Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Rumänien

Wirtschaftskrise und Arbeiteraktionen, 20. November 1981

· Inprekorr Nr. 1 (140), 21. Januar 1982 · S. 10-13 · 2.668 Wörter

Jugoslawien und Balkan Stalinismus und Bürokratie Polen Gewerkschaften und Streiks

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Wirtschaftskrise und Arbeiteraktionen von Ernest Mandel, 20. Nov. 1981 Vertrauenswürdigen Quellen zufolge sind am 17. Oktober Hubschrauber zwangen. Auch südlich von Bukarest, in 1981 in Kohlebergwerken Rumäniens Streiks ausgebrochen Giurgiu, soll es Anfang November Unruhen gegeben haben. nämlich in Levada, Lupoaia und Horasti. Zwel Tage spä- Eine harte Repression folgte diesen Ereignissen. ter wurde nördlich von der Stadt Motru in dem Kraftwerk wochen ist. Der Partei- Und Regieren sale a dessel von Rogojelu gestreikt. Spontane Demonstrationen fanden tex einhem diese mieten tonen statt de wischen kon - . Ceausescu in diesem Jahr in Osteuropa neben Polen ? Wir versuchen, fuhr Anfang November nach Motru, wo ihn die Bergarbei- diese Frage in dem folgenden Artikel zu beantworten. ter mit Steinen empfingen und schleinigsten Rückzug im Rumänien rühmte sich während einem 1976-80 wenn auch mit Verspätung- Der Weg der gigantischen Projekte ganzen Jahrzehnt mit der höchsten wirt- doch zu erreichen. Trotzdem wurde wird übrigens noch heute verfolgt. Obeine Korrektur der Fünfjahresplans-Ziele wohl die Stahlkrise der kapitalistischer Aber sdt der zweiten Jahreshälfte 1981-81 nach unten vorgenommen Länder alle rumänischen Pläne hinverschlechterte sich die Situation rapide. Monaten vereitenticht wurden 8r; daB die vor achtzehn sichtlich der Stahlexporte in den We- In 1980 wuchs der Nationaleinkommen sten völlig durcheinanderbrachte, nur um 2,5%, entgegen den vorgese- vorgenommen, was vermuten laßt, sieht der neue Fünfjahresplan ein henen 8,8%, und die landwirtschaft- auch die Wachstumsrate für 1981 nicht Wachstum der Stahlproduktion von 13 liche Produktion sank sogar um 5%. erreicht wird. Das ist insbesondere der Mio. Tonnen im Jahr 1980 auf 20 Mio. er bangerte indus nd watsche in - Tonnen 1981 vor. Kernkraftwerke wur- Für 1981 kündigte man ein 7% Wachs- den in Auftrag nach Kanada, Italien tum an, die Ziele des Fünfjahresplanes lich der Olrafinerien. und Frankreich gegeben. die Milliarden Dollars in Devisen kosten werden.

UNGLEICHES UND DISPROPORTIONALES

WIRTSCHAFTSWACHSTUM Wie maßlos Ceausescus Pläne sind das fallt am meisten in der Olbranche auf. Obwohl Rumänien selbst ein erd- Das Gefälle ist in der Landwirtschaft- Diese Projekte sind so maßlos wie die olproduzierendes Land ist - und seit lichen Produktion besonders auffällig. von Gierek in Polen. Das verursacht Der Plan sah für 1981 die Produktion einerseits wachsende gefährliche Disvon 23,7 Millionen Tonnen Getreide proportionen, die früher oder später vor. Stattdessen wurden 1980 nur 20 das Wachstum untergraben, anderer- die Halfte seines Ölbedarfs Millionen Tonnen erzeugt, und die Em- seits eine gefährliche Abhängigkeit für horrende Preise zu importieren te für 1981 wird von offizieller Stelle von der internationalen kapitalistischen (die zusätzlichen Lieferungen aus der ils "offen gesagt schlecht" einge- Wirtschaft, im Bereich der Kredite und JdSSR, die nicht im COMECON-Plar schätzt. Es ist also unwahrscheinl ich, des Außenhandels. Rumänien ist von vorgesehen sind, werden mit Weltdaß sie um 18% wachsen konnte. allen bürokratisierten Arbeiterstaaten narktpreisen bezahlt...). das Land, das sowohl beim Export als Ceausescu's Bürokratie hat den Weg ei- auch beim Import in und aus den kapi- Die Verschuldung des Landes stieg daner von der Schwerindustrie ausgehen- talistischen Ländern den ersten Platz mit in der Periode 1980 bis 1981 erden Industrialisierung auf Teufel-komm- einnimmt. Der Anteil des rumänischen et dem Westen eigen 18 entarraue zinge zu eieichen, Rumanie um das "strategi- Außenhandels mit dem COMECON ist von 73% im Jahr 1960 auf 50% im Jahr den Dollar. Allein 1981 müssen 2 Milaus einem Entwicklungs- in ein halb-in- 1970 und 33% im Jahr 1980 gesunken. liarden Dollar zurückgezahlt werden. dustrialisiertes Land zu verwandeln, Übrigens ist Rumänien seit einigen Jah- Projekte kennzeichneten diese Pollulk: Riesige, ein Veto der sowjetischen Bürokratie

