Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Redaktion

Ende des Kommunismus?

Inprekorr Nr. 240, Oktober 1991 · S. 1-4 · 1.060 Wörter

Kuba und Karibik Sowjetunion Mittelamerika Bolivien, Peru und Anden

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ENDE DES KOMMUNISMUS? AuBerdemH

Wahlen In Schweden UdSSR nach dem Putsch Plan, Markt und Selbstverwaltung Schuldenkrise

Jugoslawien

Nr. 240 Oktober 1991 5 DM

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IMPRESSUM nationale Pressekorrespondenz - ist das deutschsprachige In. formationsorgan des Vereinigten Sekretariats der IV. Internationale monatlich. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wider.

Redaktion: Hans- Jürgen Schulz (verantw.), Wilfried Dubois, Manuel Kellner, Angela Klein, Björn Krüger, Petra Leischen, David Müller, Heinrich Neuhaus Verwaltung & Vertrieb

Aquinostr. 7 • 11 W-5000 Köln 1 Redaktion & Kontakt Hans-Jürgen Schulz Jesselallee 29c W-2000 Hamburg 73 Druck:

Moosdruck

Kölner Str. 63a W-5090 Leverkusen 3 Verleger:

isp-Verlags GmbH, Mainzer Landstr. 147 W-6000 Frankfurt/ Main 1 ISSN 0256-4416 INHALT

SEITE DREI

Solidarität mit Kuba 3 SOWJETUNION

Jelzin erweitert seine Macht, Poul Funder Larsen Für eine Arbeiterpartei, Aufruf JUGOSLAWIEN

Die internationale Gemeinschaft und der jugoslawische Bürgerkrieg, 9 Catherine Samary die Internationale Der Mythos vom fremden schmutzigen Mann, ISG Genossinnen Zwölf Thesen zur Krise des "real existierenden Sozialismus*, Michael Löwy

Plan, Markt und Selbstverwaltung, Catherine Samary Buchbesprechung

Kontroverse um "Zwischen NKWD und Gestapo von Hans Schafranek 29 AFRIKA

Die / Demokratie - Rettung für Afrika?, Claude Gabriel SCHULDENKRISE

Schulden und Cholera, Jaques Cherbourg 35 SCHWEDEN

Niederlage der ganzen Arbeiterbewegung. Dick Forslund 39 KURZNACHRICHTEN

CSFR: Internationales sozialistisches Sommercamp 42 USA: Tag der Arbeit 42 Ungarn: Enteignung der Gewerkschaften 43 Marokko: Abraham Serfaty entlassen 43 Südafrika: Die KP zum Putsch 43 An dieser Ausgabe haben u.a. mitgearbeitet: Cora, Sophie, Marc, Björn Mertens, Jürgen, Birgit, Isi, Klaus, Jörn • Vielen Dank!

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Ende des Kommunismus?

Sicher sind auch viele von Euch/ihnen, liebe Leserinnen, in den letzten Tagen und Wochen des öfteren gefragt worden, warum sie Immer noch sozialistische Politik machen. Schließlich sel doch der Kommunismus tot.

Wir denken nicht so. Der in dieser Nummer abgedruckte Artikel von Michael Löwy zeigt auf - wir denken überzeugend - daß der Stalinismus (zu recht) zusammengebrochen ist, nicht aber der Kommunismus. Schließlich ist es linken Kritikerinnen möglich gewesen, eine marxistische Analyse des Stalinismus zu liefern und Widerstand gegen ihn, wie auch alle Formen bürgerlicher Unterdrückung, zu leisten. Also kein Grund zur Scham.

Dennoch ist es wahr, daß durch die Erfoige bürgerlicher Kräfte in Osteuropa und die derzeitige Offensive des Imperialismus auch, und gerade, antistalinistische Sozialistinnen stark in die Defensive geraten sind und sich das Krafteverhältnis nach rechts verschoben hat. Dies belegen u.a. die letzten Wahlen im sozialdemokratischen Musterland Schweden (siehe Artikel in dieser Nummer), wo die Sparpolitik und der, oft wütende, Antikommunismus der Regierung die Rechte gestärkt haben. Mit der derzeitigen, u.a. vom "Spiegel" geführten Kampagne gegen den Marxismus wird aber nicht nur versucht, sozialistische Strömungen mit dem Stalinismus in einen Topf zu werfen und so zu diskreditieren. Jeglicher Widerstand gegen das herrschende System soll als quasi kriminell hingesteilt werden, ein Widerstand, der gerede heute bitter nötig ist, wie auch die beiden Artikel zu Afrika und Schulden zeigen.

Wir werden also weiterhin die Inprekorr herausbringen und versuchen, über diesen Widerstand zu Informieren und selber, wie z.B. Catherine Samary in "Plan, Markt und Selbetverwaltung" konkrete sozalistische Perspektiven zu entwickein und sle den stalinistischen und bürgerlichen Modellen gegenüberzustellen. In diesem Sinne, Eure/Ihre Redaktion.

