert werden.

d). Die obe ngenannte Konzeption schürt bewußt oder unbewußt pazifistische Illusionen: als ob die militärische Macht des Imperalismus irgendwie "neutralisiert" werden und die imperialistischen Führungen unter "Druck" gesetzt werden könnten: als ob sie auf die wachsende Macht der Arbeiterstaaten ständig passiv und demoralisiert reagieren und sogar kapitulieren würden.

Nichts in der Geschichte rechtfertigt eine solche Annahme. Selbst wenn seine Macht nur noch "halb so groß " ist wie die des "sozialistischen Lagers" . wird der amerikanische Imperialismus den Kampf um die Erhaltung seiner Macht bis zum Untergang fortsetzen. Und das bedeutet Atomkrieg. soweit er materiell möglich ist (genauso wie z.B. Hitler die Atombombe eingesetzt hätte. hätte er sie gehabt. und dies selbst noch kurz vor der Kapitulation 1945), voraus- Resetevernainis ale ralb der use das soziale und der USA erlaubt es In diesem Sinn wird der endgültige Kampf um das Überleben der Menschheit daher in den USA stattfinden. Der amerikanische Imperialismus kann nicht von außen entwaffnet werden. Seine relative Schwächung führt nicht zu seiner Entwaffnung.

sondem eher zu gesteigerter Aggressivität. Diese Analyse beinhaltet keinerlei Tendenz zur "Kapitulatíon vor der nuklearen Erpressung des amerikanischen Imperialismus" *. Sie beinhaltet vielmehr, daß alle Anderungen auf Weltebene auch vom Standpunkt ihrer Auswirkungen auf den Klassenkampf in den betrachtet müssen.

Geschichte des Vietnamkriegs bestätigt das glänzend. Der amerikanische Imperalismus ist nicht milí arisch von der vietnamesischen Revolution seschlasen worden. In Wirklichkeit ist der amerika nische Imperialismus heute militärisch stärker als 1965. Zum Rückzug aus Vietnam war er ge wungen, weil die Andering im politischen Kräfte. verhaltnis innerhalb der USÅ ihn politisch lahmgelegt hat (der unerschütterliche Widerstan d der vietnamesischen Massen, die Demoralisierung der Expeditionskorps nach Indochina, die Anti-Kriegsbewegung in den USA spielten hier eine entschei- Aber diese politische Lähmung ist weder anhaltend noch endgültig. sie nimmt nicht einmal tendenziell zu. Eine Niederlage oder ein Nachlassen der Wachsamkeit der amerikanischen Massen könnte die Situation vollständig umkehren. Alles, was die Entwicklung in diese Richtung treibt (die konterrevolutionäre Politik Maos gegenüber Nixon ist ein Beispiel dafür), trägt objektiv zur Auslösung eines Atomkriegs bei. Nur solche Entwicklungen, etudiants. enseignants, trav France, May 1968 die dem amerikanischen Proletariat helfen, den Weg zu Massenaktionen zu finden und ein sozialistisches Klassenbewußtsein zu erlangen, können durch den Sturz des amerikanischen Imperialismus auch seine Entwaffnung herbeiführen. Doch die sozialistische Revolution in der Vereinigten Staaten ist weder gesichert, noch geht sie automatisch vor sich. "Sozialismus oder Faschismus in den USA" wird morgen die Konkretion der Altemative "Sozialismus oder Barbarei" auf Weltebene sein. Der neue Aufschwung des europäischen Proletariats, der seit 1968 im Gang ist, jetzt auf der Iberischen Halbinsel volle Entfaltung findet und mindestens auf Frankreich und Italien übergreifen wird, hat seine Wurzeln vor allem im Fortschritt des Bewußtseins und der Macht des Proletariats. Dieser Fortschritt ist einerseits Ergebnis des Wachstums der Produktivkräfte im Lauf der letzten 25 Jahre, der zunehmenden Widersprüche innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft (vor allem die Krise der kapitalistischen Produktionsverhältnisse). und des zunehmenden Verständnisses breiter Schichten der Arbeiteravantgarde, daß die "klassische "Sozialdemokratie und der Stalinismus endgültig Bankrott gemacht haben. All diese Faktoren zusammengenommen haben unter dem Impuls einer stärker werdenden revolutionären Avantgarde den Arbeiterkämpfen eine verschärite anti-bürokratische und anti-kapitalistische Stoßverliehen. Bedu mis enddie Fallielas obiektive Bedürfnis und die keit des Proletariats ist, die Selbstverwaltung der Wirtschaft und Gesellschaft demokratisch zu zentralisieren (d.h. zu planen) Aus diesem Grund wird die kommenden Welle der sozialistischen Revolution auf einem qualitativ höheren Niveau der Stärke und des proletarischen Klassenbewußtseins stattfinden als die Welle von 1917-1923, ganz zu schweigen von der. die auf den Zweiten Weltkrieg folgte. Mit Hilfe ihres kollektiven Gedächtnisses und ihrer Intelligenz ist diese Arbeiterklasse jetzt alle Lehren aus den historischen siegen und Niederlagen des Weltproletariats zu ziehen. In diesem Sinn wird die europäische sozialistische Revolution das bestätigen, was Trotzki fur das Ende des Zweiten Weltkriegs vorhersagte, allerdings mit 30 Jahren Verspätung.

Es wird die historische Funktion der europäischen Revolution -- und der historische Durchbruch der IV Intemationale im Lauf der Entwicklung der Revolution-- sein, entschei-

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dend die subjektive Situation der beiden wichtigsten Teile des Weltproletariats zu ander: der Arbeiterklasse in den Vereinigten Staaten und in der Sowjetunion und infolgedessen des gesamten Weltproletariats. Das gegenwärtige soziale und internationale Kräfteverhältnis ermöglicht die Machteroberung in Westeuropa nur, wenn diese das Erder Mehrheit der werktatigen Mashöheren Erfahrung mit der Selbstorganisation und der Massenaktivität, als die bürgerliche Demokratie sie zuläßt. So werden Staatsformen vorweggenommen, die in Bezug auf die demokratischen Rechte und die Entscheidungsmöglichkeiten der Massen viel fortgeschrittener sind als der bürgerlich-demokratische Staat: ein Arbeiterstaat, gestützt auf die Arbeiterräte, die Arbeitermacht, die Rätedemokratie. Angesichts des sozialen und internationalen Kräfreverhältnisses in Europa würde so ein Staat in der individuellen und kollektiven Emanzipation der Arbeiter einen solchen Schritt nach vorn bedeuten, daß er enorme Auswirkungen auf das Weltproletariat hätte. Die Anziehungskraft, die eine solche Emanzipation auf die Arbeiterklasse der USA und der Sowjetunion ausübte, würde entscheidend dazu beitragen, ihre wesentlich unpolitische Haltung zu überwinden. Die amerikanische Arbeiterklasse würde sich von ihrem Antikommunismus freima- Klassenbewußtsein gewinnen und aktiv mit den Arbeiterräten. dem Sozialismus und der Demokratie sympathisieren. Die sowjetische Arbeiterklasse fände einen Ausweg aus dem Dilemma "bürokratische Diktatur oder Kapitalismus" sozialistische Revolution würde dann in den USA und die politische Revolution in der UdSSR zu einer konkreten Perspektive.

