Die Verschwundenen sind heute ein Thema, alles „institutionalisiert". Eine Kommission des das nicht mehr übergangen werden kann. Die Präsidenten soll die Untersuchung durchführen. Bestrafung der Verantwortlichen würde aber Mit der Pensionierung der Armeespitze soll die ›raktisch die Auflösung der ganzen Armee unc Diskussion um die Einrichtung der Armee abge- Polizei bedeuten. Die neue Regierung versucht brochen werden. Und durch den Erlaß eines Gesich der Sache auf zwei Arten zu entledigen: setzes, in dem die Entführungen und der Wider- - Es werden vor allem untypische Fälle von stand dagegen auf gleicher Ebene abgehandelt Verschwinden an die Öffentlichkeit gebracht, werden, soll die Strafverfolgung der bewaffneten Verschwundene aus den eigenen Reihen der Dik- Linken, die praktisch physisch ausgerottet wurtatur, Opfer der inneren Abrechnung, um damit de, mit der der Folterer Hand in Hand gehen. die wahre Bedeutung des Problems herunterzu- InPreKorr sprach darüber mit Hebe P. de Bonafispielen. ni, der Präsidentin der Madres de la Plaza del Mayo - Um der Bewegung für eine Abrechnung mit und Mutter zweier entführter Söhne. den Verantwortlichen die Spitzezu brechen, wird Frage: Wie hat sich Euer Kampfent- Antwort: Bis jetzt konnten wir kei- wollen und können aber nicht jedem wickelt, seit die Diktatur mit dem Mal- nen der Desaparecidos lebendig wie- als Einzelfall nachgehen. Es geht hier vinen-Krieg in eine Krise geraten ist? derfinden. Wir wissen auch, daß die bei weitem nicht einfach um einige Antwort: Der Krieg war ein großer Lager abgebrochen wurden, aber wir Einzeldramen. Nein, es ist ein Elend, Einschnitt. Das Volk begann wieder wissen nicht, wo heute die Insassen das das ganze Volk betrifft und dezu erwachen, es gab sich Rechen- versteckt werden. Das wissen wir von mentsprechend angegangen werden schaft darüber, zu welchen Lügen die Leuten, die offiziell im Gefängnis wa- muß. Wenn man individuell vorgehen Militärs bereit sind. Wie sie über den ren und jetzt befreit wurden. Wir würde, so brauchte man hunderte von Malvinen-Krieg logen und die Jungen können aber noch nichts berweisen. Jahren, und man käme mit diesem auf die Schlachtbank führten, so lo- Der große Schritt nach vorn in unse- nationalen Drama nie zurande. Es gen sie, als sie gegen unsere Kinder rem Kampfist aber, daß die Menschen gibt Familien, die als ganze ver- Krieg führten. Deshalb begann das heute begreifen, wer unsere Kinder schwunden sind, Vater, Mutter und Volk sich fortan an unserem Kampf waren, warum sie entführt wurden, Kinder. Niemand kann auch nur ihr zu beteiligen. Es kam auf die Straße, wer wir Mütter sind, wofür wir kämp Verschwinden anzeigen. Wenn wir die Angst begann zu weichen. Kurz, fen. Und wir hoffen auch, daís die als Mütter nur unseren Kindern nachman begann das Leben zu verteidigen, gewählte Regierung das halten wird, gehen, so lassen wir eigentlich das das während Jahren mit Füßen getre- was sie während der Wahlen ver- Ausmaß des Dramas beiseite. Wie groß das Drama aber in Wirk- Interview mit Hebe de Bonafini lichkeit ist, kann man erst heute sehen. Wir begegnen Leuten, die bis Präsidentin der jetzt Angst hatten, das Verschwinden eines Familienmitglieds anzugeben, oder die das auf der Polizeistation
