Das sechste internationale Jugendlager in Solidarität zur IV. Internationale fand vom 8. bis 15. Juli in der Nähe von Barcelona (Katalonien) statt. Fast 700 junge Leute - ein wenig mehr als im vergangenen Jahr - nahmen an dem Lager teil. Sie kamen aus Belgien, Schweden, Portugal, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Italien, Frankreich, Irland, Dänemark, dem Spanischen Staat (mit dem mit fast 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Internationale Arbeiterbewegung größten Kontingent) und der BRD (mit rd. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern).
Das Programm solch eines Lagers muß die Erwartungen junger Leute mit unterschiedlichem Hintergrund widerspiegeln. Es ist erforderlich, die wichtigsten aktuellen Fragen zu diskutieren, wie die Apartheid, die Okologie und den Kampf gegen den Rassismus, andere junge Leute zu treffen, die unter anderen Bedingungen arbeiten, sowie die IV. Internationale und ihre Aktivitäten besser kennen zu lernen.
Deshalb gab es etwa dreißig Arbeitsgruppen über verschiedene Themen wie Rockmusik, Drogen, die Kämpfe der Frauen in Europa (wobei die Kämpfe der Krankenschwestern besonders berücksichtigt wurden), Palästina und die Intifada, die Arbeit in der Armee und die Kriegsdienstverweigerung, die jüngsten Ereignisse in China, die Schwulen- und Lesbenbewegung, die Perspektiven von 1992 u.a.
Es gab ein großes Interesse an der Diskussion über die Reformbewegung in der UdSSR während der Plenumssitzung am Dienstag, wobei die Diskussionen am Nachmittag mit cinem Workshop über die Arbeit der IV. Internationale in und zu den osteuropäischen Ländern fortgesetzt wurden. Ein südafrikanischer Aktivist und ein Vertreter der salvadorianischen FMLN wurden auf dem Plenum über die nationalen Befreiungskämpfe und unsere Aufgaben in der Solidaritätsarbeit begrüßt. Genau wie im letzten Jahr war ein Tag dem Feminismus und dem Frauenbefreiungskampf gewidmet. Der Tag endete mit einem Frauenfest. In diesem Jahr wurde ein besonderes Gewicht auf die Frage der Gewalt gegen Frauen und des Kampfes dagegen gelegt. internationalen Sommerlager ein Das Lager besaß auch einen Schwulen- und Lesbenfest veranstalsozialen Aspekt. In dem landschaft- tet, und die katalanische JCR, die lich reizvollen Naturpark von Mont- Jugendorganisation in Sympathie zur seny gab es abends Feten in der Bar IV. Internationale, organisierte ein oder in einer improvisierten Disko- Konzert in Barcelona, an dem 800 thek. Zum ersten Mal wurde auf dem junge Menschen teilnahmen. NER CADA REDADA:
VIA BARRICADA
J NSuBMISSIO
WINDENCIA
Soeben erschienen: terdrückung und Ausbeutung des Menschen ist mit diesen Revolutionă- Die Kommunistische ren verbunden. Und das ist radikaler Sprengstoff nicht nur für alle Spielarten der Herrschaft von Minderheiten
Alternative über die Masse der Arbeitenden, sondern auch für diejenigen, die sich liebgewordener Vorurteile nicht ent- Texte der Linken Opposition und der ledigen wollen und die an Tabus nicht rühren wollen."