Die grundsätzliche subjektive Schwierigkeitfür eine siegreiche Durchführung der sozialistischen Revolution in Westeuropa, einen et seraketen ein se der klarreformistischen Illusionen der breiten Schichten der werktätigen Massen, anders gesagt: in de veit verbreiteten Identifikation der demokratischen Freiheiten der Massen mit den Institutionen des bürgerlich-demokratischen Staates. Solange diese Identifikation nicht zerbrochen ist, wird die Mehrheit der Arbeiter positiv auf die Versuche der Bourgeoisie reagieren. die qualitative Schwăchung des repressiven Staatsapparats mal jeder beginnenden revolutionären Krise-- durch eine Kampagne für die Wiederherstellung der "Unversehmeit der Institutionen des bürgerlichen Staates" unter der Maske des "Volkswillens" und der "Achtung vor dem Stimmzettel" zu überwinden. Und eines der wichtigsten Mittel, diese Identifikation zu durchbrechen ist daß die Arbeiter großem Maßstab die rung mit den überlegenen Formen der demokratischen Freiheitenmachen.

Aus diesem Grund ist die allgemeine Ausdehnung und Zentralisierung der räteartigen Organe der Selbstorganisation der breiten werktätigen Massen ( Arbeiterräte, Soldatenkomitees, Bauembünde oder die schlüsselmass der revorsion aren Stadtteilkomitees. Strategie vom Beginn der revolutionären Krise in Europa an Nur unter den Bedingungen einer Situation de allgemeinen Doppelherrschaft kann die Mehrheit der Massen durch ihre eigenen Erfahrungen daß ihr die direkte Demokratie der Arbeiterräte eine größere Freiheit bietet, als die indirekte bürgerliche Demokratie und daß die Zerstörung des bürgerlichen Staatsapparats eine Vorbedingung für die freie und ungehinderte Entfaltung der Initiativenund der Aktivität der Massen ist und keinesfalls den Beginn einer schrittweisen Zurücknahme der demokratischen Rechte und Freiheiten der Arbeiterklasse bedeutet. Dies ist gleichfalls eine Vorbedingung dafür, die Mehrheit der Arbeiterklasse, die noch unter dem Einfluß des Reformismus steht, zu gewinnen, denn ohne diese ist bei dem gegenwärtigen nationalen und internationalen KräfteverhaItnis eine Machteroberung in den imperialistischen Ländem nicht möglich. In diesem Sinn ist es falsch, die Demokratie der Arbeiterrate allein als Ausweitung oder "Vollen dung " der büræerlichen Demokratie darzustellen Die grundsätzliche Verteidigung des Privateigen tums und der kapitalistischen Ausbeutung ist organischer Bestandteil der bürgerlichen Demokratie und beinhaltet grundsätzlich die Einschränkung der Rolle der werktätigen Massen auf die eines passiven Beobachters und Wählers: so sollen sie im policien Prozes zu sein. Was die Deriokratie der Arbeiterräte wirklich ausweitet und "vollen det" das sind die "Keime der proletarischen Demokratie innerhalb der bürerlichen Demokratie' in denen die Arbeiterklasse ihre Aktivität und ihre Organisationen denen der bürgerlichen Demokratie gegenüberstellt. Diese Keime können nur dann allgemeine und universelle Wirklichkeit erlangen, wenn die Staatsorgane der bürgerlichen Demokratie zerstört werden. Indem die proletarische Demokratie zudem die ökonomische Freiheit und Entscheidungsgewalt der Arbeiter umfaßt, unterscheidet sie sich von der bürgerlichen Demokratie durch einen anderen In halt. durch eine andere Qualität und durch grundsätzlich andere Formen.

Die allgemeine Ausdehnung und Zentralisierung der Machtorgane der Massen ist auch unerläßlich für eine tiefere und breitere Mobilisierung und Einigung der breitesten Massen, da weder die Gewerkschaften. noch die Massenparteien gegenwärtig mit ihren bürokratischen Strukturen und Fahrungen von sich aus die organisierten und unorganisierten Arbeiter, die Techniker, Intellektuellen, Studenten, Schüler, Lehrlinge, Hausfrauen, armen Bauern. Soldaten, usw. wirklich zusammen fassen können. Immer noch bestätigen die Erfahdie während des Mai 68 gesammelt wurden. daß alle diese Schichten --oder zumindest die große Mehrheit von ihnen-- im Prozeß der sozialistischen Revolution zusammengefaßt werden müssen und können.

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Unter diesen Umständen, daß die Arbeiterklasse in den imperialistischen Ländern sowohl auf ideologischer wie auf organisatorischer Ebene historisch gespalten ist, ist e in e wirliche allgemeine Ausdehnung und ohne den absoluten anders gesagt: ohne die Achtung der Existenz verschiedener Parteien, Gruppen, Fraktiousw. innerhalb ihrer Organe: ihres Rechts auf Freiheit der Meinungsäußerung. der Schrift, des Drucks, der Diskussion innerhalb und außerhalb dieser Organe. Jeder Versuch, diese demokratischen Grundfreiheiten der Massen in Frage zu stellen, einzuschränken oder aufzuheben z.B unter Berufung darauf, daß diese oder jene Partei "bürgerlich" sei-- kann die Legitimität der Rätedemokratie, die in den Augen der Massen das Gegenstück zur bürgerlichen Demokratie darstellt, nur in Frage stellen und schwächen und somit der Bourgeoisie und ihren reformistischen Agenten helfen, wieder stabile bürgerliche Institutionen zu errichten. Zudem wird jeder solche Versuch die Arbeiterklasse unweigerlich tief palten und den Aufschwung der Massenbeweguns ur den Sturz des Kapitalismus brechen Die beiden Aspekte der "Krise des subjektiven Faktors" --Schwäche des proletarischen Klassenbewußtseins und Unzulänglichkeit der revolutionären Führung (Schwäche der revolutionären Partei) -- sind eng miteinander verquickt und erforden daher eine kombinierte Lösung. Die Massen, die noch unter reformistischem oder halbreformistischem Einfluß stehen, können in ihrer Mehrheit nicht von einer revolutionären Partei zur Machteroberung geführt werden. Aber auch eine Partei, die unfähig ist, das reformistische Bewußtsein und die Praxis der Mehrheit des Prolerevolutionäre Parten darstellen. eur durch die le- kann keine angemessene bendige Erfahrung einer allgemeinen Situation der Doppelherrschaft kann die Mehrheit des Proletariats in den imperialistischen Ländem end- Binar Parte le Meiert der Abeleien - daß die revoerst unter den Bedingungen allgemeiner Doppelherrschaft für ihr politisches Projektgewinnen kann.

