Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Djibouti

Eine stürmische Entwicklung

· Inprekorr Nr. 53, 11. März 1976 · S. 3-8 · 3.583 Wörter

Frankreich Afrika Großbritannien

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C.GABRIEL

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Ein Sprichwort der Issas sagt: "Bevor er dies Land durchquert, macht selbst der Schakal sein Testament."

Das Französische Territorium der Afaren und Issas (Territoire français des Afars et Issas - TFAI), letzte Streifen Afrikas, auf dem der französische Kolonialismus noch seine Souveränität ausübt, könnte 1976 noch als überraschender Anachronismus ers scheinen (1). Verzweifelnde Dürre auf 23,000 km 130.000 Einwohner, von denen 85.000 in der Stadt' Diibouti wohnen : das ist der erste, entscheidende Aspekt dieser französischen Kolonie. Diese Konzentration der Bevölkerung in der Hauptstadt stellt auch eine der Besonderheiten dar, die die sozialen und politischen Probleme des Landes bestimmen. Djibouti hat nicht nur einen Hafen, sondern auch einen intemationalen Flughafen und ist Endstation einer Eisenbahnlinie, die die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba mit dem Meer verbindet und somit die entscheidende Wirtschaftsachse Athio- ›iens darstellt. Abgesehen von dieser wirtschaftlichen Funktion sind Djibouti und das TFAl für der französischen Imperialismus ein Angelpunkt seiner strategischen Interessen in der Region, die sich auf den IndischenOzean, die arabische Halbinsel, die Erdöl-Route und das Rote Meer richten. Trotz seiner Anmaßung, den halben Erdball von Djibouti aus betrachten zu wollen, konnte der französische Kolonialismus nur auf Grund der schlimmsten Manöver überleben, deren wichtigste die Grenzstreitigkeiten und der ethnische Zerfall dieser Region Ostafrikas sind.

SOZIALE ENTWICKLUNG UND

ETHNISCHE SPALTUNG

Im XIX. Jahrhundert hoffte Frankreich, diesen Hafen zu einem Konkurrenten Adens machen zu können und ebenfalls vom Aufschwung des Suez-Kanals zu profitieren. Es blieb bei einem anmaßenden Versuch. Als die Franzosen kamen, gab es in diesem Gebiet zwei ethnische Gruppen: die Afaren oder Danakilen im Norden und Westen (die ca. 3/4 des Territoriums bewohnen) und die Issas (eine Gruppe, die mit somalischen Ethnien verwandt ist) im Süden. Die Afaren und Issas sind Beide Gruppen sind vor eine Art Familienclan darstellen.

Ethnien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer sozialen Organisation und den Beziehungen zwischen den Stämmen (2). Da sie fast ausschließlich Hirten sind,erfüllen sie nicht die Bedürfnisse des französischen Kolonialismus nach Arbeitskräften vor allem für den Eisenbahnbau (1897-1917) und für den Hafen. Es waren arabische Arbeiter aus Yemen und Aden und vor allem Somalis der Issa-Gruppe, die aus Britisch-Somalia stammen, die diese Arbeiten vollbrachten. Diese Situation kam der Spaltungspolitik des französischen Kolnialismus entgegen.

Jbrigens zählen zu den Afaren und den Issas nich nur diejenigen von ihnen, die im Gebiet des TFA leben. Die Afaren sind ungefähr 250, 000 Manr stark, von denen 4/5 in Athiopien leben. Das Afaren - Volk, unabhängig davon, ob es in Atmopien oder in im TFAI lebt, hat seine eigenen inneren Strukturen: es unterteilt sich in 19 "große Cheftümer" . Das TFAI seinerseits umfaßt noch die Sultanatevon Tadjoura und Gobard, ebenso wie einen Teil der Sultanate von Aoussa und Raheita. Die Gesellschaft der Afaren ist streng hierarchisch "Altersklassen" gegliedert, in denen gewisse Stämme und Würdenträger vorherrschen.

