Maastricht wurde ein Sonderprotokoll hinzugefügt, das jeden Angriff auf die Anti- Abtreibungsklausel im İrischen Gesetz über das europäische Recht verhindert. Die Vorlage des Protokolls wurde offensichtlich von einem Senator der regierenden Flanna Fall-Partel verfaßt. Allein dlese Tatsache führt zu peinlicher Betroffenheit, well hier deutlich wird, daß bigotte religiöse Fanati- Die Aufhebung eines Urteils durch den Obersten Gerichtshof in ker Einfluß auf die höchsten Reglerungs- Dublin, das ein 14 jähriges schwangeres Vergewaltigungsopfer stellen haben.
Die Regierung wollte durch das Sonderdaran hindern sollte, in England eine Abtreibung vornehmen zu protokoll die Anti-Abtreibungelobby von lassen hat die irische Regierung zeitweilig in eine schwere politische Ihrem Widerstand gegen den Vertrag von Maastricht abbringen. Jetzt jedoch bewirkt das Protokoll genau das Gegentell von dem, Seit der Vorfall am 13. Februar bekannt geworden war hielt er sich was die Regierung beabsichtigt hat: der in den Schlagzeilen der Zeitungen. Das ursprüngliche Urteil wurde Widerstand gegen den Vertrag wächst. Wenn die Politiker sich gegen ein Refesofort von militanten und wütenden Protesten von Feministinnen rendum über die Abschaffung des Artikels 40.3.3. (dies Ist der 1983 eingeführte Antiund StudentInnen beantwortet. Unter den Aktionen war auch eine Abtreibungsartikel in der Verfassung) stei- Demonstration von 10.000 Menschen in Dublin am 22. Februar. len, dann kann sehr schnell ihr "Alptraumszenario" Wahrheit werden - eine Kampagne Doch die politischen Auswirkungen haben sich damit nicht erschöpft.
ANNE CONWAY
DIE 14 JÄHRIGE Schülerin im Mittelpunkt des Falles war seit ihrem 14 Lebensjahr vom Vater einer Schulfreundin scxuell mißbraucht worden.
Das Mädchen und ihre Elter wollten nach England, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Vor Antritt der Reise erkundigten sie sich bei der Gardai (irische Polizei), ob fotales Gewebe vor einem irischen Gericht als Beweismittel gegen den Vergewaltiger angesehen werden würde. Die Gardai wendete sich daraufhin an den Director of Public Prosecutions.
Dessen Büro unterrichtete den Generalstaatsanwalt, der sofort eine einstweilige Verfügung gegen das Mädchen und ihre Familie erließ, die sie an der Durchführung einer Abtreibung hinderte.
Die Familie und das Mädchen, die sich zu diesem Zeitpunkt in England befanden kehrten zurück, ohne daß eine Abtreibung vorgenommen worden war. Sie waren verwirrt und entsetzt und das Mädchen war laut Aussagen von Spezialistinnen akut selbstmordgefährdet. Am Montag den 17. Februar bestätigte ein Gericht die einstweilige Verfügung und verbot dem Mädchen, ihren Eltern oder Vertrauten für neun Monate die Ausreise aus Irland. Dieses Urteil wurde jedoch am Mittwoch den 26. Februar vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. Die Urteilsbegründung wurde allerdings verschoben.
Die Verfügung wurde auch in Irland als barbarisch und mittelalterlich bezeichnet. Die größte bürgerliche Zeitung, die Irish Times, stellte fest, daß dieser Richterspruch die Stellung von Frauen in Irland mit jener in Khomeinis Iran oder Cheausescus Rumänien vergleichbar mache.
Die ursprüngliche Verfügung bestätigte die schlimmsten Befürchtungen jener Menschen, die gegen die Zusätze zur Verfassung von 1983 protestiert hatten (siche Kasten). Die möglichen Auswirkungen eines solchen Gesetzes liegen auf der Hand. Sie schüchtert Frauen cin und schon das Nachdenken über eine Abtreibung kann zu gerichtlichen Schritten führen.
Vergewaltigte Frauen werden nicht zur Polizei gehen, da sie befürchten müssen, daß sie selber von Gerichten und Staat verhört und kriminalisiert werden.