14) tan vor sich gehen. Natürlich wird diese Entwicklung nicht spon - Sie hängt davon ab, die revolutionăre Partei eine richtige Strategie und Taktik anwendet, Und die wirkliche Machteroberung (Zerstörung des staatsapparats. Übemahne der Macht durch den Kongreß der Arbeiterrăte) kann nicht das Resultat einer automatischen Addition spontaner und halbspontaner Massenaktionen sein. Dazu sind ein zentralisierter Plan, die Entschlossenheit und Fähigkeit, im entscheidenden Moment zu handeln, unerläßlich. Und all dies macht die Führungsrolle der revolutionären Partei erforderlich.

Aber diese Führungsrolle kann nur dann mit Erfolg ind unter Vermeidung jeglichen Abenteurertums ausgeübt werden, wenn die Parteidie Mehrheit des Proletariats für sich gewinnt. In den imperialistischen Ländem impliziert dies heute, daß es eine allgemeine Struktur von Arbeiterräten gibt, in der die revolutionäre Partei die politische Hegemonie gewinnt (eventuell im Bündnis mit einigen linkszentristischen Kräften, aber auf der Grundlage revolutionär-marxistischer Pläne und Projekte) So stellen die Errichtung einer allgemeinen Struktur der Doppelherrschaft, die Eroberung der Mehrheit des Proletariats, die Verschmelzung der breiten Arbeiteravantgarde mit dem revolutionărmarxistischen Programm und den Aktivisten, die es verkörper, und der Aufbau der revolutionären Massenpartei durch den Kampf um die politische Hegemonie in der ganzen Arbeiterklasse verschiedene, eng miteinander verknüpfte Prozesse in der proletarischen Revolution heute dar. Diktatur des Proletariats meint genau, was die Worte sagen: die Diktatur einer Klasse, die heute in den imperialistischen Ländern zwischen 75 und 90% der arbeitenden Bevölkerung darstellt, und nicht die Diktatur einer Partei oder Parteilührung. Sie bedeutet die Zerstörung des bürgerlichen Staatsapparats und die Schaffuns eines Staats neuen Tvps, in dem das Proletariat die ökonomische und staatliche Macht direkt ausüben und diesen Staat gegen die Versuche der früher herrschenden Klasse und ihrer Politiker, ihn zu stürzen, schützen kann. Das bedeutet werden ein Einparteiensystem , noch Einparteienherrschaft, noch die Einschränkung demokratischer Rechte und Freiheiten, noch den institutionalisierten Terror. Die Diktatur des Proletariats, die aus einer revolutionären Periode in den imperialistischen Ländem und der Machteroberung hervorgeht und in der die Arbeiterräte die entscheidende Rdle spielen (d.h. die Organe der Selbstorganisation der Massen) kann nichts anderes bedeuten als die Herrschaft der Sowjets (Arbeiterräte) Die revolutionäre Partei verfolgt das Ziel, die Sowjets mit dem Mittel der Überzeugung zu leiten. indem sie dort die politische Hegemonie. die Mehrheit für sich gewinnt. und nicht, indem sie administrative oder repressive Maßnahmen anwendet. Sie anerkennt das Prinzip der Mehrheitsentscheidung in den Sowjets, ohne das ein Multiparteiensystem und die sowjetische Demokratie unmöglich sind.

Zwei wesentliche Gründe gibt es, sich für das Konzept der Diktatur des Proletariats zu entschei den: erstens mündet iede Altemative (iede Variante des Einparteiensystems, auch des Bigten" wie zwischen 1921 und 1923 in der Sowietunion) in zunehmende Passivität der Massen und in zunehmende Einschränkung der Arbeiterdemokratie (bis in die revolutionăre Partei selbst hinein) und zieht einen verstärkten Rückgriff auf Kommandomethoden und administrative Maßnahmen nach sich, anders gesagt, die Bürokratie und ihre Herrschaft. (Das bedeutet nicht, daß das Einparteiensystem in der Periode von 1921 bis 1923 in der Sowjetunion der Hauptgrund für die Passivität der Arbeiter gewesen sei. Diese Passivität war vor allem Ergebnis der enormen Opter und Anstrengungen, die das Proletariat während des Bümerkriegs auf sich genommen hatte. Aber diese Passivität wurde dadurch beibehalten und noch gesteigert, daß die sowjetische Demokratie später vom sozialistischen Weg.

unvergleichlich hoch im Verhältnis licherweise für "zu viel Demokratie" zu entrichtendenPreis. Ein wirksamer Kampf gegen die bar-

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gerliche Demokratie braucht ein Klima der poliischen Diskussion, den ideologischen Pluralismus und die freieste Kultur. Sonst wird die Verwandlung des Marxismus in eine "Staatsreligion" die Schöpferkraft des Marxismus und die Hinwen dung der Jugend zum Sozialismus ersticken. Das Beispiel Sowjetunion hat deutlich gezeigt, daß eine solche Entwicklung paradoxerweise noch mächtigere reaktionäre Ideölogien fördert, als sie sich unter den Bedingungen freier ideologischer Auseinandersetzung hätten entfalten können.

Auf alle Falle wird die sozialistische Revolution am kastenlistischen Druck an mit dem breiten : einen mächtigen antibürokratischen Elan verbinden, ein Ergebnis aller vergangenen und gegenwärtigen Erfahrungen der Ar- ›eiterklasse. Die Massen werden sich anhaltenc und heftig gegen jeden Versuch zur Wehr setzen ein Einparteiensystem durchzusetzen. Dieser Widerstand kann nur durch einen Terror zerschlagen der sich zugleich gegen das Proletariat der Arbeiterklasse, die daraus folgen würden, hätten für den bewußten Aufbau einer klassenlosen Gesel|schaft verheerende Folgen . Es gibt in der Tat jedoch keinen Grund zur Annahme, daß ein solcher Versuch wirklich unternommen würde. Das Kräfteverhältnis zwischen den demokratischen und den bürokratischen Tendenzen wird sich im siegreichen Proletariat und in der nachkapitalistischen Gesellschaft der heute fortgeschrittenen kapitalistischen Länder überhaupt zugunsten der prole tarischen Demokratie entwickeln.

