Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kurznachrichten

Inprekorr Nr. 207, September 1988 · S. 44-45 · 1.030 Wörter

Brasilien BRD und DDR Kuba und Karibik

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Kurznachrichten tive abgelehnt worden war, wurde durchfach zu ersetzen ist. Unsere Zeitschrift ist zu einem zuverlässig und regelgesetzt. Die Vertretung von Minderheitsmäßig erscheinenden, gut redigierten und interessanten Organ geworden, strömungen soll garantiert sein, wenn sie dessen Abonnenteninnenzahl und verkaufte Auflage zwar noch zu langsam, auch nicht unbedingt proportional ist. Die aber doch stetig steigen. Sie ist auch auf dem Wege, ein theoretisches Fo- Länder des Warschauer Pakts waren auf rum zu werden. Dies alles ist vor allem Angelas Verdienst. Ihr haben natürdem Kongreß mit starken Delegationen lich viele geholfen, was aber nicht ihren Erfolg schmälert, denn die Organivertreten; die DDR hat eine offizielle Desierung und Motivierung guter Mitarbeit ist gewiß nicht einfach. legation geschickt.

Die parlamentarischen Erfolge üben Andererseits kann aber auch niemand dagegen sein, wenn Angela jetzt an aber auch einen starken politischen Druck führender Stelle beim Aufbau einer revolutionären Partei wirken wird. So auf die PT aus. In den letzten Monaten mußten wir die Funktion neu besetzen und wählten einstimmig Hans-Günhaben sich die Tendenzen der Parlamentater Mull. Er trat 1975 in die Düsseldorfer GIM (eine der Vorläuferorganirier der PT verstärkt, sich nur noch als sationen der VSP) ein, hat sich als politischer Aktivist dort lange bewährt, linker Flügel des Linksblocks im Parlasich vor allem in der Internationalismus- und Schulungsarbeit hervorgetan, ment zu verstehen und keine unabhängige besitzt ein fundiertes theoretisches Wissen und versteht es, seine Vorstel- Position in der Konstituante mehr zu verlungen in die politische Arbeit einzubringen. Seit Mai arbeitet er sich in die treten. Auch in der Debatte über die Hal- Inprekorr-Arbeit ein. Ihr könnt von nun an monatlich seine Arbeit beurteilen.

tung zur Verfassung ist Unklarheit darüber aufgetreten, ob man diese unterstützen soll oder nicht.

Unabhängig von diesem personellen Wechsel wurde die Ausweitung des Die brasilianische Sektion der IV. Inter- Inhalts der Inprekorr beschlossen und dafür einé erweiterte Redaktion einnationale, die in der PT als Strömung für gerichtet, die zusätzlich aus Angela, Thies Gleiss und Hans-Jürgen Schulz die Sozialistische Demokratie (DS) orgabesteht. Dies ist kein Aufsichtsrat für den neuen Hauptamtlichen, sondern nisiert ist, hält Mitte Juli ihren Kongreß soll Hans-Günter als verantwortlichen Redakteur bei der Erfüllung zusätzab. Hier geht es vor allem um die Charaklicher Aufgaben unterstützen. Diese Redaktion wird die Presse der Sektioterisierung der PT. Die PT wird im allgenen der IV. Internationale systematisch auswerten, um die Auswahl interesmeinen in den Augen der breiten Massen santer Artikel auf eine breitere Grundlage zu stellen und durch Kurzmelals eine revolutionäre Partei betrachtet, dungen den Informationsstand über die Entwicklung der Sektionen und und die Mehrzahl der Strömungen in ihr steht auch nach Meinung unserer Genosswichtige Ereignisse des Klassenkampfes entscheidend zu verbessern. Fer- Innen unzweifelhaft im Lager der Revoluner soll die theoretische Diskussion im Innenteil langfristig angelegt und tion. Doch ist die PT auch eine Bewesystematischer organisiert werden. Endlich erhoffen wir uns durch diese gungspartei, die nicht sonderlich zentralibreitere Mitarbeit auch, Vorschläge und Beiträge aus der Leserschaft beschancen eingeräumt. Auch die pro-albanische PC do B hat sich gespalten; einige ihrer historischen Führer haben die Partei verlassen. Die Partei ändert zur Zeit auch ihre politische Linie. Sie hat sich in Opposition zu Sarney begeben, den sie bis 1986 unterstützt hat; in der Frage der Verfassung hat sie eine linke Haltung eingenommen (d.h. sie unterstützt diese Verfassung nicht): in einigen Bundesstaaten unterstützt sie noch die PMDB. aber es scheint durchaus möglich, daß sie bei den kommenden Gemeinderatswahlen an einigen Orten auch die PT unterstützt. Ebenso scheint möglich, daß sie in die CUT eintritt. Die moskauorientierte PCB fährt der Inprekorr-Beirat | eine gemäßigte Opposition gegen Sarney. Sie diskutiert aber ebenfalls ihren Austritt aus der CGT und ihren Eintritt in die CUT sowie eine Wahlunterstützung für die PT. Die Aufgabe, die sich heute für revolutionäre Politik stellt, ist der Aufbau einer breiten linken Front unter der Hegemonie der PT. Meinungsumfragen geben der PT bei den kommenden Gemeinderatswahlen große Wahlchancen (Verdoppelung ihres bisherigen Stimmenanteils von 7%, möglicherweise auch mehr). Die PT richtet sich darauf ein, daß sie bei diesen Wahlen einige Bürgermeisterämter gewinnen wird.

