Radio 100; Euskadi Information; PROWO INPRECOR
Correspondencia de Prensa Internacional para America Latina
Revista mensua de informacior • anaisis publicada Dar la responsabadac de Secretariade Unficado Oe la A miernaciona Indice del número 0 Noviembre de 1989 3 A manera de presentación 5 Las tormentas del Tercer Mundo Daniel Bensaid y Sergio Rodriguez 12 Colombia:
El narcotráfico representa la continuidad del tipo de dominación politica Entrevista a Daniel Libreros 15 Brasil:
El PT, una alternativa de gobierno y poder 17 Del mundo entero:
La glasnost y la crisis de los partidos comunistas Emest Mandel 26 Nicaragua:
Sólo después de las elecciones será posible una concertación Entrevista al comandante Luis Carrión 30 México:
EI PRT trente al proyecto cardenista 33 Uruguay:
EI MPP y los retos que enfrenta 37 Cuba:
Las relaciones económicas sovietico-cubanas Janette Habel
Los articulos temados no representan necesariamente el punto de vista de la redacción Los articulos no frmados expresan las posiciones del Secretarado Unificado de la IV Intemacional Ediste par Fresse-fitoe-Communicadin (PEC)
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Die FMLN nannte ihre Offensive November 1989 Faschisten raus, Febe Elizabeth lebt!" Der folgende Artikel liefert einige Informationen zu diesem Namen.* Am 31. Oktober 1989 gab es mitten im Zentrum von San Salvador zwei Attentate mit Autobomben. Bei dem Anschlag auf das Büro von COMADRES, dem Komitee der Mütter und Angehörigen der politischen Gefangenen, Verschwundenen und Ermordeten, wurden fünf Personen verletzt. Bei dem Anschlag auf das Büro von FENASTRAS, einem der wichtigsten Gewerkschaftsverbände in San Salvador, der zur UNTS, der Nationalen Union Salvadorianischer Arbeiter, gehört, wurden elf Personen getötet und weitere 25 ver letzt.
Unter den Toten war eine der wichtigsten Führerinnen der salvadorianischen Volksbewegung. Elizabeth Velásquez, genannt „Febe" . Sie war eine unbeugsame Revolutionärin, eine unermüdliche Aktivistin, ein Beispiel für Mut, für Lebensfreude und für Bescheidenheit. Früher war sie Arbeiterin in einer Textilfabrik: sie war Anfang dreißig und Mitglied des Leitungsgremiums von FENASTRAS und UNTS. Wie die übrigen Gewerkschaftsführerinnen und -führer wußte sie nur zu gut, daß ihr Leben von den Todesschwadronen und der Armee permanent bedroht war. Sie war bereits einmal unter der Beschuldigung, sie gehöre der Leitung der FMLN an, von der Armee festgenommen worden. [Dank zahlreicher internationaler Proteste, insbesondere aus der Gewerkschaftsbewegung in den USA, mußte sie relativ schnell wieder freigelassen werden.J
Ich habe mehrfach Gelegenheit gehabt, sie zu treffen, mit ihr zu diskutieren und ihr bei öffentlich gehaltenen Reden zuzuhören. Ich erinnere mich vor allem an eine Diskussion, die wir im Februar 1989 hatten. Nachdem ich um vier Uhr früh durch eine Explosion im FENASTRAS-Büro geweckt worden war (ich war in der Nähe untergebracht), habe ich mich nach ihr auf die Suche gemacht. Am Nachmittag habe ich sie schließlich getroffen, als sie eine Protestdemonstration gegen das Attentat anführte. Sie war schwanger. und ich gebe zu, ich war beeindruckt davon, daß sie in ihrem Zustand" eine Demonstration anführte. die mit Panzerwagen bedroht wurde (die glücklicherweise nicht das Feuer eröffnet haben). Als wir über ihr künftiges Kind gesprochen haben, wurde ihr vorher angespanntes Gesicht zu einem einzigen strahlenden Lachen, sie sagte: „Weißt du, dieses Kind ist für mich sehr wichtig. Ich muß das leben können, was die anderen Frauen auch leben, ich will diesen Teil vom Glück kennenlernen. Mich hindert das auch nicht am Kämpfen. im Gegenteil es wird mir helfen." Febe ist mit den übrigen Kollegen im Kampf gefallen. andere werden ihn fortsetzen. Adios Febe!
Eric Toussaint * Der Übersetzer dieses Beitrags hatte ebenfalls Gelegenheit. Febe kennenzulernen. Auszüge aus seinem Interview mit ihr, die einige Aspekte zum Leben und zur Situation der Frauen in El Salvador berücksichtigen, sind in der Extraausgabe des Nicaragua-Info abgedruckt, das von einer Arbeitsgruppe der DGB-Jugend Hessen herausgegeben wird. Dieses Faltblatt kann gratis bezogen werden (Koll. Ernst Richter. Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77. D-6000 Frankfurt/M. I).