Zweitens: Reichtum und Komplexität der Wirtschaft und Gesellschaft der imperialistischen Lănder erfordern objektiv. daß die Massen die Macht selbst ausüben und die Verwaltung aus eigener Hand leiten. Es gibt kein vorgefertigtes Rezept für die Lösung der zahlreichen Probleme. die der Aufbau des Sozialismus in diesen Ländem aufgibt Nur die Aktionsfreiheit der Arbeiterklasse als Klasse. die Freiheit der Diskussion, der Opposition, des Experiments, die Freiheit, Fehler zu machen und sie rasch zu korrigieren, anders gesagt: nur ein freier und ungehinderter Prozeß der Selbsterziehung des Proletariats an der Macht kann schrittweise diese komplexen Probleme im Laufe des erfolgreicherAufbaus einer klassenlosen Gesellschaft in einer klassenlosen Welt lösen. Wenn das schon zunehmend in Ländem wie der Sowjetunion oder der Tschechoslowakei spürbar wird, dann hundertmal mehr in Westeuropa, Nordamerika und Japan. Jeder Versuch, die Selbstverwaltung der Arbeiter in Wirtschaft und Gesellsehen ersetze die zentre Cere de beiden ber teizu ersetzen, der bürokratischen Zentralisierung oder der muß unweigerlich die beiden "sozialistischen Marktwirtschaft" nach sich ziehen; beide führen zu maximaler Verschwendung, mangelhafter Leistung. Unordnung, und zur Fortdauer bürgerlicher Gewohnheiten und Verhaltensweisen. Nur die geplante Selbstverwaltung, d.h. die Macht del Sowjets, kann ein optimales Wachstum gar antieren; nur so kann das leninistische Konzept von der Diktatur des Proletariats als ein "Staat, der von Anbeginn an abstirbt" Wirklichkeit werden. Die internationale Ausdehnung der europäi- ) schen sozialistischen Revolution wird wahrscheinlich von der Dynamik des intematlonalen Klassenkampfs und den Auswirkungen der Versuche des internationalen Kapitals bestimmt sein, den oder die ersten Arbeiterstaaten in Westeuropa zu zerschlagen Beimgegenwärtigen Krätte verhältnis wird dieser Versuch wahrscheinlich eher die Form einer wirtschaftlichen Blockade. als die einer direkten militärischen Intervention annehmen. Daraus folgt, daß die Losung der Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa gegenüber solchen Versuchen eine unmittelbare Ubergangsfunktion bekomınt: sie soll das Proletariat der kapitalistischen Länder in Europa mobilisieren, damit die konterrevolutionären Manöver verhindert werden und dies Proletariat sich dem revolutionären Prozeß anschließt. Alles, was der unmittelbaren Ausweitung der Revolution politische und ideologische Hindernisse in den Weg legt (z. B. der Vorschlag, sich direkt mit der Sowietunion zu verbünden). gegenteilige Wirkung und muß verhindert werden. Während sich die Arbeitermacht in einem oder mehreren europäischen Ländern interational festigt. wird sicher die Frage aufgeworten werden. wie die politische Revolution in der Sowjetunion vorangerieben ver politieRetion dort zu unter- die darauf abzielen.

stützen, könnten lauten: "Für eine gemeinsame Wirtschaftsplanung mit den osteuropäischen Landem"! Aber solche Losungen können erst dann zentrale Bedeutung erlangen, wenn die politische Revolution eine unmittelbare Perspektive sein wird. In allen anderen Fällen muß eine solche Propaganda den unmittelbaren praktischen und brennenden Aufgaben des Schutzes und der Festigung des oder der ersten Arbeiterstaaten in Westeuropa untergeordnet werden; dazu müssen die Massen in den andem europäischen Staaten mobilisiert und ihnen geholfen werden, die Macht zu erobern. Jugoslawien stellt jedoch einen Sonderfall dar. Wegen der besonderen Beziehungen, die das jugoslawische Proletariat mit demverschiedener westeuropäischer Länder unterhält; wegen der Sympathie, die das Proletariat und die organisierte Ar beiterbewegung in Westeuropa dem jugoslawischer System der "Selbstverwaltung" entgegenbringt das zwar hybride, unvollkommen, aber dennoch unendlich viel fortschrittlicher ist: weil die fortreschrittensten Errungenschaften der jugoslawischer Arbeiterklasse in naher Zukunft wahrscheinlich von den "nationalen" und intemationalen Kräften der Bürokratie (und den pro-kapitalistischen Kräften) bedroht sein werden, müßte der jugoslawischen Arbeiterklasse sofort das Angebot gemacht werden, eine Föderation zu bilden und die wirtschaftlichen Ressourcen zusammenzuwerfen. Macht eine siegreiche Revolution in Sudeuropa dieses Angebot lann kann dies einen mächtigen Ansporn für die siegreiche Selbstverteidigung des jugoslawischen Proletariats gegen solche Bedrohungen und fur die politische Revolution in Jugoslawien und sonst in Osteuropa.

Im Laufe der 15 Jahre, die seit dem Sie der kubanischen Revolution vergangen sind hat die Kolonialrevolution mehrere Niederlagen eingesteckt, einige davon waren zerschmettemd (Brasilien, Indonesien, Irak, Chile). einige

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sehr schwer (Al gerien, Bolivien, Sri Lanka, Agypten. Sudan): zudem hat die revolutionăre Bewegung in Indien. dem bedeutendsten halb-kolonialen Land, einen katastrophalen Rückschlag erlebt. Au der Plus-Seite dieser traurigen Bilanz findet sic! nur der lange Kampfe und endliche Sieg der indochinesischen Revolution, mit seinen positiven Auswirkungen in ganz Südostasien. Aber diese Auswirkungen werden nur allmählich und auf lange Sicht in eine voll entfaltete revolutionäre Situation münden.