Die Issas gehören zu einer größeren Gruppe von Somalis. Die politische Einheit eines großen Teils dieser Gruppe wurde erst 1960 hergestellt mit der Bildung der Republik Somalia. Oberflächlich betrachtet kann man sagen, dal der Zusammenhalt der Somali-Gruppe schwächer ist als der der A faren.

Die Somali-Fraktion der Issas führt ihr Nomadenleben sowohl im TFAI wie in Äthiopien oder Somalia. Bei der Festlegung der Grenzen zwischenÄthiopien und den französischen und englischen Kolonien im XIX. Jahrhundert wurden die wirklichen Interessen dieser Völker in keiner Weiseberücksichtigt. Weder die Wanderungsgebiete der Nomaden noch die Grenzen der Sultanate wurden geachtet. Von daher der Groll der Völker und die fürchterliche Verknäuelung der politischen und ethnischen Fragen. Die Anwesenheit eines starken arabischen Bevölkerungsanteils in Djibouti rief bei denen Unzufriedenheit hervor, die am Rande des Nomadentums der Issa und der Afaren hofften, von den Einnahmen des Hafens leben

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zu können. Die Issas richteten Petitionen an den Gouverneur mit der Forderung, daß den Auslandern, besonders den Arabern die Arbeit entzogen werde. Vor dem Zweiten Weltkrieg kontrollierten diese schon einen großen Teil der immobilen Einrichtungen des Hafens . 1946 wurde der erste Vertreterrat "gewählt" . Von den Einheimischen waren 4 Afaren darunter, 3 Araber, 3 Somalis, davon nur 1 Issa, Im selben Jahr wurde ein Somali der Gadabour-Gruppe, der aus Britisch Somalia stammte, als Vertreter des Territoriums in den Rat der Republik gesandt. Das führte zu Zusammenstößen zwischen des Issas und den Somali und gab gleichzeitig der Illusion Nahrung, es gäbe eine Interessengemeinschaft zwischen den Afarer und den Issas gegenüber der "Ausländern" • So wurde 1946 ein "Klub der jungen Somali und Danakilen" gegründet, dessen Parole war: "das Land den Issas und Danakilen" Sein Führer war Mahmoud Harbi mit Hassan Gouled an seiner Seite -- jetzt ist er Führer der Opposition-- und Ali Aref Bourhan, der jetzt Ratspräsident und Favorit Frankreichs ist.

1950 erreichten die Issas anläßlich von Wahlen, daß Paris die Wahlkreise neu einteilte, wodurch die Vertretung der Araber und der Somali, die nicht Issa sind, endgültig gewählt und 1957 wurde Mahmoud Harbi erster Vizepräsident des Regierungsrats. Als De Gaulle jedoch 1958 sein berühmtes Referendum für die Communauté Francaise vorschlug, führte Harbi eine Kampagne für das "Nein" zum Referendum und kämpfte für die Unabhängigkeit. Sein Appell vereinigte nur 25% der Stimmen auf sich in einem Land, wo der Wahlschwindel eine ständige Einrichtung ist und ein guter Teil der Stammesoberen für ihre ganze Familie und den Clan wählen. Die Mehrheit der Afaren stimmte (auch aus dem letzten Grund) mit "Ja". Die französische Regierung hat die Territoriale Versammwo er sich anschickte, den USA Unterricht in der Ent kolonialisierung zu erteilen, erlebte De Gaulle in Djibouti einen mörderischen Aufstand, bei dem die demonstrierende Bevölkerung mit Maschinengewehren niedergemäht wurde.

Einen Monat später beschloß die französische Reeritoriums vorzuschlagen. Denselbe desselben - "Referendum " über die Zukunft des demselben Wahlschwindel und derselben Politik, die Afaren- "Cheftümer" zu kaufen, entsprach dasselbe Ergebnis: das Referendum war eine reine Rechenoperation, die manipulierte Gruppe beweist enes che Ce dege: zwischen 195s und 19hl der Afaren sicherte den Erfolg des "Ja" nahm die Somali-Wählerschaft um 55% zu, die der Afaren um 197%!