IV. Internationale 1932 - 1985 Allen hier wiedergegebenen historischen Texten gehen ausführliche In diesem Band werden vier grundlegende Texte der IV. Internationale Vorbemerkungen voraus, in denen bzw. ihrer Vorläuferin, der Internationalen Linken Opposition, wiederge- der jeweilige historische Kontext ergeben, Texte, die die wichtigsten Entwicklungsphasen der trotzkistischen ein Überblick der Geschichte der läutert wird, so daß insgesamt auch Internationale Arbeiterbewegung Bewegung dokumentieren: trotzkistischen Bewegung entsteht, ,Die Internationale Linksopposi- damit gewartet hätten, wären sie un- was umso nützlicher ist, als derzeit in tion, ihre Aufgaben und Methoden" tergegangen. deutscher Sprache keine (1932/33), ,Der Todeskampf des Die gnadenlose und grausame Ver- darstellung der Geschichte der Kapitalismus und die Aufgaben der folgung dieser trotzkistischen" Ket- IV. Internationale existiert. IV. Internationale" (1938) - das zer durch „demokratischen" Kapita- Aufgrund dieser ausführlichen ,,Übergangsprogramm" lismus, Faschismus und Stalinismus Kommentierung. die noch durch -. „Die Dialektik der Weltrevolu- drängt geradezu den Vergleich mit Anmerkungen und Erläuterungen zu tion in unserer Epoche" (1963) sowie den geistigen und menschlichen Ver- den wichtigsten in den Texten erdie „Resolution über die gegenwär- wüstungen des katholischen Mittelal- wähnten Personen und historischen tige Etappe des Aufbaus der Interna- ters auf, den Vergleich mit der Aus- Persönlichkeiten sowie eine Zeittafel tionale* (1985). Diese Texte enthal- rottung der Katharer, den Ketzerver- ergänzt werden, und nicht zuletzt ten grundlegende programmatische brennungen und der Inquisition. durch die ausführliche Einleitung von Aussagen und politische Einschät- Seit dem XX. Parteitag Ernest Mandel, der zeigt, daß Trotzzungen sowie aktuelle Bemerkun- KPdSU 1956 und jetzt unter dem kis These von 1938, nach der „die Selbstverständnis Zeichen von Glasnost und Pere- historische Krise der Menschheit auf IV. Internationale. stroika wurde und wird die stalinisti- die Krise der revolutionären Führung Wolfgang Alles, der Herausgeber sche Variante des Antitrotzkismus zurückzuführen ist", nach wie vor des Bandes, schreibt in seinem Vor- umgebaut und modernisiert. Trotz- Gültigkeit besitzt, ist der Band auch wort: „Als vor fünfzig Jahren, am dem steht die juristische und ge- besonders für Leserinnen und Leser 3. September 1938, in Périgny bei schichtliche Rehabilitierung Trotzkis zu empfehlen, die einen ersten, aber Paris die IV. Internationale gegrün- und vieler seiner Genossinnen und gründlichen „Einstieg" in Prodet wurde, war den Teilnehmern die- Genossen immer noch aus. Die Idee grammatik und Geschichte der ser Konferenz bewußt, daß sie gegen einer weltweiten Republik ohne Un- IV. Internationale suchen. den Strom schwimmen mußten. Sie wußten, daß der Zweite Weltkrieg vor der Tür stand. Sie erlebten die finstere Mitternacht dieses Jahrhun- DIE KOMMUNISTISCHI derts, den triumphierenden Wahn des Faschismus und seine verheerenden Folgen, die katastrophalen Niederlagen der internationalen Arbeiterbewegung vor allem in Europa und das unglaubliche Wüten schen Terrorregimes in der UdSSR (und nicht nur dort).
Dennoch oder gerade deswegen sahen sie und ihre Genossinnen und Genossen in Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa die einzige Chance für das Überleben und die Weiterentwicklung des Sozialismus in der revolutionären Tradition eines Marx und Engels, einer Rosa Luxemburg und eines Lenin in dem DER festen inhaltlichen und organisatori- Die kommunistische LINKEN OPPOSITION schen Zusammenschluß auf interna- Texte der Linken Opposition ottem ive D IV. INTERNATIONALE tionaler Ebene für die kommunisti- IV. Internationale 1932 - 1985 (Hg./ 3 2 - 1 9 8 5 Alternative zu Wolfgang Alles), Frankfurt schem* Kapitalismus, faschistischer Main: isp-Verlag, 1989, 216 S., Barbarei und Stalinismus. Wenn sie 29,00 DM, ISBN 3-88332-156-7.