Die wesentlichen Giünde für diese lange Welle von Niederlagen sind weder in der großeren Flexibilität des Weltimperialismus, noch in seinen tückischen Antworten auf die revolutionă deckte Militarintervention, Tertot, Mord. Gegen- deckte Militärintervention, Terror, aufstand, Blockade. Wirtschaftssabotage, etc.) zu suchen. All diese Faktoren werden heute einesetzt. aber sie wurden --jahrelang und in gro- Bem Maßstab- - schon gegen di e Länder ange vandt, in denen die Revolution siegreich war: China, Kuba Vietnam

Der Hauptgrund für diese lange Kette von Niederlagen der Kolonialre volution ist in der Orientierung der Führungen auf das Konzept der Etappenrevolution zu suchen, sei es aus sozialen Gründen (dort. WO die Führung im wesentlichen bürgerlich oder kleinbürgerlich ist), oder aus ideologischen Gründen (dort. wo die stalinistische. moskau - oder pekingfreundliche Orientierung vorherrscht). Diese Niederlagen haben den negativen Beweis erbracht (der positiv durch den Sieg der chinesischen, kubanischen und vietnamesischen Revolution bestätigt wur de). daß die Grundkonzeptionen der Theorie der permanenten Revolution grundsätzlich korrekt sind, d.h. daß die Bourgeoisie in diesen Ländern unter dem Druck einer revolutionären Erhebung der Arbeiterund Bauemmassen in den kolonialen und halbkolonialen Ländern gezwungen ist, massenhaft mit ihrem Staatsapparat und ihrer Armee ins Lager der Konterrevolution überzugehen. Jede Ketting des Proletariats an die "nationale" Bourfichen Staatsapparat und die Armee entwaffnet an ihre politische Fihrung, an den bürgerunweigerlich das Proletariat gegenüber dem Ansturm der Konterrevolution.

Die große Verspätung des Siegsder sozialistischen Revolution in den halbkolonialen Lindem und die vorübergehende Festigung des bürgerlichen Staats in vielen dieser Länder hat hier aber keine vollständige Stagnation oder einen totalen Rückgang bewirkt. Das Gesetz der ungleichen und kombinierten Entwicklung hat sich in neuer Form durchgesetzt: obwohl bedeutende Teile der werktätigen Massen in den halbkolonialen Länder einen absoluten ihres Lebensniveaus und der demokratischen Rechte hinnehmen mußten (was im scharfen Widerspruch zur Steigung des Lebensstandardder Arbeiter und zum Aufschwung der organisierten Arbeiterbewegung in Westeuropa und in Japan im Laufe der 25 Jahre. die der Rezession von 1974-75 vorausgehen, steht). war dieser Rückgang von einem bedeutenden Aufschwung der Mobilisierung, der Entwicklung der Städte und der zahlenmäßigen Zunahme der Lohnabhängigen (Proletariat und Halbproletariat) befran, Kolumbien, Nigeria, gypten, Algerien, besonders in Ländemwie Brasilien, Mexiko, Per. Hong-Kong und aber auch in Ländem, wo schon eine numerisch starke Arbeiterklasse existierte, wie Argentinien, Indien. Südafrika. in Schusse landem wie indien, inden sien. Brashien, Agypten und Iran Jie Bauem numerisch die stärkste dasse sinc . und obwohl es weiterhin absolut lebenswichtig ist, daß das Proletariat und

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WELTREVOLUTION seine revolutionäre Partei durch einen korrekten Campf um demokratische Forderungen (Agrarrevolution, nationale Unabhängigkeit gegen den Imperialismus, Konstituierende Versammlung. usw.) die politische Führung der Bauernbewegung erringt, wird dennoch langfristig das zahlenmäßige und soziale Wachstum des Proletariats in den kolonialen und halbkolonialen Ländern wesentlich günstigere Bedingungen schaffen, sowohl für den politischen Sieg über alle bürgerlichen, kleinbürgerlichen und stalinistischen Führung, die den Aufschwung der Arbeiterbewegung vor den Karren der "nationalen" Bourgeoisie spannen, als auch für den Aufbau der evolutionären Parteien (den Sektionen der IV. Intemationale in diesen Ländern).

Der Kampf gegen die "volkstümlichen", interklassistischen Ideologien und Pro- Proletariats in den kolonialen und halbkolonialen Ländern ist der zentrale Kampf, den es in den nächsten Jahren in diesen Ländern auszufechten gilt. In diesen Kämpfen wird die IV. Intemationale aufgebaut werden.

Dieser Kampf kann in keiner Weise den Bedürfnissen des antiimperialistischen Kampfes gegenübergestellt werden. Vielmehr muß er begriffen werden als Ausdruck der Lehren der verrange ehrung der na- die gezeigt haben, daß unter der Führung der tionalen" Bourgeoisie oder im politischen Bündnis mit ihr, ihren Parteien oder ihrem Staat kein beständiger und siegreicher antiimperialistischer Kampt möglich ist.

Die Bilanz, die wir heute aus dem Aufschwung der mächtigen castristischen Strömung inner halb der revolutionären Bewegung Lateinamerikas ziehen können, ist. daß sie den historischen Ausdruck eines anfänglichen und nur partiellen Bruchs mit dem Populismus darstellt. Zu Beginn der 60er Jahre brach die steigende castristische Strömung allerdings mit der stalinistisch-volkstümlichen Theorie der Revolution in "Etappen" und propagierte folgerichtig eine Verknüpfung der demokratischen mit den sozialistischen Aufgaben in der lateinamerikanischen Revolution. Dies wurde besonders in der Zweiten Erklärung von Havanna und in den Schriften Che Guevaras deutlich. Auf diese Weise versetzte die castristische Strömung den stalinistisch-populistischen Strömungen des historischen "Blocks" mit der "nationalen Bourgeoisie gegen die Oligarchie und den Imperialismus einen schweren, wenn auch nicht entscheidenden Schlag.

Aber in dem Maße, wie die castristische Strömung den Hauptschwerpunkt immer stärker auf den bewaffneten Kampf legte und der Form des Kampfes mehr Achtung schenkte, als den Fragen der Zusammen setzung und des Klasseninhalts der revolutionären Kräfte, ließ sie zu, daß das zum Fenster wieder hereinkam, was sie zur Tür hinausgeworten hatte: daß die hauptsächlich populistischen Organisationen (Volksarmeen, Volksparteien) von den Bedürfnissen und den Sorgen des Proletariats loslelöst sind und daher leicht periodisch in den Sog der Bündnisstrategie mit den sobie Armee "fort schrittlichen "Sektoren der Bourgeoisie, inbegriffen, geraten können.