Schaffung einer Maschinenbauindustrie, beitreten konnte. Dollar für 1981 und das trotz strikter le zu den bedeutendsten der welt ge- Importrestriktionen und bedeutender lört und für sich allein ein Drittel der Trotz eindrucksvoller industrieller Einkommen aus dem Tourismus, die indistriellen Produktion des Landes aus- Erfolge bleibt Rumänien - neben A1- viel höher als diejenigen Polens z. B. macht, Aufbau einer mächtigen Stahl- banien - das ärmste Land Europas, liegen. Industrie die, was die Stahlproduktion vas den Lebensstandard, gemessen am pro Einwohner betrifft, schon jetzt Ru- Konsum pro Einwohner, mänien den siebten Platz in der Welt ser Widerspruch ergibt sich vor allem sichert, Entwicklung einer wichtigen aus der ungleichen Entwicklung der Ölraffinerie - und Verarbeitungsindustrie, Industrie und der Landwirtschaft, z. B. des berühmten petrochemischen wie der Schwerindustrie und der Leicht- Komplexes von Teleajen und der Raffi- (1) "Scinte ia" (Zentralorgan der KPR nerie von Midia, 25.6,1981 und 20.11.1979 • 10

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Trotz telerlicher Gegenerklärungen Ist Rumänien das zweite "sozialistischen Land" Europas (2) nach Polen, das sich vorübergehend "zahlungsunfshig" erklärte (3). Es wird zur Zeit mit dem IWF und den westlichen Banken verhandelt, ur eine Streckung der Kredite zu erlangen. Die Ergebnisse sind aber meistens kurziristige Kredite mit viel höheren Zinsen al: bei den langtristigen Krediten; eine zusätzliche Last für eine schon jetzt schwer getroffene Wirtschaft. Arbeiterprämien bis 200 oder 300 Lei - 100 Lei sind etwa 40,--DM; die sürokratenpramien erreichen leich 15,000 Lei). Doch die Bilanz für die rumänische Gesamtwirtschaft ist offentlich negativ: man hat doch mehr Auslandsde visen bezahlen müssen, als wenn man die Schiffe in Rumänien KATASTROPHALE VERWALTUNG DER LANDWIRTSCHAFT Die erste Ursach für die landwirtschaftliche Unterentwicklung ist in den unverhältnismäßigen Staatsin vestitionen in die Schwerindustrie zu suchen. Trotzdem proklamierte Ceausescu seit 1976 die Notwendigkeit einer "landwirtschaftlichen Revolution" , basierend auf massiven Investitionen für landwirtschaftliche Maschinen, Bewăsserungsarbeiten und chemische Düngemittel. Diese Investitionen wurden auch getätigt. Aber die Ergebnisse waren mehr als enttäuschend. Obwohl Rumänien einen der fruchtbarsten Böden Europas hat und die Bewässerungsrate ihrer Weizen- und Maisfelder höher als die Itallens und der IRD ist, erreicht der Hektarertrag seiner Weizenfelder nur die Hälfte derjenigen der zwei genannten Länder, Weiterhin verfügt Rumänien über einen Traktor pro 68 ha Ackerland - so wie In Kanada - und einen Traktor Dre [38 ha Getreidefelder, im Vergleich " su Italiens 167 ha. Und trotzdem dieses große Ertragsgefälle.