Nach dem Referendum festigte die einheimische politische Gruppe um Ali Aref ihre Macht etwas. Sie ging soweit, daß sie öffentlich die Vertreibung aller Somalis von den öffentlichen und privaten Arbeitsplätzen forderte. So wurden tatsächlich 1200 somalische Docker durch Afaren ersetzt. Somalis, die nach dem Referendum ihre Arbeit in der Verwaltung nicht mehr aufgenommen hatten, wurden entlassen. Und, Giptel der Ironie, das Territorium änderte seinen Namen: es heißt nun nicht mehr "Französische Küste Somalias" son dern "Territorium der Afaren und der Issas" i Der im Juli 1967 gewählte Rat umfaßte zwei Issa-Minister.

Doch der fürchterliche ethnische Antagonismus kann nicht ungebrochen aufrechterhalten werden, während die Seßhaftigkeit und Verstadterung In jibouti zunimmt, Somalia und Athiopien die und Repression das gemeinsame Los der Valker Macht ihres Staatsapparats zentralisieren, Elend sind. Die Opposition zwischen den beiden Gruppen muß im Licht der Tatsachen untersucht werden. den Einfluß der Issas herabsetzte. Die Verwaltung versuchte, in der Stadt Djibouti noch wenig Bedeutung hatten und 1959 war es ein Afar, Ahmed Dini, der zum Vizepräsidenten des Rats aufstieg, und 1960 wieder ein Afar, Ali Aref. 1963 stärkte wieder ein neues ( !) Wahlrecht nochmals die Vertretung der Afaren in der Territorialen Versammlung. Die Kolonialverwaltung herrscht souverän in Verbindung mit den Notablen und "Cheftümern " der Afaren !

Den Issas werden französische Personalausweise verweigert unter den schlimmsten Vorwänden administratíver Verfahren. Diese Situation, die durch das Nomadentum noch verschlimmert wird, führt zu absurdem Durcheinander, wo Bruder und Schwester nicht die gleiche Staatsangehörigkeit und somit nicht die gleichen Rechte haben. Jungen Issas, immer im TFAI gelebt haben, wird die französidie den wichtigsten städtischen Bevölkerung.

Die Unzufriedenheit wurde roßenteils dadurch irre• geleitet, daß die französische Verwaltung die französische Staatsbürgerschaft und die Wahlrechte großzügig der Masse der Afarén zugestand, selbs denen dieinÄthiopien gelebt hatten. So konnte zu eder Zeit ein Konflikt zwischen den beiden Ethnier aufbrechen, ein regelrechtes Ventil für die Massen. Hinzu kamen die Auswirkungen der Schließung des Suez-Kanals, der un vorstellbaren Korruption der einheimischen Führer, usw.

Als für August 1966 die Reise De Gaulles angekündigt wurde, bildete sich ein Geheimkomitee der Opposition aus den Issas und einigen oppositionellen Afaren. Auf der Durchreise nach Phnom Penh. Die Anwesenheit Frankreichs. hat durch die Schaflung einer Zentralverwaltung den Krieg zwischen den Clans zum Erliegen gebracht und jeden unter die gleiche Vormundschaft gestellt, und sich dabei auf die subjektiven Rivalitäten und Interessen der Notablen gestützt. Die Gunst der Franzosen beglückte nacheinander die Araber und die fremd- Stämmigen Somali zur Zeit desis 19nb, dban die dann die Issa nach dem Krieg bis 1958, Afaren seither. Die Zeit ist günstig, daß neue antikolonialistische Generationen von Afaren und in dieselbe Feuerprobe des Kampfes zu werfen. Issas auf die politische Bühne treten, bereit, sich EINE UNRUHIGE REGION

Die ethnische Frage, die zum Teil das politische Leben des TFAI bewegt, stellt ein Musterbeispiel dar für das unglaubliche nationale und ethnische Durcheinander in dieser Region Afrikas, besonders in Äthiopien und Somalia. Das Grenzproblem verbirgt natürlich auch und vor allem den Kampf um die Wirtschaftsquellen.

