Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kanada

Gründungstreffen der ASA

Inprekorr Nr. 170, Juni 1985 · S. 39 · 782 Wörter

USA und Kanada Frauen IV. Internationale Trotzki und Geschichte

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Barry Weisleder, aus Bulletin IDOM. Nr. IS (USA)

Die trotzkistische Bewegung in Englisch-Kanada erlebte einen wichtigen Schritt zu ihrer Wiederbelebung. Auf einer Konferenz vom 9. - 11. November in Winnipeg. Manitoba, bildete sich die Alliance for Socialist Action (ASA). Die ASA anerkannte das Programm der bestehenden IV. Internationale als ihre Grundlage.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 11 Städten und 6 Provinzen und dem Nord- West-Territorium (Yukon) kamen in der westlichen Staatshauptstadt zusammen. Es waren sowohl unorganisierte Individuen als auch Vertretungen lokaler Gruppen, die die Konferenz mit einberufen hatten: aus Toronto das Socialist Workers Collective, aus Winnipeg das Socialist Action Collective, aus Edmonton die Socialist Challenge Organisation, aus Vancouver das Socialist Action Collective. Beobachter der Gauche Socialiste aus Quebec (Französisch- Kanada) waren anwesend, ausserdem Gäste aus den USA: von Socialist Action und der Fourth Internationalist Tendency (letztere Herausgeber des Bulletin IDOM, beides aus der traditionellen Organisation in Sympathie zur IV. Internationale in den USA, der SWP, ausgeschlossene Gruppierungen). Die verschiedenen Gruppen werden vorläufig im Rahmen der Allianz ihre bisherige Identität wahren.

Die lebhafte Diskussion und die positive Herangehensweise, die die Versammlung charakterisierten, sind Zeichen der Hoffnung in einer ansonsten schwierigen Zeit. Unter dem Druck der inländischen wie internationalen kapitalistischen Offensive machte der revolutionären Linken ?,"&0)— te die revolutionäre Linke eine heftige Krise durch und nahm zahlenmäßig sehr stark ab. Bedeutende maoistische Organisationen sind völlig von der Bildfläche verschwunden. Und die Gruppen in Kanada, die für sich in Anspruch nehmen, der trotzkistischen Weltbewegung anzugehören, erlagen einem Prozeß schwerer Versektung: sie legten sich bizarre politische Reißbrettschemata zu und ausgesprochen rigide Normen, die Mehrheit aller aktiven Trotzkistinnen und Trotzkisten in beiden Teilen Kanadas abstießen.

Die Gründungskräfte der ASA sind angetreten, diesen Trend umzukehren. Die Konferenz brachte vor allem Aktivisten der örtlichen Führungen der verschiedensten heutigen Bewegungen für soziale Veränderungen zusammen, Jugendliche und Veteranen, Frauen und Männer, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Feministinnen, Aktive der Schwulen-, der Studenten-, der Jugend-und der Antikriegsbewegung, linke Mitglieder der New Democratic Party (sozialdemokratisch) sowie Leute aus der Solidaritätsbewegung mit Mittelamerika und der mit Osteuropa (darunter auch der Ukraine). Obwohl man sich über die Gültigkeit des historischen Programms der IV. Internationale einig war — einschließlich der Permanenten Revolution für die unterentwickelt gehaltenen Länder und der Politischen Revolution für die bürokratisch degenerierten Arbeiterstaaten - war man doch der Auffassung, eine unüberstürzte Diskussion der politischen Lage in Kanada und der Aufgaben für Sozialistinnen und Sozialisten sei erstmal erforderlich. Ein Lenkungsausschuß, paritätisch mit Frauen und Männern besetzt, aus allen Regionen wurde gebildet, der die schriftliche und mündliche Diskussion vorbereiten soll. Ein öffentliches Bulletin wird als Forum der vorbereitenden Debatte dienen, aber auch schon zur Organisierung gemeinsamer Kampagnen. Beiträge von außerhalb der ASA sind willkommen.

Innerhalb von sechs Monaten wird sich der Lenkungsausschuß treffen, um zu klären, inwieweit der Diskussionsprozeß reif ist, und eventuell dann eine Konferenz einberufen, um eine vereinigte demokratisch-zentralistische Organisation zu schaffen. Zentral wird dafür einen wichtigen Sieg der Frausein, ob dies auf gesamtkanadi- enbewegung feiern (siche INscher Ebene möglich ist, also ein PREKORR Nr. 168): den Frei- Zusammengehen mit den Ge- spruch des Arztes Morgentaler nossinnen und Genossen von von _ Verschwörung zur Bereit- Gauche Socialiste. stellung von Abtreibungen". Aber die ASA ist nicht nur zu Dadurch wurde der Kampf um einer demokratischen Diskus- freie Abtreibungskliniken und sion gewillt, sondern auch zur für eine Widerrufung der ein- Aktion. Politischer Vorrang schränkenden Gesetzesvorlawird dem Aufbau einer massen- gen zur Abtreibung enorm gehaften Bewegung gegen die US- stärkt. Dies werden auch die Intervention in Mittelamerika wichtigsten Themen der Märzeingeräumt. Zusammen mit den Aktivitäten der Feministinnen Schwesterorganisationen in den und Sozialistinnen wie Soziali- USA wird die Mobilisierung für sten sein. die April-Aktionen (siehe /N- Nachdem sich gerade die Fra- PREKORR Nr. 168) gegen die ge der Namensgebung als das am ge'- meinsame Politik von Was schwersten zu lösende Problem hington und Ottawa in Mittel. des Treffens herausstellte amerika und der Karibik ange- erst im dritten Wahlgang kam man auf ASA - schloß es mit Die Konferenz konnte auch einer Feier ah. blånerdes Izo informationszentrum dritte welt - iz3w M3771 informationszentrum dritte welt - iz 3w Ökologie und Dritte Welt II No 125 Mai19AS DS500

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