Herminio Sacchetta, ein Veteran der Linken
Opposition, ist gestorben Vor kurzem ist Herminio Sacchetta gestor- ses mit dem populistischen Diktator Getúben, ein Veteran des Kampfes für den So- lio Vargas. Die Gruppe von H. Sacchetta, zialismus. Die große Presse in Brasilien hat die aus der Parteileitung entfernt worden seiner Talente als Journalist gedacht, ist war, erklärt den Austritt und nimmt den aber in bezug auf seine politische Biogra- Namen Revolutionăr-Sozialistische Partei phie erheblich diskreter geblieben. (PSR) an. Diese Gruppe stand im bewußten Wahrend der gesamten dreißiger Jah- Gegensatz zum Stalinismus und trat der IV re war H. Sacchetta einer der wichtigsten Internationale bei. 1952 war die PSR nicht Redakteure des offiziellen Organs der mit der damaligen Mehrheitslinie der IV Kommunistischen Partei Brasiliens, Internationale einverstanden und brach mit Classe Operaia«. Nach dem VII. Kongreß ihr; sie nannte sich danach Unabhängiger der Kommunistischen Internationale im Sozialistischer Bund (LSI). Jahre 1935 und deren Wende zur Volks- Herminio Sacchetta ist sein ganzes Lefrontpolitik bildete sich innerhalb ben lang ein Kämpfer für den Sozialismus Kommunistischen Partei, vor allem in Sao und gegen die Bürokratie gewesen. Paulo, eine linke Tendenz. Vor einigen Monaten hat H. Sacchetta in einem Interview mit »Em Tempo« selber an die Wurzeln ERGÄNZENDE INFORMATIONEN dieser Entwicklung erinnert: »Mit der Verschärfung des stalinistischen Revisionismus kommt eine linke Tendenz auf, die Trotzkis Der 1909 geborene Herminio Sacchetta, Schriften, insbesondere *Revolution und Sohn eines nach Brasilien eingewanderten Konterrevolution in Deutschland, zum italienischen Arbeites, war 1934 Chefredak- Brennpunkt nimmt, worin er die Notwen- teur einer großen Zeitung in Sao Paulo, als digkeit der Arbeitereinheitsfront gegen den er der PCB beitrat. In ihr wurde er fast um- Faschismus entwickelt. Den Differenzen gehend Regionalsekretär für diese Stadt lag der Rechtsschwenk der III. Internatio- (als wichtigstes Zentrum des Landes außer nale hin zur Volksfrontpolitik zugrunde, Rio de Janeiro).
d.h. zum Bündnis der Arbeiterparteien mit dem Bürgertum: zur Politik der Klassenzu- Seit der »Revolution« vom Ende 1930 sammenarbeit.« d.h. dem Staatsstreich, vor dem Hinter- 1945 startete die Führung der Kommu- grund der Weltwirtschaftskrise (Kaffeepreiphon Partei eine Politik des Bündnis- se!) - war der Politiker Getúlio Vargas
(1883 - 1954) provisorischer und ab 1934 gewählter Präsident der Föderation Republik Brasilien. Nach dem Aufstand der den Stalinisten nahestehenden Militärs unter Führung des legendären Offiziers Luis Carlos Prestes, dem späteren langjährigen Generalsekretär der PCB, im Jahre 1935 und »anhaltenden Unruhen« errichtete G. Vargas 1937 mit Hilfe der Armee seine Diktatur des »Estado Novo« (Aufhebung der neu ausgearbeiteten Verfassung. Verbot aller Parteien, insbesondere der »Integralisten« und der Kommunisten). Dieser »neue Staat« kombinierte eine autoritäres, korporatives politisches System mit strenger Uberwachung des Außenhandels und vielfachem Staatsinterventionismus in der Binnenwirtschaft, einer vergleichsweise forschrittlichen Sozialgesetzgebung und staatlich organisierten Gewerkschaftsverbänden. Im Oktober 1945 wurde G. Vargas vom Militär gestürzt. 1950 wurde er als Kandidat der PSD und der PTB wieder zum Präsidenten gewählt, um 1954 wiederum von der Armee zum Rücktritt gezwungen zu werden und sich wenige Tage später im Präsidentenpalast selber zu erschießen...