Daß die castristischen Strömungen letztlich von den kommunistischen Parteien Lateinamerikas aufgesogen wurden, darf nicht übertrieben werden. Was sich ereignet hat. ist eher Ergebnis der Abhängigkeit des kubanischen Arbeiterstaats von der ökonomischen und militärischen Hilfe des Kremls . eine Folge der Isolierung dieses Staates nach der Niederlage der lateinamerikanischen Revolutionen.

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WELTREVOLUTION

Das ideologische und politische Ferment, das die kubanische Revolution in die Arbeiterbewegung und die revolutionäre Bewegung Lateinamerikas eingeführt hat, wird anhaltende Wirkung haben. Selbst in Kuba werden sich die Autonomie der castristischen Strömung und die besten guevaristischen Traditionen wieder behaupten können, wenn die lateinamerikanische Revolution einen neuen Aufschwung erfährt. Mehr als sonstwo ist in Lateinamerika der Kampf gegen volkstümliche Illusionen und ihre Abweichungen, für die Unabhängigkeit der Arbeiterklasse die Schlüsselfrage dieses kommenden Aufschwungs.

Ob dieser Aufschwung unmittelbar bevorsteht oder noch einige Jahre dazwischen liegen, hängt im wesentlichen vom Ausgang des militärischen Staatsstreichs in Argentinien, vom Grad der Neuorganisateichen kann, und ver Ase au cieser alternati- den die Arbeiterklasse in diesen Ländem ven Führung trotz des Staatsstreichs ab. Anders gesagt: es hängt davon ab, inwieweit die argen tinische Bourgeoisie in der Lage ist, den Staatsstreich dazu zu nutzen, der Arbeiterklasse eine so: vernichtende Niederlage beizubringen. wie sie vergleichsweise das brasilianische, chilenische und urıguayische Proletariat hat hinnehmen müssen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die proletarische Revolution in Westeuropa eher siegen wird, als die politische Revolution in China oder in der UdSSR. Schließt man unvorhersehbare Wendungen in der Weltsituation aus, dann ist das die Varíante, auf die wir uns stützen müssen. Der Grund dafür liegt nicht in der objektiven "Notwen digkeit" oder in der Funktion der Bürokratie in den bürokratisierten Arbeiterstaaten, und auch nicht darin, daß diese Bürokratie innerhalb der werktätigen Massen eine breite Basis haben soll. Im Ge- Serai ne ender den tretenden une Unterdrückung, Arbeiter, die Produktion zu verwalten, und willkürliche Erstickung der elementarsten demokratischen Rechte der Massen weiter denn je verbreitet sind.

Die größten Hindemisse für die politische Revolution sind im wesentlichen subjektiver und politischer. nicht objektiver und sozialer Natur. Es sind:

a) Die in den osteuropäischen Ländem und unter den unterdrückten Minderheiten in der UdSSR-verbreitete Überzeugung. daß jeder direkte und offene Widerstand gegen die Herrschaft des Kreml in diesen Ländern, die nicht mit einem ähnlichen Widerstand in Rußland selbst zusammen fällt oder diesen direkt nach sich zieht, ähnlich wie in Ungam 1956 oder in der Tschechoslowakei 1968 sehr schnell zerschlagen wird.

b) Das niedrige Bewußtsein und der Mangel an polítischen Perspektiven im sowjetischen Proletariat, da eine realistische und glaubwürdige Altemative zum Kapitalismus sowie zur Herrschaft der Bürokratie fehlt (die tiefe historische Enttäuschung des russischen Proletariats).

c) Die revolutionăr-marxistische Arbeiteropposition hat durch die Liquidierung der Kader und der Organisation infolge von Stalins Terror und der "milderen " Repression Chruschtschows und besonders Breschnews jede Kontinuität verloren. d) Das allmähliche, aber stete Ansteigen des Lebensniveaus der Arbeiter in der UdSSR im Verlauf der letzten 25 Jahre (das nur zu Beginn der 60er Jahre kurz unterbrochen wurde) ist die materielle Basis für das "Konsumbedürfnis" und für rein "reformistische" Forderungen an die Regierung: das spiegelt auch den Mangel an politischen Perspektiven. Es ist wahr, daß eine wiederholte Unterbrechung in der Steigerung des Lebensstandards (die sich z. B. aus einer neuen Krise der Versorkang oder der eu spasmingen seien der geben ergeben drückten nationalen Minderheiten zu neuen explosiven Massenkämpfen führen können; aber diese wären zu sehr zersplittert und isoliert, als daß sie "Tenin wach auf - sie sind alle verrückt geworden" Prager Studenten während der sowjetischen Invasion 1968

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der Bürokratie direkt die Macht streitig machen könnten.

Die Unfähigkeit der "neuen" Opposition, aber die Bedürmisse der Intelligenz hinauszugehen und einen politischen und organisatorischen Plan auszuarbeiten, durch den sie sich mit der Arbeiterklasse und der sich auflehnenden Jugend verbünden kann, hat unzweifelhaft zur Stärkung dieser Tendenzen beigetragen.

Wir haben schon hervorgehoben, welche Schlüsselrolle der Aufschwung und der Sieg der sozialistischen Revolution in Westeuropa für die Uberwin dung dieser Hindemisse spielt. Das ist ansatzweise von der beschränkten Erfahrung des Prager Frühlings und der Panik, die dieser bei den Bürokrater bestätigt worden: diese fürchteter daß das "tschechische Beispiel" eine univer- Bewegung für die Selbstverwaltung und die sozialistische Demokratie in Osteuropa und in der Sowjetunion auslösen würde. Ein weit fortgeschritteneres Beispiel in Westeuropa, wo eine militärische Intervention des Kreml ausgeschlossen ist, hätte viel tiefere Auswirkungen, selbst wenn sie nicht so schnell auftreten würden wie im Prager Frühling.