1952 erreichte Äthiopien dank der Intervention der UNO den Anschluß Eritreas an sein Territorium in Form einer Föderation. 1962 wurde diese Entscheidung ganz einfach in koloniale undrepressive Annexion verwandelt. Die Hafen von Massaoua und Assab sind kein unwichtiger Trumpf in den Händen des äthiopischen Handels. Doch aus verschiedenen Gründen lohnen sich hier keine bedeutenden Anlagen. Deswegen bleibt Djibouti, das seit 1917 an Addis Abeba gebunden ist, der wichtigste Zugang zum Meer fir die äthiopische Wirtschaft. Seitdem stellt die Zukunft des TFÁI fast einen innenpolitischen Faktor für Äthiopien dar. Die

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DJIBOUTI

Eisenbahn ist seit 1959 in der Hand einer äthiopischen Gesellschaft, deren Sitz nach Addis Abeba verlegt worden ist. Alles in allem kann Athiopien die französische Gegenwart als eine Garantie für seine Interessen betrachten.

Auf der Seite Somalias sieht es ähnlich aus. 1941 entwarf der britische Minister Lord Bevin die Idee eines "Groß-Somalia", das unter britischem Protektorat alle zerstreuten somalischen Gruppen in Kenia, Italienisch-Somalia, Athiopisch-Ogaden, dem britischen Somaliland und Djibouti zusammen fassen sollte. Diese Idee wurde dann von nationalistischen Kreisen in Somalia wieder aufgegriffen. Nach der Gründung der Republik Somalia 1960, die den italienischen und den englischen Teil vereinigte wurden diese Bestrebungen vom neuen Staat ausgenutzt, um ihre Glaubwürdigkeit bei den Völkern zu festigen. Die Spannung in der Region nahm rasch zu. 1963-64 bekämpften sich die somalische und die äthiopische Armee heftig.. 1967 nahm der Konflikt durch die Vermittlung Organisation für Afrikanische Einheit diskretere Formen an. Somalia, ein Land mit drei Millionen Einwohner, verfügte nur über eine kleine Armee und konnte der äthiopischen Armee, die von den USA und Israel unterstützt und ausgebildet wurde, nicht lange Widerstand leisten.

Die Lage entwickelte sich weiter. Das Regime von Mogadiscio (Somalia) vollzog cine diplomatische Wende zur UdSSR, von der es eine solche Militärhilte erhielt, daß es vor der Angola-Krise der wichtigste afrikanische Kunde für sowjetische Waffen war. ausgenommen Agypten. Als bekannt wurde, daß das TEAT eventuell seinen Status ändern würde, brach der Konflikt zwischen Somalia und Äthiopien wieder aus. Äthiopien, das hartnäckig sich weigert, Eritrea als nationalen Faktor anzuerkennen und sich an Ogaden klammert wegen seines Erdöls, steht heute der französischen Politik sehr Somalia seinerseits legt Entschlossenheit an den Tag und stützt sich auf die afrikanische Diplomatie, die in ihrer Mehrheit für die Unabhängigkeit des TFAl ist.