Madres de Plaza de Mayo machten. Sie begriffen nicht, daß sie damit den Entführern ihrer Kinder ten worden ist. Unsere Märsche wur- sprach. die Entführung anzeigten. Viele wagten nicht zu sprechen, weil sie derart den immer größer. Unsere Forderun- Frage: Ihr habt eine riesige Liste von unter dem Terror litten. Wenn ihr gen wirkten weit über unsere eigenen Verschwundenen (das ganze Zimmer, Mann verschwand, hatten sie Angst, Grenzen hinweg und einten die Leu- in dem wir mit Hebe de Bonafini spre- daß auch noch die Kinder verschwinte. Hier stehen wir heute. chen, ist mit Paßfotos von ver- den könnten. Ihr müßt Euch vorstel- Frage: Eure Hauptforderung ist schwundenen Söhnen und Töchtern len, daß der Terror ein ungeheures aparicion con vida, die Verschwunde- tapeziert). Wieviele umfaßt die Liste Ausmaß angenommen hatte. In einer nen sollten lebendig befreit werden. genau? Fabrik, wo 250 Leute verschwunden Konntet Ihr Menschen befreien, war- Antwort: Wir erhalten dieser Tage waren, wurden uns nur knapp 40 naden KZs aufgefunden? immer neue Fälle und Namen. Wir mentlich bekannt. Viele, deren Bru-
der verschwand, hatten Angst, auch noch entführt zu werden oder die Arbeit zu verlieren, wenn sie etwas bei uns anzeigen würden. Das Schrecklichste aber war, daß die Leute einfach nicht verstanden, warum ihre Mitmenschen verschwanden. Die Militärs machten eine gut organisierte Kampagne, daß das alles Terroristen seien, und das verfing bei vielen. Man verlor den Sinn der Solidarität. Und hier gehen heute die Jungen wieder voran. Sie kämpfen wieder für ihr Leben und für das ihres Genossen oder ihres Bruders. Und hier sind eben unsere Erfloge.
Frage: Wißt Ihr heute, wo die KZs waren?
Antwort: Ich könnte Euch eine ganze Liste aufmachen. Auch viele Privathäuser in den Städten waren Geheimgefängnisse. Die meisten Polizeiquartiere waren Folterzentren. Die Lager waren über das ganze Land verstreut. Das ganze Land war fast ein Lager. Und das Volk mußte erst noch die Waffen bezahlen, mit denen es terrorisiert wurde.
Frage: Ihr marschiert ja seit 1977 jede Woche auf der Plaza de Mayo. Hat sich mit den Wahlen jetzt etwas geändert? Haben sich Kandidaten für Eure Anliegen ausgesprochen? Habt Ihr im Parlament heute eine Unterstützung?
Antwort: Wir müssen heute dahin wirken, daß die Gewählten sich der Sache annehmen. Entscheidend ist aber, daß unsere Sache in den Händen des Volkes bleibt, denn viele der Argentinien
Kandidaten haben uns Unterstützung zugesagt; das kann verschiedenes bedeuten. Wir wollen inner- und außerhalb des Parlaments mobil machen. Wir wollen, daß die Schuldigen so schnell wie möglich bestraft werden. Man muß verhindern, daß sie jetzt das Land verlassen. Die letzten vier Gesetze der Diktatur müssen rückgängig gemacht werden: - die Selbstamnestie des Militärs; len nal Geld, sondern unsere Kinder wiederhaben; - das sogenannte Befriedungsgesetz; Verteidigung der Demok Grisetz zur Bis jetzt ist die neue Regierung nur in diesem Rahmen verblieben. [Inzwischen wurde die Amnestie aufgehoben, d.Red.] Damit auch etwas von Demokratie sichtbar wird, müssen diese Gesetze abgeschafft werden. Frage: Man sprach in der Presse oft davon, man solle „ Gras über das Vergangene wachsem lassen". Besteht die Gefahr, daß das Parlament genau dies Antwort: Sicher, das ist eine ständige Gefahr. Der Feind ist ja nicht gegangen, er hat nur seine Quartiere verlegt. Aber ich glaube an das Volk und ganz besonders an die Jugend. Sie vergessen diese Greuel nicht mehr, und sie wollen ihre eigene Zukunft verteidigen. Das ist nicht Destabilisierung der neuen Situation, wie man uns bereits vorzuwerten beginnt, sondern wir wollen einzig und allein, daß die neue Situation auch einen Inhalt hat.
Antwort: Die verantwortlichen Bestrafen heißt aber praktisch, alle Armee- und Polizeioffiziere zu bestrafen. Darum muß sicher mit einem Widerstand dieser Kräfte gerechnet werden. Antwort: Sicher, aber auch wir haben eine Kraft, mit der man rechnen muß. Und vor allem haben wir heute eine enorm breite Unterstützung. Wir sind bereit, mit dem Leben für unseren Kampf für Leben und Freiheit zu bezahlen. Darum wollen wir auf keinen Fall zulassen, daß die Feinde von Leben und Freiheit ungeschoren davonkommen. Sonst können sie alles noch einmal anrichten. Und das denkt heute der große Teil des Volkes.