Dieses Gesetz trägt auch dazu bei, daß Mütter im Falle einer komplizierten Geburt oder Notlage fürchten müssen, daß dem gegen die Unterzeichnung des Maastrichter Vertrages, diesmal von Seiten der Leute, die das Abtreibungsverbot nicht festgeschrieben haben wollen.
Leben des Fötus der Vorrang vor ihrem eigenen gegeben wird. Das erste Gerichtsurteil maß dem geistigen und körperlichen Zustand des selbstmordgefährdeten Mädchens keinerlei Bedeutung bei - sie sollte das Kind um jeden Preis austragen.
In den acht Jahren seit der Verfassungsänderung waren die Frauen in Irland Zeuginnen einer fortlaufenden und sich steigernden Serie von Angriffen auf Frauenrechte von Seiten der SPUC (Society for the Protection of the Unborn Child - Gesellschaft zum Schutz des ungeborenen Kindes). Diese "Lebensschützer"-Gruppierung hat ständig versucht, über die Verfassungsänderung weitergehende Schritte voranzutreiben. Zuerst wurden Schwangerschaftsberatungs- und Abtreibungsberatungsdienst von zwei Frauenkliniken in Dublin geschlossen. Das Gericht hatte einer Klage der SPUC wegen Unvereinbarkeit mit der Verfassung stattgegeben.
Zweitens wurden Britische Magazine wie Cosmopolitan zensiert, weil in ihren irischen Ausgaben Anzeigen für britische Abtreibungskliniken abgedruckt worden waren. Der nationale StudentInnenverband wurde durch die Gerichte gejagt, weil er Informationen über Abtreibung zusammengestellt und veröffentlicht hatte - ein Unteil gegen ihn wurde vom Buropäischen Gerichtshof bestätigt. In
den letzten Monaten wurden Bücher wie "Everywoman" oder "Our Bodies Ourselves" aus der Stadtbücherei von Dublin entfernt, weil sie Informationen über Abtreibungen beinhalten.
1983 stimmten mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten für die Verfassungsänderung. Jetzt, im Angesicht der aus diesem Gesetz resultierenden menschlichen Tragödie eines jungen Vergewaltigungsopfers, hat sich die Einstellung der Öffentlichkeit geändert. Die jüngste, am 2. März durchgeführte Umfrage ergab, daß jetzt nur noch 30% für die Änderung sind, 48% sie wiederum verändert schen wollen und 18% sie vollständig ablehnen (Financial Times, 3.3.1992).
Dieser Stimmungsumschwung ist das Ergebnis von bedeutenden Mobilisierungen und Protesten vor dem Urteilsspruch des Obersten Gerichtshofes - darunter eine Demonstration von ca. 10.000 Leuten in Dublin. Die Sängerin Sinead O'Connor beteiligte sich an den Protesten und erklärte öffentlich, daß sie zwei Abtreibungen gehabt hat. Auch das zynische und verächtliche Angebot von LIFE (einem Ableger von SPUC), Barbarische "Lebensschützer"
IRLAND das Mädchen bis zur Geburt des Kindes aufzunehmen stieß viele Leute ab. Diese Organisationen werden jetzt deutlicher als bigotte Reaktionäre wahrgenommen. Regierung in der Klemme
Der Fall stellt für die Fianna Fail (bürgerliche Regierungspartei, A.d.Ü.) Regierung ein schwerwiegendes politisches Problem dar. Sie ist sich sehr genau bewußt, wie schr der Fall die Öffentlichkeit erregt hat und der neue Taoiseach (Premierminister) Albert Reynolds sah sich gezwungen zu versuchen alles wieder ins Lot zu bringen. Das Mädchen und ihre Familie wurden von den Parteiführern geradezu gedrängt, beim Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen. Die Regierung übernahm auch die Gerichts- und Anwaltskosten der Familie.
Die Regierung übte offensichtlich Druck auf den Obersten Gerichtshof aus, die Verfügung aufzuheben, da sie es auf ein zweites Referendum zur Abtreibungsfrage nicht ankommen lassen wollte. 1983 benutzte Fianna Fail die Verfassungsänderung, um in einer politisch instabilen Situation mit konservativen katholisch-nationalistischen Parolen auf Stimmenfang zu gehen. Heute hat der populäre katholische Nationalismus an Zugkraft verloren.
