CEYLON: ERSTE ARBEITERDEM ONSTRATION IM AUSNAHMEZUSTAND +++++ •++++++++++++++++++++ +++++++ ++++++ Die ceylonesischen Arbeiter haben ihre erste öffentliche politische Versammlung abgehalten, seitdem am 5. März 1971 der Ausnamezustand ausgerufen worden ist - von einer Koalitionsregierung aus der bürgerlichen 'Sri Lanka Freedom Party', deren Führer Premierminister Frau Bandaranaike ist, der 'Lanka Sama Samaja Party' und der nach Moskau orientierten Kommunistischen Partei.
Diese öffentliche Versammlung wurde einberufen und organisiert von der 'Ceylon Mercantile Union' (CMU), der von Bala Tampoe, dem Sekretär der ceylonesischen Sektion der IV. Internationale gegründeten und geführten Gewerkschaft, die die einzige Arbeiterorganisation darstellt, die in radikaler Opposition zur gegenwärtigen Koalitionsregierung steht. Es war auch die CMU, die sich mit den Genossen der von der 'JVP' (Volksbefreiungsfront) initiierten Bewegung solidarisch erklärt hatte und sie angesichts der brutalen Repression, die im Frühjahr 1971 von der Regierung mit Unterstützung der imperialistischen Länder, Chinas unc der Sowjetunion auf sie niederging, schützte.
Der Premierminister Frau Bandaranaike gab aufgrund der Vollmachten, die sie seit Ausrufung des Ausnahmezustands hat, der Polizei die Anordnung, der CMU zu verbieten, daß ihre Mitglieder vom Gewerkschaftshaus zum Ort der öffentlichen Versammlung marschieren. Die Gewerkschaftsführung forderte, daß dieses Verbot erläutert werde. Die Kollegen der CMU versammelten sich vor dem Gebäude der Gewerkschaft in Erwartung ihrer Führer und setzten sich wie vorgesehen in Marsch, um durch die Straßen der Hauptstadt zum Versammlungsort unter freiem Himmel zu gelangen. Schon zu Beginn des Nachmittags legten die Kollegen der verschiedenen Sektionen der CMU von Colombo die Arbeit nieder. Als das Verbot schriftlich von der Polizeiführung der CMU überreicht wurde, waren schon Tausende Kollegen in Aktion getreten. Der Demonstrationszug zog sich auf eine Länge von 1500 m hin. So wurde die erste öffentliche Versammlung der Arbeiteropposition seit zwei Jahren abgehalten, genau am Jahrestag der Proklamation des Ausnahmezustands am 5. März 1971. Diese öffentliche Versammlung trug einen doppelten Charakter: sie fand statt zur Erinnerung an den "25. Jahrestag der Gründung der CMU, der demokratischen und unabhängigen Organisation der Arbeiter von Ceylon , und zugleich fand sie statt, um die Stimme der Arbeiter so hörbar wie möglich zum Ausdruck zu bringen, wobei insbesondere die Notwendigkeit betont wurde, daß eine linke Opposition unter der Führung der Arbeiterklasse wieder aufgebaut werden muß.
In dieser Versammlung wurde dazu aufgerufen, eine Unterschriftenkampagne zur Unterstüfzung der "Forderungen für die Verteidigung des Volkes" zu führen, die am l. Mai ihren Höhepunkt finden soll. "Komitees zur Verteidigung des Volkes" werden in den Stadtteilen und Unternehmen des Landes zu diesem Zweck gegründet.
Bala Tampoe berichtete in seiner Rede vor den Tausenden von Kollegen auf der Versammlung, daß der Botschafter der Demokratischen Republik Vietnam ihm gesagt hatte, daß die Solidaritätserklärung der CMU mit dem vietnamesischen Volk gegen die amerikanischen Bombardie rungen von Radion Hanoi gesendet worden war. Diese Handlung der Vietnamesen ist bemerkenswert, denn die CMU ist die einzige existierende Arbeiteropposition in einem Land, de- "en Regierung sich der Unterstützung der stalinistischen und maoistischen Staaten rühmt. Das st eine indirekte Unterstützung für die ceylonesische Arbeiterklasse. (G. Verjat. Aus ROUGE Nr. 199 vom 6.4.7