Frage: Ich'erinneremicheinesbesonders schrecklichen Falles. Ein Hauptmann Astiz hat sich im Ausland in InPreKorr 161, 20.2.1984 Eure Bewegung eingeschlichen. Er war dann verantwortlich für die Ermordung der ersten Präsidentin der Mütter. Ist hier etwas weiter passiert? Antwort: Wir können die Verantwortung von Astiz noch nicht beweisen. Zudem nehmen wir immer an, daß die Verschwundenen am Leben sind, auch unsere erste Präsidentin. Astiz ist aber verantwortlich für das Verschwinden der französischen Nonnen. Das ist heute sicher. Solche wie ihn gibt es unzählige; auch Zivile, Richter und ein Teil der Kirche tragen ihre Verantwortung. Alle diese Leute müssen verurteilt und angemessen bestraft werden.
Frage: Wie und durch wen sollen sie verurteilt und bestraft werden? Antwort: Wir fordern Geschworenengerichte von zwölf bis dreizehn Personen, nicht Richtern. Diese Möglichkeit gibt es in der Verfassung. Das Parlament soll sie jetzt einrichten. Diese Gerichte sollen nach Indizien urteilen, da es ja keine Beweise gibt — die Menschen sind ja verschwunden.
Frage: Euer Kampf war und ist auf der ganzen Welt beispielhaft. Was verlangt Ihr heute von all jenen, die Euch unterstützt haben?
Antwort: Wir haben Kontakt mit den Müttern in Kolumbien, Chile, Uruguay und El Salvador. Allein in Argentinien sind Menschen aus 26 verschiedenen Nationen verschwunden. Wir rufen heute alle Menschen auf der ganzen Welt auf, uns weiter zu unterstützen, damit die Regierung ihr Versprechen erfüllt. Wir müssen weitermachen, damit so etwas nie mehr passieren kann.
InPreKorr 161, 20.2.1984 Andererseits gibt es das Projekt der Radikalen, neue Führungen in der Gewerkschaft zu fördern, die mit ihnen in Verbindung stehen oder zumindest „gelb" und unpolitisch sind und die Zusammenarbeit mit den Unternehmern suchen.
Ganz sicher ist diese Offensive sehr gefährlich. Der wichtigste Aspekt dabei ist aber, daß die alte Gewerkschaftsführung aufgelöst worden ist und sich die Möglichkeit eröffnet, gegen die neuen Bürokraten, die weniter feste Grundlagen haben, zukämp In unserer Zeitung könnt Ihr nachlesen, daß wir die Gewerkschaftsbürokratie permanent angreifen. Wir schlugen vor, daß alle Delegierten sofort frei gewählt, daß alle „Normalisierungskommissionen" liquidiert werden. Außerdem schlugen wir vor, daß alle, die derzeit in den Gewerkschaftsführungen sitzen, für mindestens fünf Jahre zur Basis zurückkehren, und daf die neuen Führer ihr Mandat für höchstens zwei Jahre bekommen und ihr Lohn dem Durchschnittslohn der Gewerkschaftsbasis angeglichen wird. Aber diese Themen standen nicht im Zentrum der Wahlkampagne, weil das interne Fragen der Arbeiterbewegung sind.
Neuorganisierung der gewerkschaftlichen Delegiertenkörper und der internen Kommissionen bedeutet, daß sich Zehntausende von neuen Gewerkschaftsaktivisten engagieren. Aus dieser Bewegung werden die neuen Führungen kommen.
Frage: Aber welche komkreten Ziele hat die MAS angesichts dieser Umstände? Wieder eine klassenkämpferische Strömung zu bilden wie Anfang der siebziger Jahre?
