Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kontinuität und Burgfrieden

Inprekorr Nr. 212, Februar 1989 · S. 38-40 · 1.147 Wörter

Frauen Portugal

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• Kontinuität und Burgfrieden „Irgendwo in Norwegen"" fand Mitte kerverein und bräuchte über diese Dezember der V.Parteitag der AKP Frage nicht unbedingt eine gemein- (m-l) statt. 48% der Delegierten wa- same Einschätzung. ren Frauen, 47% Arbeiterinnen und Eine Reihe als „dogmatische Arbeiter. Das Durchschnittsalter be- Überreste der Vergangenheit" emptrug 40 Jahre, die Partei ist von der fundene Sätze wurden aus dem Pro- Generation der heute 35- bis 45jähri- gramm entfernt. so die, daß der gen geprägt. In die neue Leitung, die ,Fraktionismus mit harter Hand ausvon „Zentralkomitee" in „Zentral- gerottet* werden müsse und „alle vorstand" umbenannt wurde, um Mitglieder unbedingt auf allen Gesich dem gängigen Sprachgebrauch bieten die Führung durch die Parteianzupassen** , wurden 53% Frauen leitung anerkennen müssen*. Ein gewählt. Siri Jensen löste Kjersti Antrag auf Streichung des Anhäng- Ericsson als Vorsitzende ab, die die- sels „(m-l)" im Parteinamen erhielt sen Posten seit 1984 innehatte und jedoch nur äußerst wenig Stimmen. weiterhin in der Leitung mitarbeitet. einer "internationalen In der Diskussion über das neue rung" wurde festgehalten, daß die Parteiprogramm wurde eine Vielzahl „Supermächte" weiterhin der größte von Anderungsantragen angenom- Feind der Völker der Welt seien. men, u.a. erhielt die Umweltfrage Beschlossen wurde ferner, für die ein völlig neues Gewicht, und es nächsten Parlamentswahlen eine wurde die Notwendigkeit des antiras- „rot-grüne" Liste anzustreben, an sistischen Kampfes klarer herausge- der sich auch die Grünen beteiligen stellt. Die „Zwei-Spitzen-Theorie" sollen, da nur ein breiteres Bündnis wurde in das Parteiprogramm aufge- als die bisherige AKP-nahe „Rote nommen. Gegen eine starke Minder- Liste" in der Lage wäre, genügend heit beschloß der Parteitag. Stalin Stimmen für ein Mandat zu sammeln. nicht aus den Reihen der „Klassiker" Parteitage sollen in Zukunft alle zwei zu streichen, stellte jedoch gleichzei- (statt vier) Jahre stattfinden, um eine tig fest, daß er ,,Verantwortung für größere Offenheit zu erreichen. Verfolgung und Ubergriffe gegen In einer Pressekonferenz wertete Teile des Volkes und für die Unter- die Parteiführung den Verlauf als drückung nationaler Minderheiten** eine Normalisierung, insofern daß trug. Auch fielen die Formulierungen nicht mehr ein Parteitag die Beüber die Sowjetunion der 30er und schlüsse des jeweils letzten wieder 40cr Jahre kritischer aus als ursprün- aufhob. Vielmehr hätten die großen glich vorgeschlagen. Die Frage der Gruppen in der Partei jetzt Rehabilitierung Bucharins und Trotz- Weg gefunden, miteinander zu exikis wurde hingegen nicht entschie- stieren und Kompromisse zu schlieden. In einem Radio-Interview ant- mit denen alle zufrieden wortete Siri Jensen auf eine entsprechende Frage, man sei kein Histori-