Seit 1983 haben die Frauen, jungen Menschen, die Dorfarmut und die ArbeiterInnenklasse unter Arbeitslosigkeit, Abwanderung aus Not und immer mehr eingeschränkten Bürgerrechten gelitten. All dies hat zu bisher nicht gesehener politischer Instabilität und Entfremdung von den großen Parteien geführt. Dies wurde besonders an der Wahl der sozialliberalen Mary Robinson zur Staatspräsidentin und den großen Stimmengewinnen der Linken deutlich.
SPUC, LIFE und andere bösartige Anti- Abtreibungsgruppen tragen zu dieser Instabilität noch bei. Politker, die sie vor kurzem noch hofierten, gehen jetzt ebenso wie die katholische Kirche auf Distanz.
Dieser Fall bringt die irische Regierung auch in Bezug auf das Referendum zur Unterzeichnung des Maastrichter Vertrages in arge Verlegenheit (siehe Kasten). Innerhalb der herrschenden Klasse gibt es Der Versuch, ein 14-jähriges Vergewaltigungsopfer daran zu hindem, in England eine Abtreibung vorzunehmen, illustriert auf erschreckende Weise, wolche Konsequenzen die Positionen sogenannter Lebensschützer haben. Die Ergänzung der irischen Verfassung von Jahre 1983 überträgt dem Staat die Aufgabe, das Lebensrecht des Ungeborenen "so weit wie machbar" zu schützen. Es gab von Anfang an weitverbreitete Befürchtungen über den Gebrauch dieses Paragraphen. Jene, die für die Ergänzung waren, behaupteten, daß er nicht gegen einzelne Frauen eingesetzt würde - genauso wie sie erzählten, daß er nicht dazu benutzt würde, Informationen über Abtreibung zu verbieten. Das Gewicht traditioneller katholischer Anschauungen lastete schon immer schwer auf Frauen, die sich gezwungen sahen, eine Abtreibung vornehmen zu lassen - dabei muß man sich vor Augen halten, daß in Irland såmtliche Verhütungsmittel nur auf Krankenschein zu bekommen sind. Die offizielle Zahl von 4000 Frauen, die jährlich nach Großbritannien reisen ist sicher untertrieben, da die Zahl nur von jenen Frauen ausgeht, die in der Klinik eine irische Adresse angeben. Viele andere geben die Adressen von Freundinnen und Verwandten in Großbritannien an, weil sie Angst vor "Entdeckung", vor ihrer Familie, den Jetzt müssen sie zudem noch Angst vor strafrechtlicher Verfolgung haben. So lange die Verfassungsergänzung in Kraft bleibt, werden die Frauen, die so wenig Möglichkeiten haben immer mehr von Angst geplagt werden. Das Recht auf eine eigene Sexualität, auf die freie Entscheidung, ob und wenn ja, wann sie Mutter werden wollen oder nicht - dies sind grundlegende demokratische Rechte von Frauen, weil sie nur mit diesen Rechten über ihr Leben und ihren Körper selber bestimmen können. Der vorliegende Fall hat deutlich gezeigt, daß die Verweigerung dieser Rechte unweigerlich die Beschneidung anderer demokratischer Freiheiton nach Die Ergänzung der Verfassung von 1983 hat seitdem schon zu einer Reihe von Angriffen gegen das einfache Recht der Informationsfreiheit von Frauen geführt, indem ihnen der Zugang zu Informationen über Möglichkeiten im Falle einer ungewollten Schwangerschaft verweigert werden sollte (siehe Artikel). Jene tausende von Leuten, die auf den jüngsten Demonstrationen die Telefonnummer der Schwangerschaftsberatung sangen, haben sich strafbar gemacht! Die Verfügung gegen das Mädchen stellt die Verletzung eines anderen Menschenrechtes dar - des Rechts auf freies Reisen. Die junge Frau hatte nicht gegen das irische Gesetz verstoßen. Sie war das Opfer von sexuellem Mißbrauch und von Vergewaltigung. Sie war nicht dabei, sich nach britischem Recht strafbar zu machen, weil dort Abtreibungen legal sind. Der einzige Grund dafür, sie - oder jede andere Frau, die eine ungewollte Schwangerschaft abbrechen lassen will - daran zu hindem, an einen Ort zu gelangen wo eine sichere und nicht strafbare Abtreibung vorgenommen werden kann, besteht darin, daß eine Sichtweise durchgesetzt werden soll, die sich nicht im geringsten um die Frau kümmert - eine