SCHWEIZ „Die Seele der Nation"
Ein Buch von Josef Lang ,über die Bedeutung einer Schweiz ohne Armee" Vom Zuger Historiker und schreibt eine Realität, die im Ausland Gemeinderat Josef Lang ist kürz- Bewunderung lich im Frankfurter isp-Verlag ein weckt." (S. 20). Tatsächlich sei die neues Buch erschienen: Die Seele chen Nation Seele der spätbürgerli- Armee zur der Nation. Über die Bedeutung ei- geworden, aber deren ner Schweiz ohne Armee. Integrationskraft befinde sich Der rechtzeitig zur Abstimmung 1968 in einer tiefen Krise. Zudem sei Internationale Arbeiterbewegung ubr die Volksinitiative für eine eine „andere Schweiz" möglich, die Schweiz ohne Armee und für eine auf „alternative" Werte baue und an umfassende Friedenspolitik erschie- die Stelle der Armee das radikalnene Band versammelt die wichtig demokratische Erbe setze. sten in wissenschaftlichen und politi- Ein wichtiger Teil des Buches beschen Zeitschriften erschienenen Bei- faßt sich mit dem Zweiten Weltkrieg. träge zum Thema. Nach Lang, der „der Lebenslüge der Schweizer selbst dem Ausschuß der Gruppe für Armee*. Die vom „konservativen eine Schweiz ohne Armee (GSoA) Ständestaatler Philipp Etter konziangehört, liegt die Hauptbedeutung „Geistige der Schweizer Armee nicht im Mili- gung" bedeute die endgültige Abkehr tärischen, sondern im Ideologischen, der Schweiz geistigen Politischen, Gesellschaftlichen und Grundlagen des Liberalismus* (Et- Psychologischen. Deshalb blendet er ter). Mit ihr sei ein „helvetischer in der Geschichte zurück und behan- Totalitarismus* begründet worden, delt auch Fragen wie „Heimat - Das der oft die „politische Kultur des faneue Opium des Volkes". schistischen Gegners aufnahm" Die mit reicher Fülle von teils un- Gewichtiger als die ideologische bekannten Fakten untermauerte Anpassung wertet Lang die wirt- Grundthese des Autors lautet: In der schaftliche Kollaboration. liberalradikalen Gründerschweiz diese „deutsch-helvetische Symbio- (1848), die durch die republikanische se* hätten die Nazis unlösbare Devi- Identität geschaffen und verbunden sen- und riesige Waffen- und Transwurde, fristete die schwach ausgerü- portprobleme gehabt und hätte die stete und schlecht ausgebildete Klein- Schweiz weder das Reduit bauen armee noch die Anbauschlacht schlagen Ihre Stunde schlug erst im letzten können. Weil die Schweiz ein unent- Viertel des letzten Jahrhunderts, als behrlicher Produktionsbetrieb und der staatstragende Liberalismus unersetzlicher Dienstleistungsplatz der Neuausrichtung auf Preußen und gewesen sei, wären die Nazis nie auf mit dem Aufkommen der Arbeiterbe- die Idee gekommen, diese „friedliwegung eine Rechtswende vollzog. che Insel* „wie ein Wunder" Das geistige und seelische Vakuum, für sie arbeitete, zu gefährden. das durch die Absage an die Ideale der Aufklärung entstand, wurde Luzerner durch die Armee und ihre Werte ge- Geheimprozeß füllt: „An die Stelle der radikal-demokratischen Inhalte trat ein mytho- Einen Beitrag widmet Lang dem logischer Haudegen-Nationalismus. weitgehend unbekannten Geheimpro- [Der] aufgeklärt-weltoffene zeß, der vom 23. bis 30. März 1942 Frei-Sinn [wurde] abgelöst durch im Luzerner Rathaus gegen 13 Trotzkleinkariert-preußischen Ordnungs- kisten geführt wurde. Die Angeklag- Sinn." (S. 17.) ten hatten drei Offiziere als „Solda- Damit bestätigt und negiert Lang tenschinder" , „Alkoholturbine" und gleichzeitig die bundesrätliche Aus- „Braunhemd"* bezeichnet und in sage in der Botschaft zur GSoA-Ini- Flugblättern die Soldaten zum Witiative: „Das Wort ,Die Schweiz hat derstand aufgefordert. Beim „Soldakeine Armee, sie ist eine Armee' be- tenschinder" wurden sie freigesprochen, weil sie dank eines freisinnigen Gemeindepräsidenten den Wahrheitsbeweis zu erbringen vermochten. Im Fall der „Alkoholturbine" wurden sie wegen Beschimpfung verurteilt, obwohl der fragliche Generalstabschef inzwischen aus eben diesem Grund von General Guisan abgesetzt worden war. Ebenfalls bestraft wurden sie wegen der Enthüllungen über den Nazioffizier, obwohl dieser inzwischen unter Mitnahme der Kompaniekasse ins Dritte Reich"
getürmt war und damit die Angeklagten bestätigt hatte. Brisanterweise war auch einer der Denunzianten, ein rechter Gewerkschaftssekretär, zwischen Verhaftung und Prozeß mit der Kasse der Metallarbeitergewerkschaft SMUV nach Deutschland abgehauen. Fünf Trotzkisten erhielten schließlich vier bis 24 Monate Gefängnis.
