WER IST LUIS VITALE ?
Luis Vitale, Theoretiker grossen Formats der chilenischen Arbeiterbewegung, wird von den putschistischen Militärs gefangengehalten (vgl. auch bresche Durch ihren Angriff auf Vitale wollen die chilenischen Faschisten einen der besten Vertreter und Verteidiger des Marxismus umbringen, der immer an der vordersten Front der Kämpfe seiner Klasse gegen alle Ausbeuter gestanden hat.
•Es ist umso wichtiger, heute eine breite Kampagne Nr. 25 und 26). Kurz nach dem Putsch in Santiago festgenommen, hat er lange Wochen im Nationalstadion verbracht; et ist schwer gefoltert worden, bevor er an einen unbekannten Ort transferiert wurde. Seither ist man ohne Nachricht von ihm; wie viele andere Aktivisten in der Hand der Junta riskiert er jeden Augenblick sein Leben.
Vitale begann sein militantes Leben in einer Seifenfabrik von Santiago, wo er an der Gewerkschaftsbewegung teilnahm. Er avancierte rasch zum Führer der . Gewerkschaft für Angestellte der chemischen Laboratorien. 1959 wird er zum Mitglied der nationalen Leitung der CUT (chilenische Gewerkschaftzentrale) gewählt. Im Laufe der 60er Jahre wurde ihm jedoch jede verantwortliche Stellung in der Gewerkschaftszentrale entzogen, gleich wie anderen revolutionären Aktivisten zu jener Zeit.
Nachdem er bei der Organisierung und Leitung der POR, einer trotzkistischen Organisation, eine wichtige Rolle gespielt hatte, nahm Vitale 1965 an der Gründung des MIR teil, ohne auf seine politischen Konzeptionen zu verzichten. Bis 1969, als er die MIR wegen politischer und organisationeller Divergenzen verliess, blieb er Mitglied der Führung und beteiligte sich aktiv an der politischen Erarbeitung jener Zeit (die gegenwärtige Führungsgruppe des MIR wurde am Kongress von 1967 gewählt; seither hat kein Kongress stattgefunden).
Nach seinem Austritt aus demMIR gründete Vitale den "Frente Revolucionario" (FR). Diese Organisation beteiligte sich voll an den CUT-Wąhl en, indem sie die von dem MIR beeinflusste FTR (Revolutionäre Arbeiterfront) unterstützte, in der der FR seine eigenen Kandidaten hatte. Ende 1972 spielte Vitale eine erstrangige Rolle bei der Vereinigung der "Tendencia Revolucionaria Octubre" und der FR zur "Partido Socialista Revolucionario (PSR), chilenische Sektion der fV. Internationale.
Luis Vitale, der über lange Jahre am Soziologischen Institut der Universität Concepcion und seit kürzerer Zeit an der Universität Chile in Santiago lehrte, hat historische Studien veröffentlicht, deren Bedeutung weit über die chilenischen Grenzen hinaus anerkannt wird. Sein wichtigstes Werk ist wohl die "Marxistische Interpretation der Geschichte Chiles", deren erster Band 1967 herauskam. Zwei weitere Bände kamen in den folgenden Jahren heraus.
Der vierte Band war wenige Woche vor dem Staatsstreich vom 11 September erschienen und ist von der Junta vollständig verbrannt worden.
für Luis Vitale zu entwickeln, um ihn - und die vielen tausend politischen Gefangenen - aus den Klauen ihrer Folterknechte zu reissen, damit sie ihren Platz an der Seite ihrer chilenischen und lateinamerikanischen Genossen im Kampf für den Sozialismus wieder einnehmen können. • Wir veröffentlichen nachstehend einige Auszüge aus Vitales Broschüre "Y después del 4, QUE ? Perspectivas de Chile después de las elecciones presidenciales" ("Und nach dem 4., WAS ? Perspektiven Chiles nach den Präsidentschaftswahlen"). In diesem unmittelbar nach dem Wahlsieg Allendes im September 1970 geschriebenen Essay untersucht Vitale mit der Präzision eines revolutionären Marxisten die mögliche Weiterentwicklung des Klassenkampfes und warnt die Linke vor genau jenen Gefahren und Illusionen (vor allem im Hinblick auf die Streitkräfte), an denen sie nachher trotzdem scheitern sollte. (Auf Deutsch ist von Vitale ein Aufsatz im Rotbuch 15 erschienen).
Luis Vitale: