Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Editorial

Hände weg von Libyen Die Friedensbewegung ist gefordert!

Inprekorr Nr. 175, Januar 1986 · S. 3-4 · 366 Wörter

Arabische Welt und Golf

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Weihnachten wurde 1985 weniger als sonst von den Friedenssermonen von Vatikan, Weißem Haus und Kreml gefärbt — vielmehr konnte man zu Recht von Furcht ergriffen werden, ein internationaler Krieg würde ausbrechen. Was war geschehen? Beginnend mit der Entführung des Kreuzfahrtschiffes Achille Lauro und endend mit den sinnlosen Attentaten auf den Flughäfen von Wien und Rom hatte es eine Serie undurchsichtiger Anschläge gegeben, an denen zwar Palästinenser beteiligt waren, für die jedoch niemand die Verantwortung übernehmen wollte (dies allein schon erregt Verdacht). Und schuld war wieder einmal der Gottseibeiuns Ghadafi - er war es schon immer - obwohl kein Spürchen eines Beweises erbracht wurde.

Warum wird er von den Hetzblättern der Welt so gejagt? Warum konnte erst vor kurzem bekannt werden, daß die USA einen Haushaltsposten haben, der eigens zur Finanzierung von Destabilisierungsaktivitäten gegen Libyen dient? Weil Libyen eines der wenigen Länder der Welt ist, wo die große Mehrheit des Bruttosozialprodukts nicht in die Taschen imperialistischer Multis fließt, nicht als Petrodollar durch die europäischen Märkte floatet, ja nicht einmal wenigstens einen einheimischen Potentaten sich einen Supermarkt in die Wüste stellen können läßt, sondern zur Sicherung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung verwendet wird, zur Entwicklung einer einheimischen Leichtindustrie und zu Anstrengungen, die Wüste urbar zu machen. Außerdem hat Libyen bisher fast jede nationale Befreiungsbewegung auf der Welt tatkräftig unterstützt, seien es die Palästinenser oder Nicaragua, das von Libyen umgerechnet ein Mehrfaches dessen an Hilfe erhält, was sie aus der UdSSR bekommt.

Was bezweckt Reagan mit dem bedrohlichen Aufmarsch und der Hysterie? Die Welt soll sich daran gewöhnen, daß die USA überall eingreifen, wo sie beschließen, daß eingegriffen werden muß, und gegen wen sie will - am liebsten demnächst in Nicaragua.

Wenn auch die UdSSR sich diesmal ausnahmsweise aus der Höhle der friedlichen Koexistenz locken ließ und energisch drohte, so wird ein echter Schutzfür Libyen nurinder Mobilisierung der libyschen und arabischen Massen zum Kampf gegen den Imperialismus liegen. Die Friedensbewegung in den Metropolen ist dabei deren natürlichster Bündnispartner.

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SÜDAFRIKA