Dieser Bericht, wie auch die anderen Artikel, „die im Laufe der bewegten und bewegenden GSoA-Geschichte verfaßt wurden" (Vorwort), ist in einer lebendigen und farbigen, manchmal etwas zu plakativen Sprache geschrieben. Die Tatsache, daß es sich um Einzel-Beiträge handelt. bringt den Vorteil, daß sie unabhängig voneinander gelesen werden können, und den Nachteil, daß es hie und da Wiederholungen gibt. Die Stärke des Buches besteht in der Verbindung von journalistischer Grundinformation, wissenschaftlicher Forschung und politischer Wertung.
Josef Lang
Die Seele der Nation
Die Bedeutung einer Schweiz ohne Armee
Mit Beitrügen von Patra Kelly und Jean Ziegler Josef Lang, Die Seele der Nation. Uber die Bedeutung einer Schweiz ohne Armee. Mit Beiträgen von Petra Kelly und Jean Ziegler, Frankfurt am Main: isp-Verlag. 1989, 144 S., 18,80 DM, ISBN 3-88332-173-7.
Händler des Todes
Bundesdeutsche Rüstungs- und Giftgasexporte im Golfkrieg und nach Libyen
Hrsg. BUKO, Bremen / medico international / SoZ, Köln ISBN 3-88332-167-2 168 Seiten, DM 22,00 Siegmar Schmidt
Gewerkschaften in Südafrika
Arbeiteremanzipation unter den Bedingungen des Apartheid-Regimes ISBN 3-88332-155-9 144 Seiten, DM 19,00 Josê Gutiêrrez Alvarez / Paul B. Kleiser Sozialistinnen
ISBN 3-88332-152-4 192 Seiten, DM 27,00 Mary Wollstonecraft, Fanny Wright, Flora Tristan, George Sand, Pauline Roland, Clara Zetkin, Emma Goldman, Rosa Luxemburg. Alexandra Kollontai, Angelica Balabanov u. a. Alfred Rosmer
Moskau zu Lenins Zeiten
Erinnerungen 1921-1924 ISBN 3-88332-160-5 224 Seiten, DM 29,00 Die kommunistische Alternative
Texte der Linken Opposition und IV. Internationale 1932-1985 Einleitung Ernest Mandel ISBN 3-88332-156-7, 224 S., DM 29,- Christiane Hauck
Brotmarken und rote Fahnen
Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik ISBN 3-88332-159-1, 120 S., DM 17,- NEUERSCHEINUNGEN „Weiße Flecken"
in der Geschichte
Hermann Weber „Weiße Flecken in der Geschichte"
Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung isp-pocket 41, ISBN 3-88332-164-4 184 Seiten, DM 19,80 _Zusammenfassend sei betont, daß die Sammlung biographischen Materials über die vergessenen Opfer des Stalinismus vor allem die Aufgabe der deutschen kommunistischen Parteien gewesen wäre und sie in diesem Punkt auf breitem Feld kläglich versagt haben". uz. 26.05.1989 Carola Scholz
Frankfurt - Eine Stadt wird verkauft Stadtentwicklung und Stadtmarketing - zur Produktion des Standort-Image am Beispiel Frankfurt ISBN 3-88332-161-3, 160 S., DM 22,- Winfried Wolf
Sackgasse
Autogesellschaft
Höchste Eisenbahn für eine Alternative 2. erweiterte Auflage, isp-pocket 35 ISBN 3-88332-158-3, 160 S., DM 17,80, incl. Faltplan isp-Verlag, Postfach 111017, - D-6000 Frankfurt am Main 1 Weitere Titel
Michael Löwy
Revolution ohne Grenzen
Die Theorie der permanenten Revolutior ISBN 3-88332-114-1, 240 S., DM 29,- Josef Lang
Das baskische Labyrinth
Unterdrückung und Widerstand in Euskadi 2. erweiterte Auflage ISBN 3-88332-073-0, 432 S., DM 39,- Leo Sedow
Rotbuch über den Moskauer Prozeß 1936 Trotzkis Sohn klagt an ISBN 3-88332-142-7, 168 S., DM 21,-