Antwort: Wir sind der Meinung, dals die Regierung und die Bourgeoisie planen, die bürgerliche Demokratie durchzusetzen, um die Kampffreudigkeit zu entschärfen, die die Arbeiterklasse in den letzten achtzehn Monaten zeigte. Unserer Meinung nach kann man jetzt noch nicht sagen, ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird. Die Arbeiterbewegung ist nicht besiegt worden, ganz im Gegenteil. Und sogar die Teile, die für Italo Luder gestimmt haben, den, peronistischen Kandidaten, sehen in den Wahlen keine Niederlage der Arbeiterbewegung, weil sie die Möglichkeit, die Gewerkschaftsführung neu zu organisieren, sehen. Die Argontinien
Arbeiterbewegung erlebte einen richtigen Mobilisierungsaufschwung. Es gab in jüngster Zeit drei Generalstreiks gegen die Militärdiktatur, jeder massiver befolgt als der vorhergehende, obwohl die Vorhut durch massenhafte Morde, das Exil von einer halben Million Leuten, die Entlassung von zahlreichen Lohnabhängigen, ja durch die absolute Verringerung des Proletariats geschwächt worden ist. Zwischen der neu aufgetauchten Vorhut und der alten, die ihre politischen und gewerkschaftlichen Erfahrungen in der vergangenen Periode gemacht hat, gibt es einen Bruch.
Sicher wird gegenüber der neuen Regierung erstmal eine Erwartungshaltung eingenommen werden, auch von denen, die sie nicht gewahlt haben, aber einen wirtschaftlichen Aufschwung erhoffen. Aufgrund unserer Analyse rechnen wir fest damit, daf vielleicht schon in wenigen Monaten wichtige Kämpfe ausbrechen werden. Zweifelsohne wird dieser Prozeß ab SI PAGAMOS
NO COMEMOS 1984 stattfinden. Wir sind der Ansicht, daß dieradikale Regierung auch nicht die geringste Möglichkeit zu Konzessionen hat. In den Gewerkschaften wird sie versuchen, das zu wiederholen, was dem Peronismus in den fünfziger Jahren unter Einsatz des Staatsapparats gelungen ist. Aber die wirtschaftliche Lage ist jetzt vollig anders, und darum hat sie keinerlei Chancen auf Erfolg.
Die Arbeiterklasse hat bis jetzt noch keine Niederlage einstecken müssen. Sie wird angesichts der massenfeindlichen Wirtschaftspolitik kontinuierlich in Kämpfe treten. Ein Prozeß der revolutionären Krise geht weiter, der totalen Krise bei der alten Führung. Eine neue Situation schält sich heraus, in der wir enorme Möglichleiten für die revolutionäre Linke und besonders für die MAS sehen. Zahlreiche Betriebsgewerkschaften können von der Linken gewonnen werden. In dieser Hinsicht verfügt die Gewerkschaftsbewegung über eine gewisse Erfahrung. Auf-
schwung der Kämpfe nach dem cordobazo zu Beginn der siebziger Jahre entwickelte sich eine breite klassenkämpferische Strömung, und zahlreiche Vorhutkerne entstanden in Betriebsgewerkschaften wie der von Sitrac-Sitram in Cordoba oder der von Villa Constitucion. Dieser Prozeß kann auch heute wieder ingang kommen.
Aber genauso ist es möglich, daß der „Alfonsismus" bei wichtigen Teilen der für die Gewerkschaftsdemokratie Kämpfenden Einfluß gewinnt. Frage: Zum Schluß: Mit welchen internen politischen, nationalen und internationalen, Problemen haben es die die MAS und ihre Führung zu tun? Antwort: Wir verstehen, daß in der Stimmabgabe von breiten Teilen der Massenbewegung und selbst der Arbeiterbewegung für Altonsın positive demokratische Bestrebungen zum Ausdruck kommen, aber deshalb haben wir doch keine Zweifel daran, daß die radikale Regierung die schlimmste Feindin der Arbeitenden und des argentinischen Volks ist. Die MAS bereitet sich schon jetzt daraf vor, diese Regierung und den Imperialismus zu bekämpfen. Die radikale Regierung ist der Hauptfeind, der Agent des Imperialismus. Wir führen auch eine Kampagne dafür, daß sie nun einhält, was sie während des Wahlkampfs versprochen hat. Das ist die erste große Aufgabe.