Die Gründe dafür sind in einer "sozialistischen " Wirtschaft wohl bekannt: Schlamperei und Gleichgültigkeit des von oben emannten Verwaltungspersonals, das Fehlen der Selbstverwaltung. Konsequenz: eine viel niedrigere Rentabilität der Investitionen als in den kapitalistischen Lăndem. Laut Oprea Parpala, einem offiziellen Sprecher (4(, braucht man für die Ertragserhöhung einer landwirtschaftlichen Einheit 2,3 mal mehr Düngemittel als in Westeuropa, und dies trotz fruchtbaren Bodens. Die Bauer der Kooperativen arbeiten mit wenig Elan, Ergebnis: die Arbeitsproduktivität ist sehr niedrig. Während der Ertrag pro Flächeneinheit nur die Hälfte desjenigen in Westeuropa erreicht, stellen die 3,5 Millionen landwirtschaftlich Beschäftigten fünfmal mehr Arbeitskratte pro Hektar als im Westen dar. Das bedeutet im Klartext, daß die Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft nur 10% derer in den westlichen Ländem erreicht...

repariert und diese bestimmten Exporreage stehen das ist zettelsonne die , Was hier in- "materielle Motivierung" der Bürokratie sowie die Finanzautonomie der ster stalinistischer Tradition organisiert ist.

Die Korruption hat sich unglaublict verallgemeinert. Anfang 1981 veröffentlichte die rumänische Presse einige gravierende Korruptionstalle be höheren Bürokraten (5). Ein Bergwerksdirektor hatte aufgrund gefälschter Produktionsberichte Hunderttausende Lei Prämie kassiert (der Durchschnittegenait in kumanien erreicht knapp 2500 Lei). Der Chet eines Bauunternehmens für chemische Fabriken gewahrte seinem Chauffeur sieben sonderprämien und seinem Schwiegersohn und seinem Adoptivsohn verschiedene finanzielle Vorteile. Ein anderer Bürokrat hatte sich für mehrere Tausende Lei Nahrungsmittel illegal angeeignet.

Was die Massen am meisten empört, intende Bunker ad mir ÜBERALL SCHLAMPEREI UND VERSCHWENDUNG Die Landwirtschaft ist nur ein besonderer Aspekt des allgemeinen Übels einer bürokratischen Verwaltung. deren Merkmale verallgemeinerte Unrabigkeit, Schlamperei und Korrup- Hon sind, helapiele dafür gibt es genügend. 1 080 ellten die Verantwortlichen FiF Hochseefischerei eine Liste VOR 8605 Ersatzteilen auf, die für die Unte tad. Die numise industrieerklärte, daß sie nur 133 Telle liefer kanne, also knapp 1,5% von der EIN FAMILIENUNTERNEHMEN

Bestellung. Die Schitte mußten im Hafen von Las Palmas (Kanarische Insein - Spanien) repariert werden. Die Kapitäne waren sehr überrascht, als sie entdeckten, daß auf den Kisten mit den notwendigen Ersatzteilen "Made in Romania" stand, Die Handelsmarine war also gezwungen, Ersatzteile und Arbeit in westlichen Devisen zu bezahlen; die Maschinen industrie aber hat ihren "Exportplan erfüllt" : was den entsprechenden Bürokraten stattliche Prämien brachte (normalerweise gehen die leichten Strafen zu rechnen hat. Einer der obengenannten Schuldigen wurde nicht einmal aus der Partei ausgeschuren Kelhend ein ein er beiter für einen kleinen Diebstahl mit drei Jahren bestraft wird und Ceausescu den Bauem gerichtliche Vertolgung für Sabotage androht. wenn es bei der Emte Verluste gibt(6). Es ist in diesem Zusammenhang bezeichnend, daß eine Sondersteuer auf "sichtliche Zeichen von Bereicherung" eingerichtet wird wie Autos, Datschas, Yachten und Rennpterde. Man kann sich also vorstellen, wie die Arbeiter und die Hausfrauen auf die Zurschaustellung dieses zynischen und unverschämten Luxus reagierten, während die Schlangen vor den Lebensmittelge- Was die rumänische Bürokratie besonders auszeichnet, ist ihre Vetterleswirtschäften immer länger werden und die Rationierung eingeführt wird. schaft, Hier eine Liste der Posten, die der Ceausescu-Clan besetzt: Nicolal Ceaucescu: Partei- und Regierungschef. eine Frau Helena: Vize-Premierminister und Mitglied des Exekutivkomi- (2) Erinnern wir daran, daß ein dritter Zentralkomitees der Partei. bürokratisierter Arbeiterstaat, Nord- Ihr Boln Nieu: Mitglied des Zentralkomitees der Partei und Sekretär des ва , Korea, vor einigen jahren die Bezah- , seiner Auslandsschulden einge- Ihr Adoptivsoln Valentin leitet ein Atomforschungszentrum. unft hatte. Seitdem hat sich hier die ief awelte Mann der Mutter von Valentin ist auch Vize-Premierminister. Situation verbessert.