EL SALVADOR „Perestroika"
für Mittelamerika
Interview mit ANA GUADELUPE MARTINEZ
Ana Guadelupe Martínez wurde 1952 geboren und ist seit 1974 „Berufsrevolutionärin". 1976 wurde sie verhaftet, sie berichtete hierüber in einem Buch, das sie 1977 in Algerien schrieb und das 1982 auch auf deutsch erschienen ist (Die geheimen Kerker El Salvadors. Das Zeugnis der Comandante Guerrillera). Sie wurde „Diplomatin der salvadorianischen Revolution" (Arnd Luers), seit 1981 ist sie Mitglied der Politisch-Diplomatischen Kommission der FMLN und der FDR (Revolutionäre Demokratische Front); sie ist die Verantwortliche der FMLN für internationale Beziehungen. In dem folgenden Interview, das sie am 5. Dezember 1989 in Mexiko dem Korrespondenten der italienischen Tageszeitung Il Manifesto gegeben hat, äußert sie sich zur Bedeutung der Offensive der FMLN und zu den denkbaren internationalen Entwicklungen.
• Verschiedenen Teilen der öffentli- nachgiebigen Teile der Armee stärken? chen Meinung in Europa sind die Gründe für eure Offensive nicht klar, • Das glauben wir nicht. Diejenigen, die und zwar umso weniger, als eure Ver- aus der Armee herausmüssen, sind jetzt handlungen mit der Regierung Cristia- klar kenntlich geworden. Männer wie ni noch kurz vorher in den Medien Juan Rafael Bustillo, der Chef der Luftgemeldet worden waren. Welche Bilanz waffe, haben keinerlei Interesse an einer zieht ihr in bezug auf euren Beschluß? Verhandlungslösung für den Konflikt. 1983 ist Bush, damals Vizepräsident der • Das Ziel unserer Offensive bestand zu Vereinigten Staaten, mit einer Liste nach Anfang darin, Cristiani zu einer wirkli- El Salvador gekommen, auf der die Nachen Verhandlung zu zwingen. Das Ziel men von dreizehn Offizieren standen, der ARENA-Regierung bestand in Wirk- deren Entfernung aus der Armee verlangt lichkeit darin, den „Dialog" auf unab- wurde, weil sie mit den berüchtigten sehbare Zeit hinzuziehen, ohne daß dabei „Todesschwadronen" zu tun hatten. Eikonkrete Ergebnisse herauskämen. Sie nige Tage später ist eine Minisäuberung suchte mit sterilen Pseudoverhandlungen vorgenommen worden. Falls das Weiße Zeit zu gewinnen. Wir haben uns ent- Haus heute dasselbe wollte, könnte es schieden, die Offensive zu beginnen, um ebenso handeln. unsere Positionen zu konsolidieren und um neue Ziele zu formulieren. Heute • Einige politische Kreise in den USA liegt der Beweis dafür vor, daß es in El schlagen eine politische Lösung des Salvador eine Kraft gibt, die mächtig Konflikts vor, die auf einem Rücktritt genug ist. ein Veto einzulegen: die Cristianis und der Bildung einer „Re- FMLN. Wir haben auch dazu beigetra- gierung des öffentlichen Wohls" unter gen, die Bedingungen für eine wirkliche der Beteiligung der Christdemokratie Verhandlung zu schaffen: Wir bieten ei- und von politischen Sektoren eurer nen Waffenstillstand an und verlangen Front (wie denen von Guillermo Ungo die Beteiligung der internationalen Ge- und Rubén Zamora) beruhen würde. meinschaft, nämlich der Vereinten Natio- Habt ihr Kenntnis von dieser Debatte? nen. als Garantie eines neuen Verhandlungsprozesses. Zur Zeit ist offensicht- • Ich denke, es hat eine sehr interessante lich, daß die Säuberung der Armee von Debatte begonnen, die sich in der Presse den offen faschistischen Elementen eine mit dem größten Prestige in den USA nieder Bedingungen, die als Auftakt zu einer derschlägt. Es wird eine sehr objektive neuen Situation notwendig ist, sein muß. Sicht der Vorgänge in El Salvador geäu- Bert, und es wird an Bush die Bitte heran- • Aber kann die Offensive nicht ein getragen, den Krieg in unserem Land zu gegenteiliges Ergebnis hervorbringen? beenden. Auch die Kirche hat Stellung Kann sie nicht die Positionen der un- genommen und sich gegen die derzeitige Politik des State Department ausgesprochen. Eine Änderung der Politik [der US- Administration] ist nicht unmöglich, aber erst auf mittlere Sicht. Senator Christopher Dodd zum Beispiel hat angekündigt, wenn der Kongreß im Januar zusammentrete, müsse er mit kühlem Kopf darüber diskutieren, was in El Salvador zu tun sei.
nicht mehr rückgängig zu machender • Die Entwicklung im Osten ist al Prozeß der Entspannung interpretiert worden, der eine völlig neue Situation in Europa und auf der Welt verursacht.
Meint ihr, daß diese neue Situation die Demokratisierung in Mittelamerika begünstigen kann?
• Ich meine ja. Das ist die Gegenleistung, die man vom Westen verlangen muß, im Gegenzug zur Öffnung, die in den sozialistischen Ländern eingetreten ist. Mittelamerika kann den Autoritarismus und die Spannungen der Vergangenheit nicht länger ertragen. Die USA und die Sowjetunion können mittels Intensivierung des Dialogs bei der Entspannung sogar in unserer Region eine bedeutsame Rolle spielen. In Mittelamerika ist es an den USA, die Demokratisierung der alten autoritären Regime zu akzeptieren. Es ist die Stunde gekommen, daß Bush eine