Als die faschistischen »Integralisten« von P. Salgado (auch »Grünhemden« genannt) zunehmend zu einer Gefahr für die Arbeiterbewegung wurden, traten die seit 1931 in der Liga Comunista (Oposicao Leninista do Partido Comunista do Brasil) organisierten Linksoppositionellen der PCB energisch für eine Einheitsfront der Arbeiterorganisationen ein. Am 7. Oktober 1934 marschierten die Integralisten in Sao Paulo mit S 000 Uniformierten auf. Die Trotzkisten hatten die Initiative zur Bildung einer Einheitsfront mit bewaffneten Abteilungen ergriffen, an der sich über 100 Organisationen beteiligten, darunter 60 Gewerkschaf-. ten und 30 oppositionellen Gewerkschaftstendenzen, die Anarchisten, Militärs und die PCB. Auf dem Platz, an dem die Kathedrale und das Gebäude des Regionalverbands der Gewerkschaft lagen, kam es zu heftigen Schießereien.
Herminio Sacchetta ging als verantwortlicher Funktionär der PCB auf den Einheitsfrontvorschlag ein und nahm selber an der Gegendemonstration teil. Wegen der Konzeption der Parteiführung in bezug auf die angeblich »fortschrittliche« Rolle der »nationalen Bourgeoisie« kam er zu ihr in einen Gegensatz. Er organisierte eine Oppositionsgruppe, die etwa 300 aktive Mitglieder hatte.
Das Datum des endgültigen Bruchs mit dem Stalinismus und der Gründung der PSR wird unterschiedlich mit 1937, 1938 oder 1939 angegeben. Nach dem Austritt von Mario Pedrosa (Pseudonym: Lebrun; 1905 - 1982), der 1938 in das Internationale Sekretariat der IV. Internationale gewählt worden war und sich 1939 der Minderheit der SWP um M. Shachtman und J. Burnham angeschlossen hatte, war H. Sacchetta in den vierziger und frühen fünfziger Jahren die wichtigste Persönlichkeit der brasilianischen trotzkistischen Bewegung. Quelle: »Cahiers Léon Trotsky« (Grenoble), Nr. 11, September 1982, S. 19, 23, 86- 90, 112,117.
Was in der polnischen »Inprekor« Nr. 7 steht • Überblick über die Situation im Lande SOLIDARNOSC Z SOLIDARNOŚCIA
İNPREKOR nr 7 pazdziernik Listopad
HIEDZYNAROBOHA KORESE ICIA PRASOVA 1982 • Dokument: Jósef Pinior an die Gesellschaft (J.P. spricht zur Ges.) *w hunerze- • Dokument: Aufruf des MRKS an die Arbeiter im Westen PO ROKU...
