Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die permanente Wechselwirkung der verschiedenen Kampffronten

Inprekorr Nr. 18, 15. August 1972 · S. 14-15 · 706 Wörter

China

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Gerade die permanente Wechselwirkung der drei Bestandteile der revolutionären Bewegung Südarabiens war der Ausgangspunkt für die Ausweitung des Kampfes auf den ganzen Golf. Di drei Bestandteile sind: die antimonarchische Revolution vom 26. September 1962 in Nord-Je• men, die antikoloniale und antifeudale Revolution vom 14. Oktober 1963 in Süd-Jemen uno dann nach der Unabhängigkeit der Kampf um die Durchführung der Aufgaben der national-de kratischen Revolution und um die sozialistische Umwandlung des Landes, und schließ lich der marxistisch-leninistische Partisanenkampf von Dhofar (s. Artikel von J.P. Viennot in INPREKO Nr. 5 vom 15.7.71). So hat der Sieg des linken Flügels der FNL von Süd-Jemen auf dem vierten Kongreß vom März 1968 die revolutionäre Strömung der Befreiungsfront von Dhofar ermuntert, die sich auf dem zweiten Kongreß im September 1968 durchsetzte. Desgleichen w die Umwandlung der FLD ( von Dhofar) in die F.P. L. G. A. O. auf diesem Kongreß eine wich tige Stütze für den linken Flügel der FNL, die damals in bewaffneter Opposition zur rechter Regierung von Qahtan A Chaabi stand. Heute, nach der Niederlage der revolutionären Kräft in Nord-Jemen, stehen folgende Fonten mit ihren Erfolgen und Niederlagen in gegenseitige Wechselwirkung: die Demokratische Volksrepublik Jemen (Süd-Jemen) in ihrem Versuch, tr der auf sie lastenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten die sozialistischen Aufgaben in Angrif zu nehmen, die rote Hochburg von Dhofar und schließlich der Kampf in den verschiedenen E raten. Dieser Prozeß der permenenten Revolution macht eine organisatorische Verbindung de verschiedenen Fronten notwendig. Daß das verstanden wird, zeigt sich zur Zeit in den brü derlichen Verbindungen zwischen der FNL und der F.P. L. G. A. O. und den Bemühungen, die verschiedenen revolutionären Gruppen der Emirate zu vereinigen.

"Unser Land kann aufgrund der Präsenz konterrevolutionärer Kräfte an all seinen Grenzen und aufgrund der brutalen Entschlossenheit der Konterrevolution auf der Arabischen Halbinse wo die Erdölquellen liegen, keine demokratisch-revolutionäre Insel mitten in einem reaktio

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nären imperialistischen Meer bilden. Die Bewaffnung der armen Bauern und Arbeiter ist das einzige Mittel, um die Revolution zu sichern und die Konterrevolution im Innern und an den Grenzen zu besiegen. So kann unser Land eine wirksame Rolle in der Verbreitung des revolutionären Brandes auf die ganze Arabische Halbinsel spielen, ohne die feindlichen Reaktionen der Koalistion der Imperialisten und Reaktionäre fürchten zu müssen, die sich einem Volk in Waffen gegenübersehen werden, das in Taten und nicht in Worten kämpft, um sein Land, seine Fabriken und seine revolutionäre Demokratie zu verteidigen." In diesen Zeilen aus einer der Resolutionen des IV. Kongresses der südjemenitischen FNL ( Sept. 1968) wird der Ak zent auf die Schlüsselrolle der Konsolidierung der in diesem Lande errungenen Siege gelegtı sie sind heute gültiger denn je. Die Revolution auf der Halbinsel hängt zu einem guten Teil von der Zukunft der Demokratischen Volksrepublik Südjemen ab. Indes sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Südjemen aufgrund seiner durch seine radikalen Positionen bedingten politischen Isolation ein günstiger Terrainfür ehemalige Elemente der FLOSY, die sich in die FNL einge- schlichen haben und für die "Öffnung und den Ausschluß der "Linksradikalen"' eintreten. Diese Offensive wird von der Sowjetunion unterstützt und von der ehemaligen KP Südjemens, die ihre Auflösung innerhalb der FNL akzeptiert hatte. Der kriminelle Charakter der friedlichen Koexistenz ist klar: die Hilfe der sogenannten sozialistischen Länder ist nicht ohne politische Gegenleistung. Was China angeht, so wird seine Hilfe für den Guerillakampf von Dhofar prakfisch wieder aufgewogen durch seine erklärte Freundschaft mit dem Schah, dem Hauptfeind der Völker der Halbinsel (vergl. INPREKORR Nr. 7 vom 15.9.71, S. 10: Kommuniqué anläßlich des Besuchs der Schwester des Schah in Peking) und den Wirtschaftsbeziehungen, die es mit manchen konterrevolutionären Staaten des Golfes entwickelt: so hat China am 29. März 1971 Kuweit diplomatisch anerkannt, Botschafter mit ihm ausgetauscht, und es kauft ihm etwa die Hälfte seiner Stickstoffproduktion auf. Die Revolutiondre von Südjemen und von Dhofar haben sicher die Rede des sudanesischen Vizepräsidenten in Peking im Juli 1971 nicht sehr geschätzt, als dieser den "linksradikalen Komplott"' vom Juli 1971 denunzierte und dabei erklärte: •Als jene Leute, die sich unsere Freunde nannten, uns nicht unterstützten, hat Ihre Unterstützung einen positiven und bedeutsamen Einfluß in unserer Revolution ausgeübt zur Vernichtung der Verräter... " (S. INPREKORR Nr. 11 vom 15.1.72).