Sichtweise, die dem potentiellen Leben des Fötus immer und überall den Vorrang vor Leben, Gesundheit und Wohlergehen der Frau gibt. Der Richter, der das erste Urteil fällte faßte diese Ansicht treffend zusammen, als er sagte, daß die Selbstmordgefahr des Mädchens "wesentlich weniger schwer wiege und von gänzlich anderem Gewicht sei als die sichere Terminierung Weder Gesetze noch Verfassungen werden Abtreibungen verhindern. Ihre Verbote stellen nur sicher, daß Abtreibungen nicht legal sind und daher unter den schlimmsten und gefährlichsten Umständen vorkommen. Die Verbote führen im anderen Fall dazu, daß Frauen ängstlich und im Verborgenen ihr Kind zur Welt bringen - so wie das fünfzehnjährige Mädchen, daß vor fünf Jahren ihr Kind allein in einem irischen Kirchhof zur Welt bringen wollte und dabei starb. Sie hatte zu viel Angst gehabt, ihrer Familie von der Schwangerschaft zu erzählen... Nur das uneingeschränkte Recht der Frau, darüber zu entscheiden, ob und wann sie ein Kind haben will, kann solch barbarische Vorkommnisse verhindern. Zu diesem Recht gehören freie Information, Erziehung und soziale und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Jeder Versuch, den Frauen eine Entscheidung aufzudrängen-sei es durch einen sogenannten "Kommunistischen" Staat wie in Ceaucescus Rumánien, eine islamisch-fundamentalistische Bewegung oder das doppelte Gewicht der katholischen Kirche und des Staates wie in Irland - hat verheerende Auswirkungen auf die einzeine Person und beschneidet die Rechte der gesamten Gesellschaft. Penny Duggan
mittlerweile weitverbreitete Ängste, daß der IRLAND/JEMEN
Vereinigung und Fall die Ratifizierung des Vertrages verhindern helfen könnte. Dies würde die Durchsetzung des Vertrages in ganz Europa verhindern, was wiederum immensen Druck auf die Frauenrechte irische Regierung ausübt, ihre gegen die Abtreibung gerichtete Verfassungsänderung entweder zurückzuziehen oder wiederum zu ändern.
Doch auch trotz dem Umschwung in der öffentlichen Meinung wäre ein weiteres Abtreibungsreferendum aus Sicht der Regicrung mehr als zwiespältig. Während einige Einleitung
Die am 22.5.1990 ratifizierte Vereinigung der Arabischen Repu- Teile der katholischen Hierarchie die Ausleblik Jemen (Nordjemen) und der Demokratischen Volksrepublik gung der Verfassung durch das erste Gericht Jemen (PDRY - Südjemen) entfernte eine vom Kolonialismus als zu strikt beurteilten, verglich der Erzbigezogene Grenze. Sie findet in einem weltweiten Kontextstatt, der schof von Dublin "tabulose Abtreibungsgedurch den imperialistischen Sieg im Golfkrieg und den Fall der setzgebung" mit Nazipolitik.
Diktaturen in Osteuropa (darunter auch die beiden wichtigsten Ein anderer Bischof erklärte in einem Unterstützerländer der PDRY, die DDR und die UdSSR) gekenn- Rundfunkinterview, daß Männer das gesetzzeichnet ist. Darüberhinaus darf nicht vergessen werden, daß der lich verbriefte Recht haben sollten, ihre "vereinigte Jemen" in einer Region liegt, die von der vollständig reaktionăren Frauen an einer Reise außer Landes zwecks einer Abtreibung zu hindern. Abtreibungsge- Die Vereinigungist im Sinne der Saudimonarchie, dieschon seit Jahren von gner versuchten das Ganze als aufgemachte der Idee beunruhigt war, daß sich die Revolution vom Süden der Halbinsel Geschichte hinzustellen oder erklärten einausdehnen könnte. Dennoch ist es so, daß dieser Prozeß bisher nicht zum fach, daß das Mädchen den Vergewaltiger schlichten "Aufsaugen" des einen Staates durch den anderen - wie etwa der verführt habe. Die einzige Partei im Dail DDR durch die BRD - geführt hat. Vielmehr handelt es sich um die Fusion (Parlament), die sich für die Rücknahme der zweier Staaten, die beide gleich arm sind, aber einen verschiedenen sozialen Verfassungsänderung einsetzt ist die kleine Arbeiterpartei. Diese Organisation hat sich auch für den Rücktritt des Generalstaatsan- Charakter haben.