Wenn es auch sehr wahrscheinlich ist, daß die politische Revolution in der Sowjetunion und in Osteuropa nach dem Sieg der sozialistischen Revolution in verschiedenen Schlüsselländem Westeuropas eintreten wird, so mindert dies keinesfalls die Bedeutung dieser politischen Revolution für den Fortgang der Weltrevolu tion im ganzen. Der Beitrag der Arbeiter der burokratisierten Arbeiterstaaten zur Weltrevolution besteht nicht nur in einer erhöhten Bereitschaft, bürokratische Entartungen im Keim zu ersticken (diese Bereitschaft erwächst aus den schrecklichen Erfahrungen, die sie mit dem Stalinismus zemacht haben), sondem in einem unendlich höheren Niveau an technischer Oualifikation unc kultureller Bildung, als das russische Proletariat 1917 hatte. Sie bringen ihre positive Erfahrunge" mit einem Leben außerhalb der bürgerlichen sellschalt mit, ausgedehnte und wichtige Erfahrungen in Bereichen wie geringere Arbeitshetze, grö- Bere kulturelle Bedürinisse. entwickeltere Gruppensolidarität, trotz aller fürchterlichen Folgen der Diktatur der Bürokratie in allen Bereichen der Gesellschaft.

sind, wird das sowjetische, tschechslowakischen t Wenn die Ketten dieser Diktatur einmal jugoslawische, polnische, ungarische und ostdeutsche Proletariat wahrscheinlich ein sehr hohes soziales und politisches Bewußtseinsniveau erlangen. Auf der Grundlage seines reichen politischen Erfahrungsschatzes wird es einen wichtigen Beitras zum allgemeinen Kampf um eine sozialistische Wel leisten.

Die Eskalation des chinesisch-sowjetischen Konflikts bis auf Staatsebene hat eindrucksvoll unterstrichen, welch reaktionäre Rolle heute die bürokratisierten Arbeiterstaaten in der internationalen Politik spielen, indem sie die Interessen dieser Staaten mit denen einer privilegierten Bürokratie identifizieren, Man kann nachwei sen, daß der reaktionäre kleinbürgerliche Nationalismus, der dem Konflikt zwischen Moskau und Peking zugrunde liegt, seine Wurzeln in der Theorie des "Sozialismus in einem einziger Land" hat. Doch gehen die relative Autonomie. die dieser Konflikt auf Staatsebene erreicht hat, seine reaktionäre Auswirkung auf den intemationalen Klassenkampf und die Kolonialrevolution und die Art, in der der Imperialismus daraus Nitzen gezogen hat, weit über diesen ursprünglihen ideologischen Aspekt hinaus In der ersten Phase des Konflikts , vor allem im Lauf der 60er Jahre, hat der Kreml unzweifelhaft die reaktionärere Rolle gespielt. Er hat sich mit dem bürgerlichen Indien gegen den chinesischen Arbeiterstaat verbündet, in mehreren halbkolonialen Ländem gegen die dortigen Kommunistischen Pareien die reaktionären Regierungen unterstützt und der Volksrepublik China jede militärische und politische Hilfe verweigert, als diese in einer ernsthaften Krise steckte. Allgemeiner gesprochen hat er in die Reihen der kommunistischen Parteien, besonders der kommunistischen Parteien der Arbeiterstaaten, so reaktionäre Vorurteile eingeführt wie die westliche Zivilisation vor der gelben Gefahr zu schützen" , oder die chauvinistische Verachtung vor den "Bauem, die den Kommunismus mit einer Schale Reis aufbauen wollen" Es ist daher nicht zu verwundem, daß die maoistischen oder halbmaoistischen Strömungen in dieser Periode gegenüber solcher reaktionären und konterrevolutionären Ideologie breite Unterstützung unter den unterdrückten Schichten der halbkolonialen und selbst der imperialistischen Länder gewinnen konnten.

In der zweiten Phase des Konflikts, vor allem seit Ende der 60er Jahre und Beginn der 70er Jahre hat sich das Verhältnis radikal umgekehrt. Heute ist die Ideologie und Politik der maoistischen Bürokratie bei weitem reaktionärer als die des Kreml oder der "offiziellen" kommunistischen Parteien. fangen beim Konzept der "beiden Supermächte' ton und Moskau, die sich auf die Theorie der Restauration des Kapitalismus in der UdSSR und einigen osteuropäischen Staaten stützt), ist Mao schrittweise zur Theorie des "Sozialimperialismus" übergegangen, die er als Hauptgefahr darstellte. Das hat zur Anerkennung der NATO und der atom aren ewaffnung des europäischen Imperialismus geführt, zur Verteidigung des kapitalistischen "Vaterlands" in Westeuropa gegen die "militärische Bedrohung aus Moskau *. zu offen konterrevolutionären Interventionen gegenüber der angolanischen und der portugiesischen Revolution und zum Bündnis mit offen prokapitalistischen Kräften: Bündnisse nicht nur gegen die kommunistischen Parteien, sondern auch gegen unabhängige Massenbewegungen des Proletariats.

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Diese tragische Entwicklung verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig eine systematische intemationalistische Erziehung des Proletariats und der Kampf gegen die spalterische Wirkung des Chauvinismus und des Nationalismus innerhalb des Proletariats ind der Arbeiterbewegung sind. Die chinesische Politik hat zur Selbstliquidierung einer ganzer Schicht autop terungsbereiter Revolutionäre geführt. Im Lichte der politischen und ideologischen Konsequenzen des kleinbürgerlichen Nationalismus, der in derorganisierten Arbeiterbewegung wuchert, tritt die Bedeutung des Aufbaus einer internationalen Organisation. parallel zu oder gleichzeitig mit dem Aufbau nationaler revolutionăr-marxistischer Parteien . ein grundlegendes Merkmal des revolutionăren Marxismus, des Leninismus und des Trotzkismus, wie er heute von der IV. Internationale verkörpert wird, heute umso deutlicher hervor. Die jüngste Entartung des Maoismus ist nur eine neue Bestätigung der nationalistisclien Tendenz in der Arbeiterbewegung, aber keineswegs die einzige.

Andererseits kann es nicht darum gehen, aus der absolut reaktionären Rolle der maoistischen Diplomatie und der (orthodoxen) maoistischen Sekten in der Weltpolitik heute falsche Schlußfolgerungen über die innere Dynamik der chinesischen Gesellschaft zu ziehen. Die jüngsten stalinistischen Rußland Ereignisse haben gezeigt le Massen in China weder daß im Gegensatz zum noch passiv sind. Der Prozeß der politischen Differenzierungen und der Konfrontatio- nen spielt sich in der \ olksrepublik China in einem ganz anderen Kontext ab, als in Rußland im Zeitraum 1927-1953. Die Manöver der mavistischen Fraktion der Bürokratie haben ihre Grenzen immer in der autonomen Dynamik der Massenbewegung gefunden, zuerst in der der Jugend, und jetzt, wie es scheint. der des Proletariats. daher das Phänomen der Kulturrevolution, seine Folgen und den gegenwärtigen politischen Kampf in China auf einfache innerbürokratische Kämpfe reduzieren, würde man das Potential an revolutionärem Bewußtsein und an Kampfbereitschaft in bedeutenden Teilen der chinesischen Gesellschaft gewaltig unterschätzen.