SEITE

DREI

Solidarität mit Kuba!

Der folgende aus Frankreich stammende Aufruf, für den international Unterschriften gesammelt werden, wendet sich gegen die Wirtschaftsblockade Kubas. Das breite Echo zeigt die Möglichkeit und Notwendigkeit der Verteidigung Kubas, die die imperialistischen Staaten Sowjetunion unmißverständlich angreift, aber auch die kubanische Regierung nicht kritiklos unterstützt Der Aufruftext wurde auch von 20 Europaparlamentarierinnen für eine Anzeigenaktion in verschiedenen europäischen Zeitungen verwendet.

Weitere Unterschriften bitte an die Redaktion Inprekorr c/o ISP-Verlag, Mainzer Landstraße 147, 6000 Frankfurt/M.1. Die Kombination von US-Embargo, das seit dreißig Jahren andauert, und drastischer Reduktion des Handels mit der Sowjetunion und den osteuropäischen Ländern hat in Kuba eine dramatische Situation geschaffen. Lebensmittel und andere Güter werden immer knapper. Die unbestreitbaren Erfolge im Gesundheitswesen und im Bildungsbereich sind bedroht. Im Namen der Menschenrechte wird Kritik an dem zweifellos existierenden Mangel an Demokratie geübt. Aber diese Kritik erlaubt nicht - zumal nicht im Namen der Menschenrechte : ein Land wirtschaftlich zu erdrosseln. Wir haben unterschiedliche Positionen zum kubanischen Regierungssystem. Dennoch verurteilen wir gemeinsam den Versuch, eine politische Führung durch Aushungern der Bevölkerung zu stürzen. Die einseitige Aggression durch die Weltsupermacht kann absolut nicht zur Freiheit dieses Volkes führen.

Wir fordern deshalb ein Ende der Blockade, die ein Angriff auf das Leben und die Würde des kubanischen Volkes ist. Erstunterzeichnerinnen:

Roland Lew, Francois Maspero, Gilles Perrault, Antoine Comte, Mgr. Gaillot, Sine, Thierry Jonquet, Giraud de la Pradelle, Paulo Antonio Paranagu, Michele Rey, Janette Habel, Didier Daenickx, Michael Lówy. Costa Gavras, Jeanne Singer, Daniel Singer, Pierre Brocheux

Erstunterzeichnerinnen in der BRD: (Vorsitzender der Abgeordnetengruppe der PDS/Linken Liste, MdB). Ulrich Briefs (MdB PDS-LILi), Jutta Ditfurth (Ökologische Linke), Gregor Gysi Dorothee mont (MdEP), Jakob Moneta (ehemaliger Chefredakteur von "Metall), Hans-Jürgen Schulz (VSP, IV.Internationale), Günter Wallraff (Schriftsteller), Peter von Oertzen (Parteivorstand der SPD).

Weitere Unterzeichnerinnen:

Orlando Nunez (FSLN), Rafael Taveras (Gen.Sekretăr des Bloque Socialista, Dominikanische Republik), Priscila Pacheco (PRT-Mexiko), Rafael Santos (Abgeordneter der Partei der Dominikanischen Arbeiter), Luis Enrique Mojia Godoy (Sänger, Nikaragua), Omar Cabezas (FSLN), Edgardo Garcia (Gen.Sekretăr der ATC, Nikaragua), Dan Heap (Abgeordneter der New Democratic Party, Kanada), Carlos Brito (Abgeordneter der KP Portugals), G.Girardi (Philosophieprofessor, Italien), Cesar jerez (Jesuit, Rektor der UCA in Managua), Evans Lescauflaire (Professor, Haiti). Cesar Banera (Abgeordneter, Peru), Erika Dannenberg (KP Österreichs), Jose Ramo (Gen. Sekretär der Lehrerinnengewerkschaft SUTEP, Peru), Karen Benda (ehemaliges Landesvorstandsmitglied der GRÜNEN-Nds), Wilson Reategui (Rektor der San Marcos Universi. tät. Peru). Jorge Del Prado (Gen.Sekretär der KP Perus, Senator), Rolando Brena (Präsident der UNIR, Peru), Max Correa (Sekretär für internationale Angelegenheiten der M-19, Kolumbien), A Egido (Herri Batasuna, Euskadi), Ernest Mandel (Vereinigtes Sekretariat der Vierten Internationale), Rene Nunez (Leitung der FSLN), Laeticia Herrera (Commandante der FSLN), Carlos Ferdinand Chamorro (Leiter der BARRICA. DA, Nikaragua), Lea Guido (FSLN, ehemalige Gesundheitsministerin), Miguel D'Esco to (FSLN, ehemaliger Außenminister), Mario Aguina (Abgeordneter der UDN, El Salvador), V.E.Travkin (UdSSR), P.K.Laschinski (Politbüro der KPdSU), Zuhdi Terzi (PLO, Palästina), Alem Rojo (Movimiento Bolivia Libre, Abgeordneter), u.v.a.

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SOWJETUNION