Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Der Generalstreik vom 11. Juni im Baskenland

Inprekorr Nr. 38, 10. Juli 1975 · S. 31-17 · 639 Wörter

Baskenland Gewerkschaften und Streiks

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Der Kampftag des 11. Juni im Baskenland hat gezeigt, daß die blutige Franco-Diktatur die Entwicklung der Massenbewegung nicht aufhalten kann. Dieser Tag hatte zwei Ziele: Den Kampf gegen den Ausnahmezustand und den Kampf gegen die Todesurteile, die für die beiden revolutionären nationalistischen Militanten Garmendia und Otaegui vom Staat gefordert werden. In Vizcaya beteiligten sich 15 000 Arbeiter trotz der Repression an der Mobilisierung. Wichtige Streiks gab es in vielen Fabriken, wie bei Mecanica la Pena und Astra in Guernica, Precicontrol in Ermua und zahlreichen Unternehmen in Durango. Dort schlossen die Ladenbesitzer ihre Geschäfte und führten eine Demonstration mit 200 Teilnehmern durch --trotz der starken Repressionskräfte. In den Fischerdörfern Ondarra und Lequeito fuhren die Arbeiter am 11. Juni nicht zum Fischen aus.

In Guipúzcoa war die Mobilisierung sehr stark, jedoch der ganzen Provinz wurde der Streikaufruf massiv be- nicht stärker als am 11. Dezember letzten Jahres. In folgt. In manchen Fabriken war der Streik total: bei Alfa, Lambreta und Star in Eibar, bei Sigma in Elgobar, bei Suchard in San Sebastian, bei Nerezan, Vizcaino, Gozmendi, Mill und Manterola in Herrera, Pasaies bei Unlon erranera de Mondragolarind et bei Bianchi, Tubos Estanos, der Berufsschule in Mondragon. Die Möbelindustrie in Guipúzcoa wurde vollständig bestreikt. Mehr als 70 000 Arbeiter der Provinz waren in Streik, das sind ungefähr 80% der Arbeiter dort.

in Navarra gab es ebenfalls viele Arbeitsniederlegungen, In Pamplona, der Hauptstadt der Provinz, wurde in acht Fabriken gestreikt, darunter bei Super Ser, Onena, Union Carbide, Minicable und Electrocomo. In Estella kam es etwa in einem Dutzend Fabriken zu Arbeitsniederlegungen. Bei Varsalvai, einer Fabrik dort, wurde eine Massenversammlung abgehalten. Am Abend desseiben Tages marschierte eine Demonstration von 600 Personen durch die Hauptstraßen Pamplonas.

Diese sehr unvollständigen Informationen vermitteln be- reits einen Eindruck von der Tiefe der Mobilisierung und deren Organisationsgrad --und dies in einer Situation, wo im Baskenland der Belagerungszustand, von dem alle Städte und Dörfer erfaßt sind, herrscht. Die Arbeiterkommissionen haben während der Mobilisierung die Funktion von Anziehungspolen mit Einheitsfrontcharakter gehabt. Es hat sich gezeigt, daß auch die brutalste Repression nicht mehr genügend Angst erzeugt, um die Initiativen der Massen lähmen zu können. Die. Kampfkraft der baskischen Arbeiter wird sich auf's neue dann zeigen, wenn die Prozesse gegen Garmendia und Otaegui eröffnet werden.

In Barcelona fand eine gemeinsame Demonstration statt (von KP, PT (ex-KP), der LCR-ETA-VI und der MCE), die 3000 Leute auf die Straße brachte, die damit ihre Solidarität mit den baskischen Genossen in ihrem Kampf gegen den Ausnahmezustand und für die Rettung des Lebens von Garmendia und Otaegui zeigten. In Valencia machten verschiedene Organisationen --darunter die OICE (Organisation der Kommunistischen Linken, die MCE, die Kommunistische Union und die LCR-ETA-VI -- eine gemeihsame Demonstration, an der 1000 Personen teilnahmen. Das war dort die größte Demonstration seit der Solidaritätsdemonstration mit dem Kampf in San Adrian im April 1973. Auf internationaler Ebene wurden mit Beteiligung der Sektionen der IV. Internationale Demonstrationen organisiert in Frankreich, Österreich, Belgien, Schweiz, Schweden, BRD und England, um internationale Solidarität mit dem Kampf der Arbeiter des Baskenlandes zu üben und der Repression entgegenzutreten. Trotzdem bereitet die Diktatur weiter die Prozesse gegen die Genossen Garmendia, Oteagui und Eva Forest vor. Jose Antonio Garmendia ist in das Gefängnis von Burgos verlegt worden, was ein deutliches Anzeichen dafür ist, daß der Prozeß bald beginnen soll. Un die Franco-Diktatur wird bald einen neuen Prozeß gegen die Führer des Generalstreiks in El Ferrol 1972 eröffnen. Mehr als je ist es notwendig, die Mobilisierung für Garmendia, Eva Forest, Oteagui und alle politische Gefangenen, die in den spanischen Kerkern schmachten, zu verstärken.

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N. 3536 15 Juni 1975 4đn unsere sondernummer zur weltwirtschaftskrise