DIE STUNDE DER ENTKOLONISIERUNG

Die portugiesische Entkolonialisierung und der Abzug Spaníens aus der Sahara macht Frankreich zur letzten Kolonialmacht in Afrika. Seit der Ausrufung der Unabhängigkeit der portugiesischen Kolonien ist klar, daß Paris über den Status des TFAI nicht länger schweigen kann. Die Mehrzahl der afrikanischen Staaten, selbst die, die mit dem französischen Imperialismus stark verbunden sind, begann, den Plan für die Unabhängigkeit Djiboutis zu unterstützen. Zu dieser Zeit macht in der Opposition die Afrikanische Volksliga für die Unabhänrigkeit(Ligue Populaire Africaine pour 1• Independance - LPAI) von Hassan Gouled von sich reden. Ali Aref, ein unreeller kleiner Politiker, der sich als wahrhafter Feudalfürst versteht, gab zu verstehen, daß die LPAI nichts darstellte und ein Schlupfwinkel für gefährliche, vom Ausland bezahlte Agitatoren sei (womit er Somalia meinte). Vor allem auf die Wahrung ihrer Interessen bedacht, übte die französische Regierung zunächst Druck auf All Aref aus, daß dieser sich eine Möglichkeit des Dialogs mit der LPAI ottenhalte. Als regelrechtes Fähnchen im Wind ist er der glühendste Anhänger des Verbleibs des Territoriums in der Französischen Republikbis zu dem Tag, wo die französische Regierung selbst vom "Prozeß zur Unabhängigkeit" spricht. Am 22. Mai 1975 empfängt Olivier Stim, der französische Kolonialminister, die Vertreter der LPAI und erkennt damit ihre Repräsentativität an. Am 12. September berichtet All Aref, das Fähnchen im Wind, von seiner Unterredung mit Giscard d•Estaing und erklärt: "Wir streben in Zukunft an, uns friedlich in den Zusammenklang der Nationen einzureihen, die uns umgeben und mit denen wir brüderlich und loyal zusammenarbeiten wollen, Wir werden neue Kontakte nach außen knüpfen, besonders mit der Organisation für Afrikanische Einheit, und damit eine weitere Etappe unserer politischen Entwicklung vorbereiten " (AFP). Doch spricht diese Haltung der französischen Rerierung und Ali Arefs nicht für die Abwendung von Imperialistischen Ansprüchen. Die französischer Truppen und die Polizei versäumen keine Gelegenheit, denMitgliedemder LPAl nachzustellen und sıe zu verhatten, die Völker zu unterdrücken. Am 29. Dezember 1975 erklärt Ali Aref, daß der Gang Djiboutis zur Unabhängigkeit nicht mehr umkehrbar sei. "Die Mehrheit der Bevölkerung, 90%, will diese Unabhängigkeit, aber nicht zu jedem Preis... Wir wollen eine militärische und wirtschaftliche Garantie von seiten Frankreichs sowie eine Garantie der OAE daß unsere Grenzen geachtet werden". Und er forderte die Beibehaltung einer französischen Militärbasis und unterstrich, Frankreichs militärische Präsenz nicht nur die territoria le Integrität Djiboutis schützen, sondern auch das Gleichgewicht und den Frieden in dieser Region autrechterhalten sollte.

Äthiopien und Somalia erkennen seitdem das Territorium an und verzichten auf jede Annexion, aber Somalia protestiert heftig gegen den "neokolonialen Plan" der an seinen Grenzen eine imperialistische militärische Drohung aufrechterhalten will.

DIE OPPOSITION

Im Februar 1972 vereinigt sich die Afrikanische Volksunion, der in der Mehrheit Issas angehören und die von Hassan Gouled geführt wird mit der Liga für die Zukunft und die Ordnung. die die oppositionellen Afaren um Ahmed Dini Ahmed Verfügung des Verfassungsrats vom 28. November 1973. die die Politik des Wahlbetrugs sanktioniert, beschließt sie, auf jeden Wahlkampf zu verzichten. Im Februar 1975 schließt sich die Gruppe "Aktion für die Gerechtigkeit und den Fortschritt", eine Gruppe der Tendenz Giscard (!) der Liga an. Seitdem nennt sich diese Afrikanische Volksliga für die Unabhängigkeit.

Seit November 1974 führt Hassan Gouled eine Campagne für die Erreichung der Unabhängigkeit auf dem Verhandlungsweg. Die LP Al wird von der OAE und von der Arabischen Liga aner- Die LPAI wird in Frankreich von der reformisti schen Opposition, vor allem der Sozialistischen Partel unterstützt. mit der sie stark verbunden scheint. Die LPAI stellt einen besonderen politischen Faktor dar. Sie wird von einer Gruppe geführt, zu der alte,zweifelhafte Politiker Wie Hassan Gorieche intere nische Massen asis, die aur fast und stützt sich zugleich auf eine die Funktion einer Massenorganisation in den Vororten von Djibouti verleiht. Keine der beiden bewaffneten Gruppen außerhalb kann sich auf eine solche Verankerung berufen.