Hinzu kommt, daß die Vereinigung alles andere als abgeschlossen ist. Sie waltes ausgesprochen.
findet vor dem Hintergrund von Stammes- und/oder fundamentalistischer Agitation (z.T. von Saudi-Arabien inszeniert) und imperialistischen Druckes Solidarität ist notwendig wegen der Neutralität des neuen Staates im Golfkrieg statt. Soweit die Frauen betroffen sind, ist nichts geregelt: wie soll der Status der Daher müssen FeministInnen und Aktive Frauen im Norden - bestimmt durch die islamische sharia (Gesetzgebung), in ganz Europa - und international - Proteste Anfang der 80er Jahre dank einer relativen Öffnung verbessert und Ende des für ihre irischen Schwestern organisieren und Jahrzehnts auf Drängen der Saudis wieder zurückgeschraubt - mit jenem im sich für die Rücknahme der anti-abtreibungs Saden - wo die Verfassung die rechtliche Gleichheit der Geschlechter Gesetzgebung einsetzen. Wir sollten Druck garantiert, Scheidungen möglich sind, Polygamie verboten usw. - fusioniert auf Abgeordnete ausüben, damit diese offizielle Beschwerden gegenüber der irischen Diese Serie von rechtlichen Schritten im Süden, die von eine Sozialpolitik Regierung wegen ihrer antiquierten frauin Bezug auf Gesundheit, Erziehung und Arbeit begleitet wurde hat eine auf enfeindlichen Gesetzgebung vorbringen. Nieder arabischen Halbinsel bisher nicht dagewesene Situation geschaffen. Für derländische Abgeordnete haben dies bereits Frauen bedeutete all dies einen revolutionären Fortschritt in einer Umgebung getan und so ein breites Echo in den irischen von Stammesrivalitäten, Analphabetismus und wirtschaftlicher Rückschritt- Medien gefunden.
Möglichst breiter Protest aus dem Aus- Heute verteidigt nur noch die Jemenitische Sozialistische Partei, ehemals land ist notwendig. Die Strategie von Regic- Regierungspartei im Süden, diese Errungenschaften. Aber sie schließt auf rung und Oppositionsparteien besteht offensichtlich darin, die Verfassungsänderung so Kompromisse im Rahmen des neuen Staates und ihre Politikder Verteidigung zu übertünchen, daß sie die Schärfe aus der oder auch Aufgabe der Errungenschaften der Revolution richtet sich mehr jetzigen Kontroverse nehmen können, ohne nach den Interessen spezieller Gruppen, die mit der Partei verbunden sind, als dabei die Kirche zu vergraulen. Doch die daß sie auf eine wirkliche Mobilisierung der Interessen sozialer Gruppen rechten Kräfte werden ihre Angriffe auf die (Frauen, Bauern usw.) aus wäre, auch wenn die JSP die Widerstandsinseln als Rechte von Frauen sicherlich fortsetzen, sobedeutendes Druckmittel nutzt. Unsere englischsprachige Schwesterzeitung bald sie die jetzige Krise überstanden haben. International Vierpoint, interviewte vor diesem Hintergrund zwei Frauen, die im neuen Staatsapparat Schlüsselfunktionen innehalten. Beide Interviews
AMAT AL-ALEEM SOUSUWAH ist ein aktives Mitglied der Union Jemenitischer Frauen (UYW). Sie arbeitet als Assistentin im Informationsministerium und bekleidet damit den höchsten Posten, den eine Frau in der Verwaltung innehat.
? Wie sieht die Geschichte der Union Jemenitischer Frauen aus? Die Union wurde nach dem Rückzug der Briten 1967 im Südjemen, genauer gesagt in Aden, gegründet. Parallel dazu wurde 1963 die Assoziation Jemenitischer Frauen im Nordjemen gegründet. Diese Organisation bot unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Soziale Fragen jemenitischen Frauen Sprach- und Ausbildungskurse in verschiedenen Städten im Jemen an1). Heute ist die UYW die einzige im ganzen Jemen anerkannte Organisation.