In die Krise des Maoismus. die sich heute in der Volksrepublik China offenber und selbstdie Mer en heuse dese ke selbständiger ein, als dies bei der Krise des Stalinismus in der Sowietunion der Fall war. Vom marxistischen Standpunkt aus gesehen, ist dies der Ausgangspunkt jeder inalyse der politischen Entwicklung in China. Das ist der Grind warum die IV. Intemationale in bezug auf die Möglichkeiten der Wiederbelebung des Leninismus und des Trotzkismus in China optimistisch ist.

Vom programmatischen Standpunkt aus gesehen, ist die Parole der Vereinigten Sozialistischen Staaten Europas jetzt von der Notwendigkeit überholt, für die Vereinigten Sozialistischen Staaten der Welt zu kämpfen. Die Schlüsselfragen der Weltwirtschaft und der Weltpolitik.. die Unterentwicklung der Hunger, die Notvendickeit. die nukleare Vemichtung zu verhin dem, die Notwendigkeit, die Zerstörung der natürlichen Reichtumsquellen zu verhindem, usw. können nur durch eine Weltplanwirtschaft gelöst werden. Die zunehmende Zahl von Arbeiterstaaten und die Notwendigkeit, jeden nationalistischen Egoismus unter ihnen zu überwinden, fuhrt zur selben Schlußfolgerung. Jede Konzeption, die programmatisch einer gemeinsamen Planung mit "reichen" Arbeiterstaaten, der UdSSR und Osteuropa gegen die "armen" Staaten Asiens Priori tät einräumt, wäre katastrophal. Jede Weltstrate- Bleme und die Empfindlichkeit der unterentwickel- die die besonderen Proten Länder nicht berücksichtigt, wäre fatal. Als Weltpartei der Sozialistischen Revolution muß die IV. Intemationale die Notwendigkeit dieser Planung auf Weltebene bewußt machen und eine Welt führung aufbauen, die dieses Ziel im Auge hat. Alle kontinentalen oder regionalen Priorită ten müssen dieser strategischen Priorität untergeordnet werden.

Die Solidarität mit den Kämpfen in den Schlüsselsektoren der kolonialen und halbkolonialen Welt, an die sich der Imperialismus aus ottenkundigen Gründen bis zuletzt klammern wird (Südatrika Palästina, die Zentren der Erdölproduktion im Nahen Osten. zweifellos der Panamakanal und die angrenzenden Gebiete Zentralamerikas sowie der Nordteil Sudamerikas), wird eine zentrale Rolle spielen bei der Autgabe, im europäischen Proletariat, das heute um seine Befreiung kämpft, das Bewußtsein zu schärfen. das notwendig ist, um die Kernfragen der Befreiung der Menschheit anzugehen. Die Weltrevolution und der Sozialismus auf der Erde sind unzertrennlich verbunden mit einer bewußten und geplanten Nutzung der weltweiten menschlichen und materiellen Ressourcen, damit eine gewisse Anzahl objektver Prioritäten verwirklicht werden. die nur im Weltmaßstab angegangen werden können: a) Die Beseitigung von Elend und Krankheit für das Menschengeschlecht; b) Die Beseitigung der kulturellen und materiellen Kluft zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre, was einen massiven Transfer von Ressourcen zu den überausgebeuteten Völkern der südlichen Hemisphäre beinhaltet. c) Die Wahrung oder Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts und der seltenen Ressourcen für die kommenden Generationen. d) Die radikale technologische Revolution, die den menschlichen Bedürinissen der Produzenten und den unterschiedlichen Möglichkeiten der verschiedenen geographischen Milieus untergeordnet ist.

All diese revolutionären Umwälzungen können unter den Bedingungen der Rätedemokratie nicht verwirklicht werden, wenn sie nicht begleitet sind von der Aufhebung jeglicher Form der Herrschaft des Paternalismus oder des Autoritarismus seitens der "weißen Rasse" gegenüber den andem Rassen , sowie seitens der Männer gegenüber den Frauen. Die soziale Gleichheit aller Völker und Rassen kann nur Wirklichkeit werden, wenn sie auf der Gleichheit der Herrschaft und der materiellen Ressourcen beruht. Dies zu verwirklichen, ohne daß der Lebensstandard des Proletariats gesenkt und auf die Arbeiterklasse irgendeine Form des Zwangs ausgeübt wird, ist das kühnste und ehr geizigste Ziel des Kommunismus: die einzige Kraft, die heute wirklich für dieses Ziel kämpft, ist die IV. Intemationale.

ANMERKUNG :

1) Die Hauptresolution des 3. Weltkongresse: asste die Perspektive eines 3. Weltkriegs unmittelbar ins Auge. in dessen Gefolge sich neue revolutionäre Möglichkeiten auftun würden.

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Portugal

LCI ZIEHT DIE UNTERSTUETZUNG FUER DIE

KANDIDATUR VON ARLETE DA SILVA ZURUECK

Am 27. Mai dieses Jahres hat die Liga Comunista Internacionalista (sympathisierende Organisation der IV Internationale) ver Potete Viere esse in pringlich die bergensame kandidatin von die ein dai sie der Kandidatur von PRT (Partido Revolucionario de los Trabalhadores) zu den Präsidentschaftswahlen, ihre Unterstützung entziehen werde. Anschließend wurde die Kandidatur zurückgezogen. Im folgenden Kommunique erläutert die LCI die Gründe dafür. In der nächsten Inprekorr-Nummer werden wir über die Präsidentschaftswahlen in Portugal berichten.

Das Zentralkomitee der LCI hatte sich für eine Arbeiterkandidatur, eine Kandidatur der Einheit Joch auf Grund der Verantwortung die sie gegenund des Klassenkampfs entschieden. Das sollte Iber den Arbeitern trägt. hat die LCI Nachfor eine Antwort auf die Offensive der Bourgeoisie schungen über die Verhangenheit der Kandidatin sein, einen Militärpräsidenten ihrer Wahl durch- angestellt. Dies geschah mit Verspätung, aber sie zusetzen. Mit dieser Kandidatur sollte der Wille uhrten zum Schfuß, daß die Vergangenheit Arletes der Arbeiter kundgetan werden, mit der Bourgeoi- nicht die minimalen Bedingungen erfüllte, ihren Politiker und Generälen zu brechen daß sie beharrlich für die Einund den Kampf der Arbeitermassen für die Vertei- Rest ted die Unabhängigket ded As wir in der kanither forderungen ranzten ben die act wetzung und für das Programm eintritt, pagne zu den Präsidentschaftswahlen vertreten.