Die FLCS (Front de libération de la côte des Somalis - Befreiungsfront der Somalischen Küste), Urheberin der Entführung von 30 französischen Kindern in einem Schulbus. ist stark von der somalischen Regierung beeinflußt, Dieser Einflus scheint sich zü verstärken, wenn man dem Gerücht Glauben schenkt, daß der frühere Führer der Gruppe nun in Mogadiscio im Gefängnis sitzt und durch einen Nachfolger ersetzt wurde, der den Positionen Somalias nähersteht.

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Die Befreiungsbewegung Djiboutis, die von Athiobeschränkt sich heute auf die mit der pro-französischen Politik von Addis Abeba konform gehen. Eine Sache ist in unmittelbarer Zukunft sicher: die französische Reder PA nicht ausweichen indinen. Diese ist ren Dialog mit formistisch und wird daher einem liberalen Projekt sicher zustimmen.

Die geographische und soziale Gestalt der TFAI beschränkt im großen und ganzen auch die Möglichkeit eines Guerillakriegs. Die Auseinandersetzung spielt sich in Djibouti ab und nur eine fest in der städtischen Bevölkerung verankerte Organisation wird sich gegenüber der Kolonialmacht behaupten können.

DIE KRISE DES FRANZÖSISCHEN

IMPERIAL IS MUS

Trotz der Konzessionen und der gegenwärtigen Operationen bestimmt sich die Haltung der französi schen Regierung gegenüber Djibouti allgemeiner aus der imperialistischen Politik in der ganzen Region und besonders im Indischen Ozean. Die Repression ist so stark wie die strategischen Interessen, die hier im Spiel sind.

Djibouti ist eine Militärgamison, die seit den letzen Ereignissen ca. 7.000 Mann stark ist. In "normalen Zeiten sind hier ungefähr 6.000 Mann stationiert; hinzu kommt eine Schwadron Kampfflugzeuge vom Typ F 100. Personal für den Transport von Truppen und Hubschraubern, und schließlich eine Seestreitkraft. Dieser Apparat ist integriert in die französischen Streitkräfte im Indischen Ozean, wie auch die der Insel Reunion (2, 000 Mann) und der Insel Mayotte. Da die Lage in Madagascar zum Abzug der französischen Truppen aus diesem Land geführt hat, ist Djibouti zum entscheidenden Knotenpunkt fir das gesamte französische Militärsystem in dieser Region geworden. Aus diesen Grund und wegen der Unabhängigkeit der Komoreninseln hat sich die französische Regierung auf die Bourgeoisie der Insel Mayotte gestützt und dort eine spontane "Selbstbestimmung der Bevölkerung dafür, daß sie französisch bleibt, provoziert. All dies stellt einen Aspekt der imperialistischen Repression dar. Der andere ist noch schmutziger. Nach den Aufständen von 1966 ist um die Stadt ein elektrischer Stacheldrahtzaun gebaut worden, der durch Minenfelder verstärkt und von Wachttürmen aus beobachtet wird. Er isoliert die Hauptstadt vom Rest des Territoriums. Dieser Zaun soll Tausende von Issas, die 1966 aus der Stadt ausgewiesen wurden, an ihrer Rückkehr hindern. Um diese Sperre zu überwinden, muß man Weißer sein, oder. die französische Staatsangehörigkeit haben. Regelmäßig schießt die Truppe auf Individuen, die versuchen, den Zaun zu passieren. Legal werden diese Toten als "Verunglückte" ausgegeben. Im Juni 1968 wurde Omar Osman Mabeh. der Chef verurteilt (3).

sammengesetzt. Letztere waren nicht irgendwer: es waren der Direktor der Nationalen Industrie - Kreditbank, der Direktor der Shell, ein bedeutender Großhändler, der Direktor der maritimen Transportgesellschaft und der Direktor der Verwaltungsbehörden!