Die politische Situation unmittelbar nach der Vereinigung war nicht gerade günstig für Wahlen innerhalb der Organisation. Daher ernannte die Regie- HAUDI ATAT rung Aida Saied2) zur Präsidentin bis zu den nächsten ordentlichen Wahlen. Die UYW finanziert sich hauptsächlich aus den S• Beiträgen ihrer Mitglieder und besteht vorwiegend aus Analphabetinnen aus den unteren Gesellschaftsschichten. Durch die Mitgliedschaft in der Organisation haben sie die Möglichkeit, ihre Lage zu verbessern - besonders durch die Berufsausbildung.
Unser wichtigstes Ziel ist der Kampf gegen den Analphabetismus, der 91% der Frauen und 50% der Männer betriffl3). Daher haben auch einige Intellektuelle eine Kampagne begonnen, um dieser sozialen Pest ein Ende zu machen. Sie schreiben in der Presse und machen Vorschläge für Kurse und Aktionspläne, wobei sie auch mit der Regicrung im Dialog bleiben. Wie aber werden die Ergebnisse dieser Aktivitäten ausschen? Wir müssen schrittweise vorgehen und auf die verschiedenen Positionen innerhalb der UYW Rücksicht nehmen. Wir müssen einig sein, um die Frauenrechte sowohl auf der wirtschaftlichen als auch der politischen und kulturellen Ebene zu verteidigen. Welche Gesetze waren vor der Vereinigung in Kraft und wie sehen sie heute aus?
Vor der Vereinigung waren die Frauenvereinigungen des Nordens der moslemischen Tradition unterworfen und die Familiengesetzgebung von 1978 wurde nicht beachtet. JEMEN
Im Südjemen gab es einige positive Ergebnisse, weil die Regierung 1974 eine neue Familiengesetzgebung erlassen hat, die die Rolle der Frau weitgehend änderte. Dies war ein wesentlich egalitäreres Gesetz, das sich stark an seinem tunesischen Vorbild orientierte. Nach der Vereinigung wurde vor kurzem ein Komitee gegründet, das ein allgemeines Projekt erarbeiten soll, das alle Fragen behandelt, die das Leben von Frauen betreffen. Dieses Komitee hat mit der Ausarbeitung eines neuen Familiengesetzes begonnen. Ich denke, dieses Komitee sollte sich nicht allein an islamische Texte halten. Das Gesetz sollte wesentlich juristischer ausgearbeitet werden, damit es in unsere Zeit paßt.
Dieses Projekt wurde mit der Hilfe des Ministers für Rechtswesen und - Angelegenheiten aufgebaut und wird bald dem Parlament vorgelegt werden. Wir wollen einige Änderungen auf dem Gebiet der Scheidung, Polygamie und Sorgerecht für Kinder durch- SEMEN ISANAI .... ....
TEMEN IADEMI
G.4 ./ Ad..
setzen (siche tolgendes Interview). Unsere Probleme beschränken sich aber nicht nur auf Gesetze. Sie wurzeln auch in unserer sozialen Realität mit all ihren soziokulturellen Unterschieden. Neben dem Einfluß der sharia (islamisches Gesetz) gibt es auch eine soziale Geschichte, die stark von Stammesstrukturen beeinflußt ist.
Es gibt einen offensichtlichen Bruch zwischen den Gesetzen und der alltäglichen sozialen Wirklichkeit. Die Verfassung4) garantiert das Prinzip der Gleichheit aller jemenitischen Bürgerinnen und Bürger vor dem Gesetz, ohne Diskriminierung aufgrund des Geschlechts5) - es ist aber viel schwerer, diese Texte mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Wir stehen historischen und psychosozialen Problemen gegenüber. Die jemenitische Gesellschaft ist zweifellos eine Gesellschaft von Bräuchen.
? Was ist der Status von Scheidungen im Jemen?
Zu dieser Frage gibt es eigentlich keine genauen Untersuchungen. In unserem Land gibt es nur wenige Scheidungen. Wir fordern, daß Scheidungen von einem Tribunal entschieden werden, das die familiäre Situation zuvor genau prüfen soll. Solange nur der Mann eine Scheidung erklären kann stellen wir uns gegen einseitige Scheidungen. Gab es Initiativen für die Verbreitung von Verhütungsmitteln und wie denken die Männer darüber?