Die zweite besteht darin, in den Prozeß der gewerkschaftlichen Neuorganisierung einzugreifen, um einen wichtigen Teil der Arbeiterbewegung zu gewinnen. Deshalb arbeiten wir weiter an der Entwicklung der wichtigsten Errungenschaft der MAS während des Wahlkampfs, ihrer tiefen Verankerung in den Wohnvierteln der Massen, die Eröffnung von 600 Parteilokalen vor allem im Industriegürtel um Buenos Aires. Die Verbreitung unserer Wochenzeitung ist von großer Bedeutung. Wir verkauften 40000 Exemplare der Nummer, in der wir die Bilanz der Wahlen zogen. Eine weitere unmittelbare Aufgabe ist die Organisierung von Schulungs- und Propagandakursen und die interne Schulung, da die Partei im letzten Jahr eindrucksvoll gewachsen ist, vor allem in den letzten Monaten, während des Wahlkampfs, was es nun notwendig macht, daß ihre Mitglieder auch eine solide trotzkistische Schulung erhalten. Argontinien
Was die internationalen Aufgaben angeht, so kämpfen wir weiter für die Überzeugung, die wir nie aufgeben, daß der Aufbau einer revolutionären Masseninternationale notwendig ist: der Vierten Internationale. Wie Ihr wißt, erlauben die argentinischen Gesetze nicht, daß sich Parteien internationalen Organisationen anschließen, und wir beugen uns diesen Verordnungen. Auf jeden Fall aber arbeiten wir in der Perspektive einer Weltpartei der Revolution. Euer Besuch erscheint uns vielversprechend. Wir haben die Absicht, brüderliche Kontakte mit allen Organisationen in der Welt zu halten, die das Ziel teilen, eine revolutionäre Internationale aufzubauen, sowie mit allen Strömungen der Arbeiterbewegung, die in verschiedenen Ländern entstehen und die sich auf einen völligen Bruch mit der Bourgeoisie und dem Imperialismus zubewegen. Wirglauben, dals der eindrucksvolle Aufschwung des Klassenkampfs in der ganzen Welt enorme Möglichkeiten eröffnet, schon HONDURAS am Rande des Krieges herausgegeben vom LATEINAMERIKA-KOMITEE DUISBURG e.V. InPreKorr 161, 20.2.1984 wiederholt eröffnet hat und weiter eröffnen wird. Der bezeichnendste Fall für uns ist Polen und das Auftauchen dieser ganzen Linken, die gegen die Bürokratie kämpft. Zahlreiche weitere Falle wie dieser werden sich abspielen. Mit dem revolutionären Aufschwung werden neue Strömungen entstehen, und es ist sehr wichtig. daß man auf sie zuarbeitet auf der Grundlage des Vorhabens, eine Weltpartei zu errichten.
Die verbleibenden internationalen Aufgaben bestehen in Solidaritätsaktivitäten. Letztes Jahr führte die MAS eine langandauernde Solidaritätskampagne mit Polen und sammelte 20000 Unterschriften gegen die Repression. Die wichtigste Kampagne heute ist gegen die Invasion in Nikaragua.
November 1983 11/ Cordobazo nennt man die aufstandsartige lirhebung von Cordoba Ende 1969 vor dem Sturz der Militärdiktatur und der Rückkehr von Juan Peronaus dem Exil. Wichtige klassenkämpferische Scktoren der Arbeiterbewegung sowie Genossinen und Genossen der revolutionären Organisationen hatten daran teilgenommen.
Es ist kein Zufall, daô gerade llonduras von den USA als Stützpunkt für destabilisierende Operattonen in Mittelanerika ausgewählt vurde. Diese Rolle, die Honduras alt Hilfe der USA auch gegenwärtig wieder spielt (Nicaragua, E1 Salvador), fügt sich nahtlos in die historische Entwicklung der Beziehungen zwischen diesen beiden Staaten ein. So diente Itonduras schon 1954 als Ausgangsbasis für den von CIA unterstützten Staatsstreich, durch den der reformorientierte guatenaltekische Präsident Jacobo Arbenz gestürzt vurde.
Neben der geostrategischen Position Honduras' in Mittelamerika wird in der vorliegenden Broschüre u.a. auf den "fußballkrieg" mit El Salvador sowie die innenpolitische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den letzten Jahren eingegangen. Hierbei spielen insbesondere die US-anerikanischen Bananengesellschaften eine unrühmliche Rolle.
Bezugsbedingungen:
Bei Abnahse von 6-10 Exeeplaren 108 Rabatt. bel Abnahme von mehr als 10 Exeaplaren 20% Rabatt.
Bezug:
Lateinanerika-Koeltee Duisburg e.V. c/o Yvonne Ayoub
Johanniterstr. 130 41 Duisburg !
Tel: 0203/63698 66 Seiten, 4 DM
InPreKorr 161, 20.2.1984 China