Sicher ist die chinesische Bürokratie nicht von derselben Art wie die stalinistische Bürokratie, rowohl von ihrer Entstehung her als auch aufgrund des internationalen Kontextes, in dem sie sich entwickelt. Die stalinistische Bürokratie hat ihre Macht in der Sowjetunion gesichert durch eine regelrechte politische Konterrevolution, deren Kennzeichen der Terror gegen die iassen und die Ausrottung der alten bolschewistischen Garde sind. Die chinesische Bürokratie fagegen ist eine revolutionäre Bürokratie, deren Gerüst in den zwanzig Jahren Bürgerkrieg agen den Kuomintang und gegen die Japaner geschmiedet wurde. Ihre Beziehungen zu den Küssen sind deshalb andere, nicht Beziehungen des Terrors und der offenen Diktatur wie in
der Sowjetunion der dreißiger Jahre. Die Bürokratie der KP Chinas genießt noch ein Ansehen unter den Massen, und sie versucht, diese durch Überzeugung in Bewegung zu bringen. Ihre Verbindung mit den Massen ist mehr in der Art eines bürokratischen Paternalismus als des offenen Drucks: die Kader werden dauernd gemahnt, auf die Massen zu hören und sich nicht von ihnen abzuschneiden, um in der Lage zu sein, deren Wünsche auszudrücken und sie zu überzeugen, der Parteilinie zu folgen.
Im übrigen schloß die äußerst aggressive Haltung der US-Imperialismus, der sich weigerte, die siegreiche Revolution als Tatsache anzuerkennen, und der alles daransetzte, das Regime zu zerstören, jegliche Perspektive einer friedlichen Koexistenz und eines wirtschaftlichen Wettkampfes mit dem Imperialismus aus. Um den imperialistischen Druck zu lockern, ist die chinesische Bürokratie gezwungen, ihn mit allen Mitteln zu schwächen. So ist die Tatsache zu erklären, daß sie nicht wie die sowjetische Bürokratie von vornherein die Rolle einer sozial konservativen Macht in der Welt gespielt hat.