Ali Aref hat bisher manövrieren können. Er hat Athiopiens stillschweigende Unterstützung bekommen im Austausch gegen die Erstickun ellion des Sultans Ali Mirah, einem Afaren-Füh rer, gegen die äthiopische Staatsautorität. Er begnügt sich sonst damit, die LPAI als "Außenagenten" . der an Somalia gebunden ist, zurückzüdrängen. Aber die Krise des französischen Kolonialísmus beschränkt sich nicht auf das kleine Territorium Djibouti, und andererseits sieht sich die französische Bourgeoisie gezwungen, Kompromisse zu machen, der längerfristig auch Reunion und die um einen Prozeß einzuammen, Antillen bedrohen würde Während die ökonomische Krise für das TFAI dramatische Ausmaße annimmt, begnügt sich Ali Aref mit der Erklärung, daß die wirtschaftliche Lage ganz gesund sei, und fügt hinzu: "mein Chauffeur verdient mehr als ein somalischer General" (AFP, 20. Januar). Kann eine solche Marionette lange die wichtigste politische Karte der französischen Regierung sein? Athiopien hat schon wissen lassen, daß es ein Übereinkommen zwischen Ali Aref und der LPAI befürwortet.

In der Tat ist das neue äthiopische Regime mit einem zentrifugalen Prozeß auf seinem ganzen Territorium konfrontiert. Der bewaffnete Kampf in Eritrea hat der FLP (Volksbefreiungsfront) und der FLE (Befreiungsfront von Eritrea) erlaubt, Kontrolle über das Land zu gewinnen und in die Stadte einzudringen. Die Agrarreform" der Regierung hat entweder die Feudalherren zur Rebellion gegen die Zentralgewalt gereizt, oder die Bauemmassen aufgestachelt für den Kampf um weitergehende Reformen. Die Afaren All Mirahs rebelfieren ga Somalia erhebt Forderung auf Ogaden, usw. Athiopien eine Hauptachse der imperialistischen Strategie in Ostasien darstellt und die Affäre Djibouti ein Test darstellt für die Glaubwürdigkeit der lokalen Regimes, versteht man, daß der französische Kolonialismus dort eine wichtige Aufgabe für das Gleichgewicht des imperialistischen Systems insgesamt übemimmt.

des Fort und s nach iserndige und bedingungslosen Abzug der französischen Truppen muß eine der zentralen Losungen der französischen Arbeiterbewegung sein. Ein Soldatenkomitee einer Luftwaffenbasis veröffentlichte am 10. Februar ein Kommunique. in dem die Entsendung von Rekruten nach Djibouti denunziert wurde. zeigt zugleich die Krise der Armee und die Krise des imperialismus. Im Kommunique wurde vor allem erklärt: "Wir sind nicht dazu bestimmt, dem französischen Imperialismus zu dienen und ein Volk zu unterdrücken, das um seine Unabhängigkeit kämpft... Das Soldatenkomitee ruft issas für ike Unabhängigkeit zu unterstützen" den Kampf des Volkes der Afaren und der Ein Beispiel, das zu befolgen ist.

• 25. Februar 1976 Anmerkungen:

(1) Im außer-kontinentalen Afrika hält Frankreich noch seine Herrschaft über die Insel Réunion und die Insel Mayotte im Archipel der Komoren aufrecht.

(2) Von 130.000 Bewohnern des TFAl sind heute ungefähr 11.000 Europäer, 8.000 Araber, 60.000 Somali, davon 45.000 Angehörige der Issa-Gruppe. 15.000 Angehörige der Gruppen Gadabouri, Issac der der ir beiseine Staatengestate de gibt es unter den Arabern 3.000 "französische Staats bürger" , unter der Afaren 47,000, unter den Issa 24.000 und unter den andern Somali-Gruppen 6.000. 3) Er wird begnadigt und unter dem Druck eines Commandos des FLCS, das den französischen Botschafter Somalias als Geisel festgenommen hat, im März 1975 freigelassen werden.

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