ider von Nicolae, Illie, ist Generalmajor in der Armee und Präsident (3) " Financial Times", 21.9.1981 onalen Verteidigungsausschusses des Parlaments. Laut "Wirtschaftswoche" vom 30.10. terer Bruder torea, leitet die Zentrale Schule der Partel. Ion, ist stellvertretender Landwirtschaftsminister. 1981 hat ein Bankenkonsortium vorläufig abgelehnt, Rumänien einen neuen der vierte Bruder, ist Handelsattaché bei der rumänischen Bot- Kredit in Höhe von 80 Mio. Dollar zu elwager von Helena ist Vizepräsident des Landwirtschaftsausschusses BertSpiegel vom 16.11, 1981 hat Rumänien vom IWF einen Kredit über Man Nie Metalbau der Bruder von Helena, ist Staatse kretär beim Ministe- 1,2 Milliarden bekommen, ein Neffe von Nicolae, ist Vize-Premierminister. (d). Oprea Parpala, "Era socialista", (5) "Scintela", 12.2,1981, 26.2.1987, in Rumänien gibt es drel Vize-Premlerminister, alle drei sind auf dieser Liste.. 11 — 5.3,1981 (6) "Scintela", 16.2,1981

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DIE VERSORGUNGSKRISE

Wie in Polen wurde auch in Rumänien die zunehmen de Verschlechterung des Versorgungssystems der Bevölkerung mit den notwendigsten Produkten zum Funken am Pulverfaß. Seit dem Winter 1980/81 verschlechterte sich die Situation qualitativ. Die Regierung richtete immer wieder Appelle an die Bauem, die landwirtschattliche Produktion zu erhohen.

Seit September 1981 berichtete die westliche Presse, daß die Schlangen vor den Lebensmittelläden das Volk so unzufrieden macht wie seit sechzehn Jahren nicht mehr (7). Während einer Übergangszeit schwelgte die Propaganda weiter in Lobeshymnen, was die Arbeiter noch mehr aufregte und argerte. So z. B. zeigte das remsehen Ceausescu auf einem Besuch in einem Bukarester Lebensmittelgeschäft, dessen Stände unter einer Unmenge von Waren zusammenzubrechen schienen, während am selben Tag die Einwohner der Hauptstadt stundenlang Schlanren abstehen mußten, um Wurst ode Ol zu kauten.

Als der Unterschied zwischen dem von der Bürokratie propagierten Mythos und der von den Massen taglich erlebten Wirklichkeit zu auffällig wurde. mußte Ceausescus Regime Mitte Sepsemeeren. eine Seee er werde der Landwirtschaftsminister ersetzt. Am 9. Oktober erließ der Staatsrat ein Dekret gegen Lebensmittelhamsterer: wer in seiner Wohnung Lebensmittel (Ol, Zucker, Mehl, Reis, Kattee usw.) in Mengen, die über einen Monat hinausreichten, wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Prodition tal da stigemen. -sorgungsnot herrscht - aber die Konsumenten werden dafür verantwortlich gemacht (8). Die Androhungen richten sich gleichermaßen gegen das Personal im Handel und in den Erzeugerkooperativen, die übertriebene Mengen pro Haushalt verkautt natten... Am 17. Oktober wurde ein neues Dekret vom Staatsrat erlassen, das strenge Restriktionen für den Verkauf von Brot und Mehl einführt. Die Dorfgemeinden werden autark (selbstversorgend) erklart, was bedeutet, dal sie kein Brot und kein Mehl von den zentralen staatlichen Lagern mehr bekommen. Jeder darf sein Brot nur in der Gemeinde kaufen, wo er auf einer Liste eingetragen ist, die jeder Bakkerel ausgehandigt wird, Dieses system wird als politisch vorteilhafter eingeschatzt als einfache Rationierung. weil dann die Panik nur noch größer geworden ware und man riskiert hatte. daß die vorgesehenen Mengen nicht geliefert werden können (wie zur Zeit in Polen).