• Artikel, die uns aus dem Land zugeschickt wurden • OMUGEOS O SYTUACJI
W KRAJU • O ustawie • Spaltung im Koordinationskomitee NSZZ »Solidarność« in Frankreich zwiazkowe)
• dokument T FINTOk de • dokumentl (Zeichnung wird auf S. 3 unten erklärt: von K. Robak, apeT M.X.K.5. do говотліком Lachodu
Knüppel und Karotte (stick and carrot, Peitsche und Zuckerbrot) in den Händen einer • ARTYKUEY NADESLANE 2 KRAJU
Vertrauliches Bekenntnis der Regierung, ein Mitglied des Politischen Büros der PVAP, • Solidarnose
Porebski, zu Parteikadern aus Wroclaw (Tonbandaufzeichnung). 2 "Solidarnoscia"
• Roztan w Konitecle
Коогфуласу/дув Nº22 "Solidarnol@" ve Frane)
UND DAS STEHT IN DER POLNISCHEN INPREKORR Nr. 7: Die siebte Ausgabe der polnischen »Inprekor«, die in Paris zusammengestellt und gedruckt wird, datiert vom Oktober und November 1982. Sie fängt mit einer längeren Analyse der Redaktion vom 8.12.1982 an, der eine Bilanz der Diktatur der Generäle und Bürokraten des WRON und der Widerstandsbewegung »nach einem Jahr...« (so lautet die Überschrift) zu ziehen versucht. /S. 3 - 17/ Zwei kleine Kästen weisen darauf hin, daß die angekündigte Fortsetzung des Artikels von Jacqueline Allio über die Antikriegsbewegungen im Westen wegen Platzmangels auf eine ten Ausgaben verschoben wel BuD /S. 47 bzw, sprechen den Dank Herausgeber für Geldspenden aus, di Konto der polni schen Aus en sind. Es wird unterstrichen, da e regelative f- •nanzielle Unterst In geregeltes Er scheinen und die im Lande (d.h. in Polen) gewährleisten können. /S. 16/.
Unter der Oberschrift »zwei Stimmen über die Lage im Landen erscheinen die Meinungen von zwei lergetauchten »Solidarnosca-Führern 2u verschiedenen zentralen Fragen, die ein besseres Verständnis der Situation nach dem Fehlschlagen des Streikaufrufs für den 10. November erlauben. Eine Stimme kommt aus Swidnik im Südosten Polens, die andere aus Schlesien: der Genosse Claude Sevrac, Mitarbeiter der französischen »Inprecor«, konnte diese Gespräche im Oktober 1982 aufnehmen. /S. 18 - 25: frz. »Inprecor« Nr. 138, S. 13f. in anderer Form./ »Unabhängigkeit unter Kuratela ist der nächste Artikel über die Verordnung vom 8. Oktober 1982 über die Gewerkschaften überschrieben. R. Lepicki kommentiert darin die Bestimmungen der wichtigsten Artikel. /S. 25 - 31./ Es folgt eine »vertrauliches Bekenntnis der Regierunge. »Wenn ein Mirglied des P.B. der PVAP zu seinesgleichen sprichte, dann klingt das so wie diese heimlich aufgenommene Kede des Ersten Sekretärs der Region Wroclaw vor Parteikadern der Wojwodschaft Niederschlesien von Mitte Oktober. In erfrischender bzw. zynischer Offenheit spricht der Herr über die Agitation in bestimmten Betrieben, die Repression, aber die Demonstrationen und Mes- 31 • • Rumunskie odgfesy POUFNE WYZNANIA WLADZY
CZLONEK BIURA POLITYCINEGO PZPR, POREBSKI PO KADE PARTYJNTCH WROCLAWIA (nagranie) (ena: 15 15, 2,5 us $. 100 18, 7 58r, 7 on, 15 sx »INPREKOR«
Nr. 7 Oktober/November 1982, sen, das Gewerkschaftsgesetz, die Haltung der kapitalistischen Länder, die er im wesentlichen als »Getöse ohne Konsequenzen für die Politik gegenüber den Ostblockländern« analysiert, die Beziehungen zur Kirche und die Ersetzung des Kriegsrechts durch Sondervollmachten für die Regierung wie die Militarisierung bestimmter Betriebe oder Wojwodschaften. /S. 31 - 44; frz. »Inpr.« Nr. 138, S. IIf. nur Auszüge, poln. vinpr.« enthalt vollständigen Text der Aufzeichnung./ Ein weiteres Dokument ist der Text der Erklärung von Jósef Pinior unter dem Titel »Ich werden den Kamp/ nie au/geben«, den ein Untergrundsender in der Region Wroclaw am 16. November 1982 verbreitet hat. J. Pinior ist der Nachfolger von Wladislaw