Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die unaufhaltsame Himmelfahrt des Carrero Blanco

Inprekorr Nr. 29, April 1974 · S. 17 · 535 Wörter

Baskenland

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ie onaufhaltsame Himmelfahrt des CARRERO BLANCO

Madrid, den 20. Dezember 1973, 10 Uhr morgens. Eine inerhört heftige Explosion schleudert den schweren Waen des Admirals Carrero Blanco 20 Meter hoch, Unge- Shr 12 Stunden später erklärt sich der nationalistische lügel der ETA, die ETA (V), in einem Kommuniqué für las Attentat verantwortlich, das den stärksten Mann des Neofrancoismus" gerade eliminiert und dem wankenden sebäude der Diktatur einen heftigen Stoß versetzt hat. is handelt sich hier nicht um einen "Donnerschlag aus eiterem Himmel". Aber das Attentat, das den politischen Apparat der Diktatur ins Herz getroffen hat, verblüffte furch seine Stärke und Kühnheit. Es beschleunigt die Crise der Diktatur, indem es dieser das mühsam aufgelaute Schlisselelement der "Operation Nachfolge" wegahm, ohne daß deshalb das Regime in die Knie gezwunger der die Kräfteverhältnisse zwischen den Klassen von Grun mf verändert würden, In diesem Sinne verschärft die Liqui- Herung Carrero Blancos die Spannungen innerhalb der Bourcoisie zu einer Zeit, in der der Tod Francos immer berohlicher für ein Regime wird, das von starken Massennobilisierungen erschüttert wird.

Die Auswirkung des Attentats hängt letztlich von der Fähigfeit der Arbeiterklasse und ihrer Avantgarde ab, die sich inbahnende politische Krise auszunutzen, indem sie die ffensive zur Vorbereitung des revolutionären Generaltreiks vorantreibt, der allein die Diktatur zu Fall brinten kann.

Tas die Politik angeht, die das Regime verfolgen wird, b wird es kaum zu wichtigen Veränderungen kommen. sine offene Übergabe der Macht an eine Militärkamarila von Ultras würde es schwerlich gestatten, eine Arbei- EUERSCHEINUNG

RML. Revolutionäre

Marxistische

Liga Schweiz

GRM Gruppe Fr. S.- Revolutionäre

Marxisten Österreich

GIM Gruppe Sch. 35 Internationale

Marxisten Deutschland

LCR Ligue DM 4.50 Communiste

Révolutionnaire Luxemburg

Fr. S0.- Drack: CEDIPS, Lausanne, Dezember 1973 terbewegung zu zerschlagen, die durch eine lange Zeit der Illegalität gestählt ist, und würde den Herrschaftsapparat der Bourgeoisie nur noch mehr lähmen. Sich auf eine Operation der "liberalisierenden Öffnung" einzulassen, nach der Niederlage der Opus Dei-Regierung im Jahre 1969, angesichts besorgniserregender wirtschaftlicher Aussichter und angesichts eines spektakulären Aufschwungs der Arbeiterkämpte, würde nur die Massenmobilisierungen ermutien und eine unkontrollierbare revolutionäre ›ynamik auslösen Das Regime sieht sich also augenblicklich gezwungen, die Politik fortzusetzen, die bei der Bildung der Regierung Carrero Blanco im Juni 1973 begonnen wurde, und zwar mit einem geschwächten politischen Apparat und bei eingeschränktem Spielraum. Das Hauptziel bleibt die Errichtung des "Nachfrancoismus" , mit der Etablierung des Marionettenkönigs Juan Carlos. Eine solche Operation verlangt die Zerschlagung des augenblicklichen Aufschwungs der Kämpfe und dies ist der Sinn der heftigen Repression, die die illegalen revolutionären und Arbeiterorganisationen seit mehreren Monaten trifft, Diese Repression gegen die Avantgardeorganisationen kann sich in unmittelbarer Zukunft nur verstärken und zuallererst die ETA (V) treffen. Noch mehr als zuvor sind die Berufsmilitanten der ETA(V), die "Liberados", potentielle Todeskandidaten, Aber wenn die Diktatur zur Unterdrückung schreitet wird sie keinen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Organisationen der revolutionären Avantgarde machen: unsere Genossen von der ETA (VI) und der Liga Comunista Revolucionaria, deren kürzliche Fusion sie zur bedeutendsten Kraft der Extremen Linken in Spanien zusammengefaßt hat, sind eine privilegierte Zielscheibe der heutigen Repression.

P.R.

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