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Kampftradition und entwickelten wußtsein eine bürgerlich-feministi- Anmerkungen: gewerkschaftlichen Rechten auf der sche Abweichung vom Kampf wäre. 11. Die PTB (Belgische Arbeiterpartei) ist eine chemals „maoistische" Partei, die zumindest bis zu Beeinen und einer großen, unorgani- Frauenunterdrückung ist ein tragen- ginn der 80er Jahre die Außenpolitik der VR China sierten, atomisierten Gruppe von des Element im Kapitalismus, und und die „Drei-Welten-Theorie" unterstützt hat (ahn- Arbeiterinnen mit geringen gewerk- die Tatsache, daß der weibliche Teil lich wie in der BRD die ehemaligen Organisationen KBW und KPD/AO": vgl. Inprekorr, Nr.205/206, schaftlichen Rechten auf der anderen der Arbeiterklasse inner- und außer- Jull/August 1988, S.71/72; Nr.208, Oktober 1988, Seite. Dies setzt die Notwendigkeit halb des Kernproletariats auch als S.40). der Entwicklung neuer Strategien auf Frauen unterdrückt wird, schwächt 2. Sosialistisk Folkepartier (Sozialistische Volkspar- tei): 1960 gegründete antimilitaristische Partei ähndie Tagesordnung. u.a. wie der die Klasse im ganzen. Der Kampf lich der dänischen SF, sie ging nach einer Linksent- Kampf für die Schaffung der Einheit gegen Frauenunterdrückung wird ein wicklung im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den EG-Beitritt 1975 gemeinsam mit Teilen der in einer Klasse organisiert werden Kampf für Klasseninteressen sein, Sozialdemokratie und der moskauorientierten NKP in soll, die immer weniger homogen ist. nicht nur männliche Solidarität mit der SV, der Sozialistischen Linkspartei (Sosialisisk Die Frage ist also, ob die „Zwei- den Frauen. Es ist nur der weibliche Venstrepartiet), auf. 3. Ein Beispiel für diese Arbeit war die skandinavi- Spitzen-Theorie* ein nützliches Arbeiterklasse, der der sche Frauenkonferenz im letzten Sommer mit 10.000 Internationale Arbeiterbewegung Werkzeug ist, um diese Strategie zu Klasse dieses Bewußtsein bringen Teilnehmerinnen; vgl. Inprekorr. Nr.210, Dezember 1988.

entwickeln. Es nützt nichts, auf den kann. Die Frauen in der Arbeiter- 4. Theoretische Zeitschrift der AKP (m-l). weiblichen Teil der Arbeiterklasse zu klasse müssen sich als Frauen organi- 5. In Norwegen erfolgen Tarifverhandlungen in zwei zeigen und ihm eine führende Rolle sieren, um dies zu erreichen. Frauen- Phasen: zunächst wird eine zentrale Lohnsteigerung zwischen den Dachverbänden der Arbeiterinnen und zuzusprechen, nur weil er der am bewußtsein und Frauenorganisierung Arbeiter und der Unternehmer ausgehandelt, danach härtesten unterdrückte Teil ist. Eine sind nötig, um das Klassenbewußt- folgen lokale Verhandlungen zwischen den örtlichen führende Rolle zu spielen, setzt nicht sein zu heben und den Kampf für den Einzelgewerkschaften und den einzelnen Kapitalisten.] nur ein Bewußtsein über die eigene Sozialismus voranzutreiben. Ausbeutung voraus, sondern auch ein Heute sehen wir keine „Spitzen" Bewußtsein über die eigene Stärke, in der Arbeiterklasse, sondern ein die eigenen Möglichkeiten, schwankendes Stärke- und Bewußt- Machtmittel einzusetzen. Das effek- seinsniveau und Spaltungstendenzen. Machtmittel, Das Kernproletariat hat die objekti- Mehrwertproduktion zu stoppen, was ven Voraussetzungen, um die fühdas Kapital unmittelbar trifft, steht rende Kraft im Klassenkampf zu nur dem Kernproletariat zur Verfü- sein, aber es ist heute nicht in der gung. Welche Druckmittel hat z.B Lage, eine Führung darzustellen. Die Aufgabe ist daher heute nicht, auf können sie die Arbeit niederlegen, Spitzen zu zeigen, sondern eine Poliaber in erster Linie treffen sie damit tik zu entwickeln, die. die Kranken und Hilflosen, nicht das wirkt und die Interessen der Klasse Kapital. Das soll selbstverständlich ausdrückt. Ohne daß die Forderunnicht heißen, daß die Beschäftigten gen der Arbeiterinnen ein wichtiger im Gesundheitswesen keine Kampf- Grundlagen maßnahmen ergreifen sollen, aber sie Kampfes sind, bleibt die Klasse obbrauchen Unterstützung von Teilen jektiv gespalten. Der weibliche Teil des Kernproletariats, um Druck hin- der Arbeiterklasse muß seine Desorter ihre Forderungen zu setzen. Eine ganisation überwinden und seine Posolche Art Unterstützung setzt jedoch sitionen innerhalb der Klasse stärken. Nur so können die Forderungen der voraus, wie wir sie heute nur seiten Frauen zu Forderungen der ganzen erleben. (...] Klasse werden. Denn egal, ob sie nun eine „Spitze" sind oder werden können, sind die Frauen immer noch die Frauenbewußtsein und halbe Arbeiterklasse. Das muß sicht- Klassenbewußtsein

I..] Aber das alles bedeutet weder.

daß das Kernproletariat reif für den Schrotthaufen noch das Frauenbewandkalender, deutsch/spanisch, Chile 12 Blatt, ca. 40 x 28 cm, mit 1989 vierfarbigen Drucken von Stoffbildern aus den Elendsvierteln

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Die Revolutionäre Sozialistische Partei (PSR), die portugiesische Sektion der IV.Internationale, hielt am 26./27.November 1988 ihren