Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Wir trauern um Herbert Kuehl (1935-1985)

Inprekorr Nr. 172, September 1985 · S. 39-21 · 1.274 Wörter

BRD und DDR Portugal Mittelamerika

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Wir trauern um Herbert Kuehl (193) - 1985)

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli verstarb unser Genosse Herbert Kuehl nach kurzer, aber schwerer Krankheit. Herbert wurde 50 Jahre alt. Am 17. Juli nahmen seine Familie, die Hamburger Ortsgruppe der GIM und der RSJ - roter Maulwurf sowie zahlreiche seiner Freunde und Freundinnen in einer Trauerfeier Abschied von Herbert Kuehl. Herbert Kuehl wurde in die Arbeiterbewegung hineingeboren. Seine Eltern, Mitglieder der damaligen KPD, waren aktiv im Widerstand gegen die Nazi-Diktatur. Auch Herbert schloß sich der KPD an. Im Hamberger Werftarbeiterstreik von 1955, an dem er aktiv beteiligt war, hat er seine Feuertaufe erhalten. Später wurde er zum Historiker dieses Streiks. Es war einer jener wenigen Glücksfälle, in denen ein revolutionärer Arbeiter als Teilnehmer eines Kampfes diesen selbst schildert und analysiert.

Herbert Kuehl verließ nach dem Streik die Bundesrepublik, um sich in der DDR „am sozialistischen Aufbau" zu beteiligen. Dort wuchsen sein Unbehagen und seine Kritik am Stalinismus. Als die Enthüllungen über die Verbrechen Stalins auf dem XX. Parteitag der KPds 1956 tolgenlos blieben und die Nichtreformierbarkeit des bürokratischen Systems ottenbar wurde, brach Herbert Kuehl mit dem Stalinismus und verließ die DDR.

Aber er ging nicht als Anpasser, als Aussteiger, als Verleumder der sozialistischen Sache in die Bundesrepublik. Herbert Kuehl wahlte „die dritte Möglichkeit". Er blieb, der er war, ein nach Wissen durstender, die Wahrheit suchender, durch tausend Fäden mit seiner Klasse verbundener revolutionärer Arbeiter. Herbert wurde Mitglied der IV. Internationale. Er baute in diesen Jahren, wo der Antikommunismus als Staatsideologie seinen Höhepunkt hatte, wo viele chemalige Revolutionäre und Revolutionärinnen resignierend das Handtuch warfen, die Ortsgruppe Hamburg der deutschen Sektion der IV. Internationale auf. Dabei half ihm seine Fähigkeit, als Arbeiter auch Intellektuelle zu gewinnen, aber vor allem sein Bewußtsein von der Notwendigkeit der revolutionären Organisation, von Stetigkeit und Beharrungsvermogen auch in schwierigen Zeiten und organisatorischen Krisen.

Auch in den vielen Jahren, in denen er auf Montage arbeitend umherwandern mußte, ausgelaugt durch erzwungene Überstunden, mit beschränkten politischen Handlungsmöglichkeiten, hatte er niemals das Band zur Organisation zerrissen.

Als er endlich mit Hilfe seiner Lebensgefährtin Inge ein Studium beginnen konnte, lebte Herbert auf. Den Mühen des Lernens unterzog er sich mit der gleichen Energie, mit der er sich seine Kenntnisse als Facharbeiter angeeignet hatte. Nun, da er sich im vierten Lebensjahrzehnt befand, glaubte er endlich, sich das Wissen aneignen zu können, das er im Kampf für den Sozialismus einsetzen wollte.

Nach Beendigung des Studiums, einer erfolgreichen Doktorarbeit, suchte er vergeblich eine seiner Qualifikation entsprechende Arbeit. Brachte er doch für den Bereich, den er untersuchen wollte, weitaus mehr praktische Erfahrung, erlebtes Wissen mit als die meisten Schreibtischgelehrten. Hier und da gelanges ihm, an Arbeiten anderer beteiligt zu werden, aber es nagte an ihm, daß er seine Begabung, sein Wissen und seine Erfahrung nicht voll ausschöpfen konnte. Der Tod seiner Lebensgefährtin Inge vor vier Jahren, an deren Gastfreundschaft und Warmherzigkeit sich viele Mitglieder unserer Organisation erinnern, versetzte ihm einen Schlag, den er nie verwunden hat. Im Mai dieses Jahres beraubte ihn ein Schlaganfall seiner Fähigkeit zu sprechen. Mit Energie versuchte Herbert, seine Finger zu trainieren, um sich verständigen zu können. Wir waren optimistisch genug zu glauben, er würde es noch einmal schaffen. Doch eine notwendig gewordene Operation, ein Herzstillstand und ein zweiter Schlaganfall zerstörten alle Hoffnungen.

Sein Tod hinterläßt eine schwer zu füllende Lücke. Er war der Repräsentant einer Generation von Revolutionaren, die es gelernt hatten, gegen den Strom zu schwimmen, langfristige politische Überzeugungsarbeit zu leisten, bei Rückschlägen nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen und trotz Hindernissen und Schwierigkeiten nicht im Schematismus zu erstarren oder unrealistischen Abkürzungen im Organisationsaufbau zu verfallen.

Wir werden ihn nicht vergessen.

Politisches Büro der GIM ===== S. 21 | Inprekorr_19850900_172_021.jpg ===== SRPS

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Re und Genossen in Chile! PSR Helft den Genossinnen con- esto, SRP: mujeres y inpuesto por Schon seit einiger Zeit wird die que a el bregar solidario con nues- pesar del territorio nacione Congreso Diktatur Pinochets durch Mas- gistera senproteste erschüttert. Die Or- Congroso, a las tercer ganisationen der Arbeiterbewegung befinden sich in einer schwierigen Phase des Wiederaufbaus.

Darunter auch die chilenische Sektion der I. Internationale, fercer que se enfrenter al condiciones, eu die Partido Socialista Revolucionario. Sie spielt eine voran-& treibende Rolle in der Koordina-: prevista......y,en un lugor tion der neuen Betriebsgewerkschaften von Santiago. Eine ihrer Aufgaben wird es sein, die pueblos, verschiedenen zerstreuten Kräf- te des revolutionären Marxis. ® agonizante. mus zu sammeln.

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