Hugo Blanco freigesprochen • Die peruanische Militärdiktatur sah sich gezwungen, ihren Versuch, den trotzkistischen Führer Hugo Blanco aufgrund einer Reihe von Beschuldigungen. die von Zerstörung und Sabotage der Produktion" bis zu „Angriff auf die öffentliche Ruhe und Ordnung " reichen, fallenzulassen..
Blanco, Abgeordneter in Perus Verfassungsgebender Versammlung, war am 8. Juni festgenommen, dann aber auf Veranlassung des Exekutivkomitees der Versammlung wieder freigelassen worden. Als Abgeordneter müßte Blanco Immunität vor Verfolgung genießen, solange die Versammlung diese nicht aufhebt (vgl. Am 27. Juni kam der Geschäftsordnungsausschuß zusammen und stimmte mehrheitlich für die Zurückweisung der vom Regime gegen Blanco erhobenen Beschuldigungen, wodurch ein Schlußstrich unter den Fall gesetzt wurde. Der Geschäftsordnungsausschuß wird zwar von Abgeordneten der beiden bürgerlichen Parteien APRA und PPC dominiert, stand aber unter dem Druck einer internationalen Verteidigungskampagne und breiter Unterstützung Blanco in Peru selbst. 35 von den 100 Abgeordneten der Versammlung hatten eine Petition unterzeichnet, in der sie eine Sondersitzung zur Behandlung der Vor. würfe gegen den trotzkistischen Führer forderten.
Telegramme und Botschaften, in denen gefordert wurde, die Anschuldigungen gegen Blanco aufzuheben, kamen aus Europa, Kanada, den Vereinigten Staaten und aus lateinamerikanischen Ländem. Vier Abgeordnete im kanadischen Parlament von der New Democratic Party (Kanadas Arbeiterpartei) und etliche kanadische Gewerkschaftsführer hatten ein solches Telegramm unterzeichnet.
In der Dominikanischen Republik kamen die Informationen über die Verhaftung Blancos an erster Stelle in Zeitungen und Rundfunknachrichten. Etliche größere dominikanische Gewerkschaften, darunter die der Metallarbeiter, unterschrieben eine Stellungnahme, in der die Freilassung von Blanco gefordert wird. Die Bergarbeitergewerkschaft der großen Rosario Goldmine (in amerikanischem Besitz) bezahlte eine Zeitungsanzeige, in der zu weiteren Protesttelegrammen aufgefordert wird.
Auf der Sondersitzung der Verfassungsgebenden Versammlung vom 27. Juni stellten Blanco und andere linke Abgeordnete den Antrag, in dem der Freispruch Blancos von allen Anschuldigungen des Militärs bekräftigt und gefordert wird. daß Sanktionen gegen den Innenminister und die politische Polizei wegen Blancos ungesetzlicher Verhaftung am 8. Juni ergriffen werden. Dieser Antrag wurde von der bürgerlichen Mehrheit niedergestimmt.
Die peruanische Regierung setzt weiter auf Repression, um den nationalen Streik der 140.000 Lehrer öffentlicher Schulen, der am 4. Juni begann, zu brechen. Am 28, Juni stand die Streikfront immer noch 100 prozentig, obwohl etwa 350 Führer und Mitglieder der Lehrergewerkschaft SUTEP im Gefängnis in verschiedenen Teilen des Landes gehalten wurden. Mehr als 1000 Lehrer sind entlassen worden, und am 18. Juni wurde SUTEP. Generalsekretär Horacio Zeballos von Staatssicherheitsagenten festgenommen, nachdem er auf einer Lehrerkundgebung in der Un ersität San Marcos von Lima gesprochen hatte.
Zeballos ist durch seine Verhaftung gesundheitlich schwer gefährdet. Der Lehrerführer leidet an Diabetis, Pankreatis und Arterienverkalkung infolge seiner sechs Monate andauerden Einkerkerung 1973 im Dschungelgefängnis von el S-pa. Telegramme und Protestbriefe zur Freilassung von Horacio Zeballos und der anderen SUTEP-Mitglieder sollen an die peruanischen Botschaften oder direkt dem Präsidenten geschickt werden: Gen. Francisco Morales Bermudez, Palacio Presidencial, Lima, Peru.
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