Es gibt einige Familienplanungszentren. Diese befinden sich in den wichtigsten Städten. Für Frauen vom Land ist der Zugang zu ihnen sehr schwierig. Viele Männer hindern ihre Frauen daran, zu diesen Einrichtungen zu gehen. Dafür gibt es viele Gründe: in erster Linie soziale, weil eine Frau mit vielen Kindern sehr angeschen ist, wirtschaftliche, weil die Kinder dem Vater bei der Arbeit helfen können und natürlich religiöse Gründe. So können Frauen zwar die Pille in diesen Zentren oder in Apotheken bekom- 13L: men, sie bekommen aber keinen sozialen Schutz.
Wie denkst Du persönlich über Abtreibung?
Die Religion verbietet Frauen eine Abtreibung, doch in bestimmten Härtefällen und mit der Zustimmung des Mannes kann sie zugelassen werden. Als Jemeniten und Moslems haben wir dazu eine andere Einstellung als Ihr. Abtreibung ist ein fast nicht existentes Recht im Jemen. Was nach der Meinung der Leute zählt, ist die medizinische Betreuung der Frau und des Kindes. Laß uns über die Frage der ? Polygamie reden. Kannst Du uns darüber etwas erzählen?
Keine normale Frau kann Polygamie akzeptieren. Das neue Gesetz, was bald diskutiert werden wird, soll einige Regelungen hierzu enthalten. Der Koran billigt keine Polygamic, außer wenn die erste Frau unfruchtbar ist. Man mußsich vor Augen halten, daß es immer weniger Polygamie im Jemen gibt.
Wie ist die Stellung von jungen Frauen an den Schulen und Universitäten?
Mittlerweile haben weltliche Schulen die religiösen ersetzt. Während der britischen Kolonialzeit in Aden gab es einige Schulen für Frauen im Süden des Jemen. Heute gibt es
ein steigendes Interesse an der Ausbildung von Mädchen, besonders in den Städten. Viele dieser Frauen beenden ihre Ausbildung vor der Universität und nur wenige studieren in San'a (15% der Studierenden sind Frauen). Wir wissen auch nicht, wieviele Mädchen in die Schule gehen: sicher ist nur, daß es weniger Mädchen als Jungen sind. Dies erklärt sich auch aus der Tatsache, daß 50% der Mädchen im Alter von 13 Jahren verheiratet werden.
Gibt es im Arbeitsleben Gleichheit zwischen Männern und Frauen? Ist es für eine jemenitische Frau einfach, einer Arbeit nachzugehen und gleichzeitig eine Familie zu haben?
Männer und Frauen bekommen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Doch nur wenige Frauen (6%) arbeiten, was Forderungen auf diesem Gebiet sehr schwer macht. Familie und Beruf sind nur schwer zusammenzubringen. Das Hauptproblem ist das vollständige Fehlen von öffentlichen Kinderkrippen. Die privaten Krippen sind sehr teuer. Daher müssen die Frauen auf den Mutterschaftsurlaub zurückgreifen. Doch dieser unbezahlte Urlaub sollte nicht die vorher erworbenen Rechte der Frauen am Arbeitsplatz zunichtemachen. Um diese Frage muß sich das Arbeitsministerium schleunigst kümmern.
Spielen Frauen eine bedeutende politische Rolle?
Die politischen Erfahrungen im Norden und Süden waren unterschiedlich. So bekamen Frauen im Nordjemen erst 1982 das Wahlrecht, während es im Südjemen bereits 1969 eingeführt wurde. Sie können bei nationalen Wahlen kandidieren, sei es in politischen Parteien, Gewerkschaften oder für das Parlament, wo es 9 Frauen gegenüber 124 Männern gibt.
RAUFA HASSAN (Dr. Amatalrauf Al- Sharki) ist eine Frauenaktivistin, Direktorin eines Kunstzentrums und Frauentreffs und Präsidentin des Komitees für die Revision von Gesetzen, daskürzlich in San'a ins Leben gerufen wurde. Sie war in der Assoziation jemenitischer Frauen (Nordjemen) aktiv und ist Journalistin bei der Tageszeitung Al Thawra (Revolution).
Du bist Präsidentin des Revisionskomitees. Kannst Du uns erzählen, was die Ziele dieses Komitees sind?
JEMEN
Frattine
Diese Komitee wurde kürzlich auf Initiative von Männern und Frauen gegründet. Es besteht aus einer Präsidentin, vier Repräsentantinnen der UYW und sechs Mitgliedern des Ministeriums für Rechtswesen und Rechtsangelegenheiten. Es trifft sich einmal in der Woche, um ein neues Familiengesetz.