siert ist, keine wirkliche Führung herausgebildet hat und über kein Parteiaufbauprojekt verfügt. Innerhalb der Sektion hat es eine Debatte darum gegeben, ob man die PT als eine im Aufbau begriffene revolutionäre Partei* bezeichnen soll. Schließlich hat sich die Haltung durchgesetzt, daß die Sektion bei ihrer bisherigen Charakterisierung bleiben soll, wonach die PT eine Klassenpartei ist (im Stil der deutschen Vorkriegssozialdemokratie), die man zu einer revolutionären Partei aufbauen muß. Dies ist das zentrale Ziel der Sektion. Ein weiteres ist, daß die PT offizielle Beziehungen zur IV. Internationale knüpft.

In der Debatte wurde vor allem die Notwendigkeit betont, daß die Sektion am Aufbau einer breiten Tendenz mit anderen revolutionären Strömungen zusammenarbeitet. Eine weitere Aufgabe sei der Kampf gegen gradualistische Positionen, insbesondere im Kampf gegen den Einfuß von Positionen der SED u.a. Eine

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ahnlich gradualistische Position vertrete heute Fidel Castro, wenn er für ein Bündnis mit der populistischen Bourgeoisie cintritt, um eine neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, daß Castro bis Mitte 1984 die Auffassung vertreten habe, von Mittelamerika könne eine neue Welle der Revolution ausgehen. Nach der US-Invasion auf Grenada habe er eine Wende vollzogen und suche seitdem eine breite Front mit dem Bürgertum für die Streichung der Schulden. 6. Verschiedenes:

* das VS hat einen Bericht über die Vereinigung revolutionärer Sozialisten in Kanada gehört (vgl. in dieser Ausgabe); * die sympathisierende Gruppe in Chile, Por el socialismo, hat einen Antrag auf Anerkennung als Sektion gestellt; * zu den kommenden EG-Wahlen soll ein gemeinsames Manifest der curopäischen Sektionen erarbeitet werden; * für die nächste IEK-Sitzung Ende des Jahres, die den 13. Weltkongreß vorbereitet, ist folgende Tagesordnung geplant: die politische Situation in Lateinamerika; der Frauenbefreiungskampf in der Dritten Welt, insbesondere in Lateinamerika; eine erste Diskussion über Ökologie und Sozialismus; ein Bericht über Kuba; ein Bericht über die Sowjetunion; die politische Situation in Europa; die Vorbereitung des Weltkongresses.

KANADA