Der Unterschied zwischen der rumănischen und der polnischen Situation ist der folgende: das rumänische Regime, das stalinistischste in Osteuropa, ist gie ne Ne in Polen grischen ® 1976 und 1980: die Tradition der Arbeiterorganisierung ist viel niedriger, die erfahrenen Arbeiterkader viel weniin Polen, Trotzdem muß man erwannen daß eine Unabhängige Gewerkschaft der werktatigen in Rumänien (SLOMR) im Februar 1979 gegründet wurde, initiiert von einem kleinen Kem in Bukarest und der Industriestadt Tumu Severin. Es scheint, daß diese Organisation keine große Unterstützung von den Arbeitem bekommen konnte wegen der starken Repression - außer in einem von der ungarischen Minderheit bewohnten Gebiet, wo 2500 Arbeiter beigetreten sein sollen. Auch hier griff die Polizei sehr streng durch (12).

Derzeit ist die Wirtschaftskrise so tief und sind die Massen derart unzufrieden, daß wenn keinerlei Überlegung zur Kanalisierung der Unzufriedenheit in reformistische Hoffnungen angestellt werden, das rigide stafinistische Re- Ein ir heftiger EXplosionen vor der Heißt das, daß ein "liberalerer" Flügel der Bürokratie auftauchen wird, um diese Veränderung im Vergleich zum bonapartistischen Regime Ceau- ARBEITERPROTESTE SIND SCHON TRADITION Die rumänischen Arbeiter haben auf einem niedrigeren Niveau als die polnischen - eine Tradition der direkten Aktion erreicht, um ihre Unzufriedenheit mit ökonomischen Maßnahmen, die gegen ihre ökonomischen Interessen gerichtet sind, zu demon strieren. Die Streikwelle in Oktober/ November 1981 folgte ähnlichen Wellen von 1972, 1977 und 1980. Am 1. August legten die Bergarbeiter des Schiltals (Jiu-Tals, in der Nane der jugoslawischen (irenze) die Arbeit nieder. Der Streik richtete sich vor allem gegen eine neue kentenregelung. die nachteilig für sie war. Aber aut der Forderungsliste standen auch der Sechs-Stunden - Tag für die Untertagearbeiter, kostenlose Arbeitskleidung. lie Ersetzung des amtierenden Direktors, die Aufhebung der Zwangsarbeit und die Rückkehr zur fortschrittlichen Legislatur, die die Bergarbeiter in den Jahren 1955/56/57 erreicht hatten (9). Nach drei Tagen Ausstand fuhr Ceausescu zum Streikort hin und führte mit den Arbeiter ein Gesprach, das an dasjenige Giereks mit den Werftarbeitern in szczeczin 1971 erinnert. Aber diesem Gespräch und den Re- (7) "Financial Times"

die Ruminen "zu viel und zu schlecht" essen, In Rumänien wird melstens die Versorgungsschwierigkeit auf die masiven Exporte zurückgeführt, form- Versprechungen folgte eine schwere Repression gegen die Arbeiter (10).

Das war übrigens nicht die erste antibürokratische Aktion der Arbeiter. Im September 1972 gab es große Unruhen bung der Arbeitsnormen.

Im Juni, Juli und Anfang August 1980 brachen an verschiedenen Orten im ,ande (den bergbaugebieten von schi und Rovinari, len stahltabriken va ballanteme men von luderes Streiks dem Maschinenaus gegen schlechte Arbeits- und Versorgungsbedingungen und Erhohungen der Bandgeschwindigkeit. Ahnlich wie 1977 entzogen die Arbeiter den "offiziellen" Gewerkschaften ihr Vertrauen und wählten Streikkomitees, Der Bukarester Betrieb 23. August" wurde vier Tage lang von den Streikenden besetzt. Ceausescu wurde gezwungen selbst Im Betrieb zu erscheinen und alle Forderungen zu erfüllen (11).

(9) "Labour Focus on Easter Europe" vol. 1, Nr. 5, Nov. -Dez. 1977 (10) Zum Ausmaß und Brutalität der Repression siehe "Bericht über Ruminien " der Amnesty Intemational, 30.6.1981, Insbesondere wurden mehsescus zu ermöglichen Macht die Rolle Ceausescus als nicht hinterfragter absoluter Chef der Bürokratie und sein Prestige als "nationaler Fuhrer" jede Aktion der rumänischen Arbeiter, wahrend die antibürokratische Revolution Polen erbeben läßt, stellt die rumănischen und die sowjetische Bürokratie vor besonders schmerzhafte Alternativen.

* rere Tausende Bergarbeiter deportiert. 6981 Altemative" Nr. 8, Jan. -Feb. 1979: Grinden erklärung der Gewerk

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Antikriegsbewegung: Resolution