Am 7. März, ungefähr 15 Monate nach der Niederlage der pakistanischen Okkupationsarmee, wird Bangla Desh seine ersten nationalen Wahlen durchführen. Es ist möglich, daß dabei Mujibur Rahman's Awami Liga fast alle Sitze der Nationalversammlung an sich reißen kann. Führer der Awami Liga haben behauptet, daß ihr unmittelbar bevorstehender überwältigender Sieg seinen Ursprung in der charismatischen Gestalt des Premierministers und in der Tatsache habe, daß die Opposition unfähig gewesen sei, das Interesse und die Hilfe des Volkes zu gewinnen. Mujibur's persönliche Popularität ist zweifellos ein realer Faktor. Aber angesichts der äußerst schlechten Ausgangsbasis des Landes und des im Grunde genommen vollständigen Versagens der Awami Liga auch nur damit zu beginnen, die nach der Erlangung der Unabhängigkeit auf der Tagesordnung stehenden Probleme auf dem Gebiet des Wiederaufbaus und der wirtschaftlichen Entwicklung anzupacken, muß die wirkliche Erklärung für die Hegemonie der Awami Liga anderswo gesucht werden: bei der von ihr zur Festigung und Beibehaltung ihrer Macht angewandten Taktik.
Hauptsächlich geht es um Betrug, Bestechung, Schwarzmarkt und Karrierismus. Allein, zur Er klärung reicht dies nicht aus. Wenn nötig nimmt die Awami Liga zu Gangstertum und Terror Zuflucht. Wenn das Rahman-Regime schon nichts anderes zustande bringt, so will es doch zumindest die Welt mit dem Modell einer neuen Regierungsform beglücken: eine bewaffnete Diklatur, die nicht beim Einsatz von Berufsmilitär stehen bleibt, sondern, nach dem Vorbild des Faschismus, zur massiven Mobilisierung lumpenproletarischer Elemente gegen die unabhängigen Arbeiter und Bauernorganisationen greift.
Dies ist eine Taktik, die von Indira Ghandi besonders im indischen Westbengalen angewandt wurde. Aber es kann schließlich soweit kommen, daß Rahman, ein großer Bewunderer von