Andoni Arrizabalaga- 1941 - 1984 Unser Genosse Andoni Arrizabalaga hat am ersten Augusttag Als er schließlich 1977 nach dem Tode Francos feigelassen beim Klettern im Mont Blanc-Massiv im Alter von 43 Jahren den wurde, nahm er weiter energisch und unerschütterlich als Mit- Tod gefunden. glied der LCR-LKI, der Sektion der Vierten Internationale im spanischen Staat, an deren Aktivitäten teil. Andoni war wort- Am 27. Oktober 1969 war Andoni vom Kriegsgericht in Bur- karg, fast still, aber von starker moralischer Kraft. Er ist der gos zum Tode verurteilt worden; zwei seiner Genossen, die wie er Vertreter einer Generation, die eine Brücke zu schlagen wußte aus dem baskischen Ort Ondarroa stammten, bekamen 25 Jahre zwischen der Revolte der baskischen Jugend gegen die nationale Gefängnis. Im Urteilsspruch wurde hervorgehoben, daß die drei Unterdrückung und dem Kampf der Arbeiterklasse für den Angeklagten sich „in einer unbekannten Sprache unterhalten Sozialismus. Als überzeugter Internationalist mußte er nach hatten", auf Baskisch nämlich, auf Euskerra. Später wurde die diesen jahrelangen Prüfungen die Anschuldigungen über sich Todesstrafe für Andoni durch den Staatschef in lebenslängliche ergehen lassen, die ihn als „Espagnolisten" beschimpften, weil ei Haft umgewandelt. Bei der Verkündigung des Urteilsspruchs den nationalen Kampf auf den Kampf um die soziale Befreiung waren Ondarroa und die Industriegebiete von Euskadi in den auszuweiten wußte.
Generalstreik getreten.
aktiv zu werden. Schon 1964 wurde er zum ersten Mal verhaftet Andoni hatte 1963 angefangen, als Mitglied der ETA politisch wurde, wurde sein Begräbnis zu einer einmütigen Huldigung. Da er in Ondarroa und Elgoibar sehr beliebt war, je geehrt und gefoltert; als man ihn ins Gefängnis von Larrinaga brachte, Die Häuser waren bedeckt von den Ikurrinas, den baskischen waren seine Hände praktisch gelähmt. Nachdem er wieder freige- Fahnen. José Iriarte „Bikila" ehrte sein Andenken im Namen der lassen worden war, nahm er in den folgenden Jahren an den Leitung der LCR-LKI. Jon Echave, chemaliger Priester und demokratischen Mobilisierungen gegen die Unterdrückung des Mitglied der LK1, überbrachte die Grüße seiner damaligen Mitbaskischen Volkes durch die Diktatur teil. Gleichzeitig begann gefangenen. Sabino Arana, ebenfalls Mitglied der KI, der in den er aber auch die Betriebsarbeit in dem Unternehmen von Elgoi. siebziger Jahren der ETA-Gefangene mit der längsten Haftzeit bar, wo er arbeitete. 1966 wurde er zum Gewerkschaftsdelegier- gewesen war, las vor dem Sarg das Grußtelegramm des Vereinigten Sekretariats der Vierten Internationale. Darin heißt es:
ten gewählt. Im selben Jahr nahm er als Vertreter von Elgoibar an einer Versammlung teil, die den Grundstein für die Bildung der Arbeiterkommissionen in der baskischen Provinz Guipuzcoa legen sollte.
Gefängnis saß. Anfänglich war er für uns ein Nameohne Gesicht, 1968 wurde er zum zweiten Mal verhaftet, nachdem die ETA ein Symbol. Er repräsentierte den unerschütterlichen Widerden Folterpolizisten Meliton Manzanas exekutiert hatte. Wieder stand gegen die Franco-Diktatur. Er gehörte einer Generation vurde Andoni lange gefoltert. Fünf Monate später ließ man ohr revolutionärer baskischer Kämpfer an, die über den unnachgieuf Widerruf frei, nahm ihn dann aber erneut fest und verurteiltı bigen Kampf gegen die nationale Unterdrückung zum proletariihn 1969 zum Tode. Sieben Jahre sollte er im Gefängnis verbrin- schen Internationalismus geführt wurden. Obwohl wir keinen gen, zuerst zweieinhalb Jahre im berüchtigten Kerker von Puerto ersönlichen Kontakt zu ihm hatten, wurde er uns doch in de Santa Maria (an der Südspitze Spaniens), dann Segovia und /erlauf der Solidaritätskampagnen gegen die Repression ver schließlich wieder Puerto de Santa Maria, nachdem man in traut. Er hielt in unserem Kampfauch weiterhin die Fahne hoch, Segovia 1975 einem Fluchtplan auf die Spur gekommen war. als andere sich von Enttäuschung und Ernüchterung übermannen ließen, und festigte die Verbindung mit uns. Deshalb trifft sein Verlust auch alle seine Freunde in der Ferne so schmerzlich.
Es war also im Gefängnis, daß er sich für die ETA VI (Sechste In ihrem Namen möchten wir ihm nicht nur als Mitglied eine Versammlung) entschied, die damals eine politische Evolution letzte chrung erweisen, sondern ihn auch als Freund und Genoshin zu internationalistischen Positionen durchmachte und 1972, sen noch einmal mit Hochachtung und Liebe grüßen." als sie mit der L.CR (Liga Comunista Revolucionaria) fusionierte, sich damit der Vierten Internationale anschloß. Andoni nahm aktiv an der Organisierung der politischen Gefangenen und bei mehreren Hungerstreiks teil. Aufgrund dieses Widerstands Seine Liebe zur Gefahr war sein Tode, vor allem aber war sie mußte er in den sieben Jahren der Gefangenschaft 450 Tage, also sein Leben. Andoni sagte einmal, es gebe für ihn zwei Berge- den anderthalb Jahre, in Strafzellen verbringen! einen aus Stein und Fels, der andere, das sei die Revolution.