Die Ereignisse im Norden hatten ihre Rückwirkungen auf den Süden des Landes. Der Sturz der Monarchie gab der Befreiungsbewegung im Südjemen neues Leben. Dort ging es bei den Differenzen der verschiedenen antiimperialistischen Strömungen im Kampf um die nationale Befreiung von Angang an um den sozialen Inhalt der nationalen Unabhängigkeit. Am 14. Oktober 1963 bricht in den Bergen von Radfan (an der Grenze zu Nordjemen) ein bewaffneter Aufstand aus, der sich rasch ausbreitet. Die Führung liegt in den Händen der Nationalen Befreiungsfront des besetzten Süd-Jemen (F. N. L. L.S.Y. O.). Innerhalb dieser Organisation hatte die südjemenitische Sektion des M. N.A. ein Übergewicht. Auf ihrem ersten Kongreß im Juni 1965 definierte die FNL ihre Ziele folgendermaßen: ... Die bewaffnete Erhebung, die über den Süden hinweggefegt ist, zielt nicht nur auf die Verjagung der Kolonialisten aus dieser Region. Diese revolutionäre Bewegung drückt eine umfassende Konzeption vom menschlichen Zusammenleben aus, die sich die radikale Umwandlung der durch den Kolonialismus geschaffenen gesellschaftlichen Realität zur Aufgabe macht, die Art zu leben, nach der unser Volk trachtet, durchsetzen und sie lokal, regional, national und international ( Hervorhebung von uns) verankert wissen will. " Die FNL lehnt jegliche Führungsrolle der "nationalen Bourgeoisie" in der Befreiungsbewegung ab und verweist klar auf die Uberführung der national-demokratischen Revolution in die sozialistische. Von ihrem ersten Kongreß an steht sie auf diese Weise im Gegensatz zu den traditionellen Führungen der arabischen Welt. Die Eindeutigkeit dieser Position rief die yen Ägypten unterstützte Schaffung einer zweiten Organisation, der FLOSY, hervor. Zwar unterstützte die V.A. R. anfangs die FNL, doch dominierte schließlich die Besorgnis der ägyptischen Führung über ihre radikale Orientierung und ihre Erfolge - zumal parallel die Verhandlungen von Djeddah zur Eindämmung der Revolution im Nord-Jemen liefen. Alle arabischen Länder erkannten ohne Ausnahme die FLOSY an u d denunzierten die FNL als Spalter im Dienst des Imperialismus.
Die Entstehung der FLOSY war der Anlaß für eine Krise, die innerhalb der FNL zwischen der *chal und baselsen, sie der in inte in alen 4a.
ersetzen. Zwischen 1965 und 1967 widersetzte sich der linke Flügel der FNL dem Versöhnler- Flügel, repräsentiert durch die Führung im Ausland. Streitpunkt war die gegenüber der FLOSY INDREKORR 15.8.72 S. 9
einzunehmende Haltung. Für die Guerilleros in Süd-Jemen mußte der Klassenkampf notwendig auch bewaffneter Kampf gegen die FLOSY heißen, in deren Reihen sich die Handelsbour geoisie von Aden und einige Großgrundbesitzer zusammenfanden, die bereit waren, jeden ihre Interessen berücksichtigenden Plan zu akzeptieren. Der linke Flügel der FNL hingegen machte sich an die Zerstörung der Feudal- und Stammesstrukturen und errichtete Organe der Volksherrschaft in den befreiten Zonen. Er widersetzte sich jeder "Nationalen Union" mit der FLOSY und verurteilte so die diesbezüglichen Vereinbarungen der chaabistischen Führung (Alexandria Ende 1966, Genf Oktober 1967) zum Scheitern. Wenn diese Führung sich doch zu. mindest formell halten konnte, so wegen ihrer zentristischen Rolle zwischen der revolutionären Führung in Süd-Jemen und den neu zur FNL gestoßenen Armeeoffizieren und Soldaten, unter denen vorher keine revolutionäre Tätigkeit entfaltet worden war.
Die FNL kontrollierte 1967 14 von 17 Staaten der vom britischen imperialismus geschaffenen öderation, im November des gleichen Jahres trat der britische Imperialismus seinen Rückzug in. Die Regierungsgewalt ging an den tatsächlichen Inhaber der Macht, die FNL, über.